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Human Resources
Young Professionals suchen nach starken Marken und Sicherheit – Diese Learnings sollten HR Manager sich merken

Young Professionals suchen nach starken Marken und Sicherheit – Diese Learnings sollten HR Manager sich merken

Michelle Winner | 04.10.21

Junge Talente wünschen sich von Unternehmen Sicherheit, ein angemessenes Gehalt und soziales Engagement. Wer das versteht, kann auch mit den Big Playern auf dem Arbeitsmarkt mithalten.

Young Professionals lassen sich nur noch von Netflix, TikTok und Memes beeindrucken? Falsch. Die junge Generation von Arbeitnehmer:innen hat klare Vorstellungen, was ihre Karriere angeht. Das impliziert zumindest der Young Professional Attraction Index (YPAI). Dieser stellt die Ergebnisse einer Studie von der schwedischen Personalberatung Academic Work in Zusammenarbeit mit KANTAR dar, in der über 14.500 Personen aus Deutschland, Schweden, Dänemark, Norwegen, Finnland und der Schweiz befragt wurden. Eines wird dabei deutlich: Wer die Wünsche der Young Professionals versteht, kann wertvolle Learnings für das eigene HR Management mitnehmen.

Starke Marken sind beliebte Arbeitgeber:innen

Im Rahmen des YPAI gelten als Young Professionals Studierende an Universitäten und Hochschulen, die kurz vor ihrem Abschluss stehen und Akademiker:innen mit bis zu fünf Jahren Berufserfahrung. Eben diese zieht es vor allem zu Unternehmen, die sich nicht nur als Produktmarke einen Namen gemacht haben, sondern auch als Arbeitgeber:innen. Besonders stechen hier Tech-Unternehmen und überraschenderweise auch die Automobilbranche hervor. Hier dürfte laut der Studienautor:innen die Entwicklung und Erforschung nachhaltiger Antriebsmöglichkeiten für Young Professionals attraktiv wirken. Die Top 10 Unternehmen laut YPAI sind:

  1. Google
  2. Porsche
  3. Mercedes
  4. BMW
  5. Bosch
  6. SAP
  7. Audi
  8. Microsoft
  9. Siemens
  10. Apple

Learnings

Zunächst wird deutlich, dass Young Professionals Jobsicherheit über die Reputation von Marken suchen. Gilt ein Unternehmen als bekannt und etabliert, spricht das für die Sicherheit von Arbeitsplätzen. Ein gutes Employer Branding, beispielsweise über den Social-Media-Auftritt, sorgt zusätzlich für Attraktivität. Abgesehen davon ist es den jungen Talenten aber ebenfalls wichtig, dass die Unternehmen zukunftsorientiert agieren, offen sind für Innovationen und auch Themen wie Klimaschutz und Nachhaltigkeit ernst nehmen.

Die Ergebnisse des YPAI zeigen, dass Employer Branding ein wichtiger Schritt ist, um Young Professionals vom eigenen Unternehmen zu überzeugen. Und dafür musst du nicht einmal so namhaft wie Google sein. Social Media ist einer der besten Kanäle, um junge Talente zu erreichen und dich als Employer Brand zu etablieren. Nimm deine Follower mit hinter die Kulissen, gib Einblicke in den Arbeitsalltag, zeige eure Ziele und vermittle vor allem auch die Werte, für die das Unternehmen einsteht. So kannst du auch als HR Manager in einem kleineren Unternehmen dafür sorgen. Eine detaillierte Anleitung zum Social Media Recruiting findest du in unserem Guide.

Präsenz ist aber nicht nur auf Social Media wichtig, sondern auch dort, wo die jungen Talente ausgebildet werden: An den Hochschulen. Immer mehr Young Professionals wünschen sich, dass Unternehmen enger mit den Career Centers der Unis zusammenarbeiten, sich dort vorstellen und auch Praktika ausschreiben. Wenn du mit deinem Unternehmen dort also Präsenz zeigst, sorgst du dafür, dass mehr Studierende auf euch aufmerksam werden. Nimm also beispielsweise an Messen vor Ort teil und erstelle Aushänge für offene Praktikastellen oder Einstiegsjobs.

Das erwarten Young Professionals

Eine starke Marke bedeutet jedoch nichts, wenn die Werte von Unternehmen und jungen Talenten nicht übereinstimmen. Besonders wichtig ist letzteren laut YPAI vor allem die Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit. Gesellschaftliches Engagement sowie Maßnahmen zu Energiewende und Klimaschutz ist einem Großteil der Young Professionals wichtig bei ihrem Arbeitgeber:innen. Ebenso wichtig sind die Offenheit für Innovation, moderne Arbeitsmodelle und Zukunftsorientierung. Gleichzeitig wollen sich die Talente auch nicht unter Wert verkaufen und fordern ein angemessenes Gehalt ein. Es folgen die Top 10 Kriterien für junge Arbeitnehmer:innen bei der Jobsuche:

  1. Gehalt und Benefits (69 Prozent)
  2. Unternehmenskultur (65 Pozent)
  3. Flexibilität und Work-Life-Balance (63 Prozent)
  4. Entwicklungsmöglichkeiten (57 Prozent)
  5. Jobsicherheit (52 Prozent)
  6. Art der Arbeitsaufgaben (50 Prozent)
  7. Standort (49 Prozent)
  8. Soziale Verantwortung des Unternehmens (32 Prozent)
  9. Art der Unternehmensführung (30 Prozent)
  10. Prestige des Unternehmens (25 Prozent)

Learnings

Die Ergebnisse zeigen deutlich, was Young Professionals von ihren künftigen Arbeitgeber:innen erwarten. Der Punkt Gehalt spielt immer noch eine wichtige Rolle und ist ebenfalls ein Zeichen dafür, dass sich die Talente nach Sicherheit sehnen – in diesem Fall finanzieller Art. Du solltest Gehaltsangebote also realistisch gestalten. Ist es dir nicht möglich, Bewerber:innen mit dem Gehalt entgegenzukommen, kannst du versuchen sie mit Benefits zu überzeugen. Zuschüsse zu Bus- und Bahntickets, Urlaubs- oder Weihnachtsgeld oder regelmäßige, kostenfreie Weiterbildungen erscheinen hier besonders interessant.

Mit Klick aufs Bild kommst du zur größeren Ansicht, © Academic Work

Abgesehen davon solltest du wie erwähnt über das Employer Branding die Werte deines Unternehmens vermitteln. Soziales Engagement spielt in der jüngeren Generation eine große Rolle und die Young Professionals sind sich bewusst, welche Verantwortung auch Unternehmen dabei tragen. Wichtig: Schreibe Werte wie Klimaschutz oder soziales Engagement nicht einfach nur auf die Website, sondern agiere nach diesen Werten. Young Professionals werden schnell bemerken, wenn die beworbenen Werte lediglich dem Marketing dienen, wie beispielsweise die Regenbogenflagge im Profilbild, die direkt nach dem Pride Month wieder verschwindet. So etwas kommt nicht gut an. Sei stattdessen ehrlich und stehe mit deinem Unternehmen hinter den Values, die ihr nach außen hin vermittelt.

Young Professionals wollen außerdem nicht stillstehen. Sie wollen sich weiterbilden und Entwicklungs- sowie Aufstiegschancen innerhalb des Unternehmens haben. Ebenso von Bedeutung sind moderne Arbeitskonzepte, beispielsweise hybrides Arbeiten sowohl im Büro als auch remote.

Modernes Arbeiten mit Young Professionals

Auch wenn sich die jungen Talente vor allem für etablierte Marken begeistern, heißt das nicht, dass unbekanntere Unternehmen keine Chancen im War for Talents haben. Im Gegenteil: Arbeitsplätze bei Google und Co. sind begrenzt und viele Young Professionals sehen sich noch weiter um. Wenn du dir die Learnings aus dem YPAI zu Herzen nimmst und dort präsent bist, wo die jungen Arbeitskräfte sich aufhalten – Hochschulen und Social Media – kannst du sie mit dem passenden Employer Branding von dir und deinem Unternehmen überzeugen. Achte dabei vor allem auf Authentizität und ein modernes, zukunftsorientiertes Auftreten.

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