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Protest auf Social Media wegen geplanter Kürzung der Kinderkrankentage

Protest auf Social Media wegen geplanter Kürzung der Kinderkrankentage

Selina Beck | 01.10.26

Gesundheitsminister Carsten Linnemann hat sich gegen eine Verlängerung der 15 Kinderkrankentage ausgesprochen. Er will zu zehn Krankentagen wie vor der Pandemie zurückkehren. Das sorgt für Unverständnis in den sozialen Medien.

Viele Eltern kennen das Problem: Das Kind wacht mit Schnupfnase und Fieber auf und somit entfällt die Betreuung in Kita und Schule und ein Elternteil muss der Arbeit zur Betreuung fernbleiben. Dafür sind die Kinderkrankentage gedacht, die regulär bei zehn Tagen pro Kind unter zwölf Jahren und pro Elternteil lagen. In diesen Tagen erhalten Eltern 90 Prozent ihres regulären Nettogehalts.

Während der Pandemie gab es eine Erhöhung auf 15 Kinderkrankentage und für Alleinerziehende auf 30 Tage pro Jahr. Gesundheitsminister Carsten Linnemann will diese Verlängerung im nächsten Jahr nun nicht mehr beibehalten und will zu zehn Kinderkrankentagen (20 Tage für Alleinerziehende) zurückkehren. Er begründet dies damit, dass die Politik gut daran täte, Coronasonderregeln wieder zurückzunehmen. Auch einige Wirtschaftsverbände argumentieren ähnlich.

Kritik an noch mehr Belastungen für Familien

Kritik daran gibt es unter anderem vom Koalitionspartner SPD, der Linkspartei, den Grünen und diversen Sozialverbänden. Kritisiert wird vor allem, dass Familien bereits durch Inflation und Energiekrise genug belastet sind und stattdessen Entlastung benötigen. Bereits die Kürzung des Elterngeldes wurde stark kritisiert, sodass Bundesfamilienministerin Karin Prien die Sparmaßnahme nochmal überdenken will. Arbeitsrechtlerin Sandra Runge kritisierte gegenüber dem Online-Portal ELTERN: 

Da wird eine Chance verpasst, wenn es nicht verlängert wird – die anerkennt, was Eltern in Notsituationen leisten, um ihnen Sicherheit zu geben, wenn das Kind eben erkrankt ist und man nicht arbeiten gehen kann. Kinder haben bis zu zehn Infekte im Jahr. Wie will man das stemmen? Mit 10 Tagen kommt man bei einem Kleinkind, was gerade in der Kita eingewöhnt wird, nicht weit.

Die Befürchtung besteht zudem, dass mehr kranke Kinder in Schulen und Kitas geschickt werden und sich damit auch Erkältungskrankheiten stärker verbreiten. Linnemann weist die Kritik zurück.

Wie sehen die Daten aus?

Die Daten der Krankenkassen zeigen, dass kaum Eltern die volle Anzahl an Kinderkrankentagen in Anspruch nehmen. Bei der AOK entfielen im Jahr 2025 auf jeden eingereichten Kinderkrankenfall im Schnitt 2,5 Tage. Nur etwa zwei Prozent der Eltern schöpften die 15 Kinderkrankentage laut AOK vollkommen aus. Auch der Vorstandsvorsitzende der Krankenkasse DAK geht von etwa zwei Prozent aus, die das Kinderkrankengeld in maximaler Tagesanzahl in Anspruch nehmen.

So sehen die Reaktionen im Netz aus

In den sozialen Medien hagelt es überwiegend Kritik an den Sparmaßnahmen. Viele kritisieren die zusätzliche Belastung für Familien und die geringe Wertschätzung von Care-Arbeit:

Das erste politische Projekt eines Gesundheitsministers hat eine Signalwirkung. Carsten Linnemann entscheidet sich als erste Amtshandlung für die Reduzierung der Kinderkrankentage. Lässt wenig Gutes erhoffen- unabhängig davon, wie man die Rückkehr zur Vor-Corona-Regelung findet.

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— Cihan Çelik (@cihancelik.bsky.social) 23. September 2026 um 22:29

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Aktuelle Regelungen zu den Kinderkrankentagen sowie Details und Definitionen, die bei der Einordnung und bezüglich des Zugriffs darauf helfen, findest du auf der Website des Bundesministeriums für Gesundheit.


Arbeitgeber:innen können die Belastung von Eltern nicht länger ignorieren

Mutter Kind Laptop
© Helena Lopes – Unsplash


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