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Human Resources
Wie kann MarTech weiblicher und diverser werden? Ein Impuls zum Gleichstellungstag

Wie kann MarTech weiblicher und diverser werden? Ein Impuls zum Gleichstellungstag

Ein Gastbeitrag von Claudia Projic | 26.08.21

Die Tech-Branche, die eher männlich dominiert ist, muss weiblicher und diverser werden. Denn unterschiedliche Perspektiven eröffnen neue Horizonte und Chancen für noch mehr Innovation. Die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, ist auch eine gesellschaftliche Aufgabe, die uns alle angeht. Ein Impuls zum heutigen Gleichstellungstag

Vor hundert Jahren war das kein Tag wie jeder andere: Im Jahr 1920 erhielten die Frauen in den USA erstmals das Wahlrecht. Der Frauen-Gleichstellungstag findet immer am 26. August 2021 statt, um daran zu erinnern.

Zwar ist es eher ein amerikanischer Gedenktag, aber dennoch ist es eine gute Chance, innezuhalten, um zu überlegen, wie wir auf allen Feldern Diversität ermöglichen können. Denn Gleichberechtigung und Gleichstellung sind ein universelles Thema. Die aktuellen internationalen Konflikte belegen, dass die Gleichstellung auch heute noch nicht überall erreicht ist und Frauenrechte weiterhin bedroht sind.

Dass es hier noch einige “Baustellen” gibt, zeigen auch Debatten um beispielsweise den Gender Pay Gap, Me-Too oder mitunter auch Algorithmen, die nicht die gesellschaftliche Vielfalt abbilden. So gab es Vorfälle, in deren Verlauf im HR-Prozess Bewerberinnen niedriger eingestuft wurden als Bewerber.

Unternehmen stehen aber in der Verantwortung den technologischen Fortschritt zu betreuen und anzupassen und den Mitarbeitenden die Vorteile und Chancen von divers aufgestellten Teams zu vermitteln. Dass es einige Vorteile gibt, sie aber wegen Ungleichstellungen zu wenig genutzt werden können, zeigen aktuelle Studien.

In Agenturen sind nur 18 Prozent der Geschäftsführenden weiblich

So ist die Gleichstellung im Berufsleben zwischen Männern und Frauen in unterschiedlichen Bereich noch immer nicht erreicht. Laut einer aktuellen Auswertung des Gesamtverband Kommunikationsagenturen (GWA) machen 60 Prozent der Belegschaft in Agenturen Frauen aus – allerdings stellen diese in der Geschäftsführung nur 18 Prozent dar. 

Zwar unterscheiden sich die prozentualen Anteile der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zwischen verschiedenen Berufsgruppen. Doch in fast allen Bereichen besetzen mehr Männer als Frauen Führungspositionen.

Laut statistischem Bundesamt waren 2020 rund 28 Prozent der Führungspositionen in deutschen Unternehmen von Frauen besetzt. Besonders in technischen Berufsfeldern fällt dieser Gegensatz auf. 

Doch woran liegt das eigentlich? Und was können wir tun? Häufig werden Frauen in männerdominierten Bereichen grundsätzlich unterschätzt oder unterschätzen sich selbst. Zudem herrscht in Deutschland auch im 21. Jahrhundert noch immer eine traditionelle Rollenerwartung. So stellt man Frauen regelmäßig die Frage, wie sie Arbeit und Familie vereinen können.

Zum Vergleich: In Lettland machten 2020 47 Prozent, also knapp die Hälfte, der Geschäftsführenden Frauen aus. Das zeigt, dass eine Gleichstellung und ein moderner Denkansatz in der Gesellschaft durchaus möglich und realisierbar wäre. 

Es gilt also, in der Bevölkerung das Bewusstsein für eine Frauen-Gleichstellung zu schaffen, um langfristig ausgeglichene Werte und mehr Gender Diversity zu erreichen. 

Wege in eine gleichgestellte Berufswelt 

Um eine gleichgestellte Berufswelt für Männer und Frauen zu erreichen, gibt es einige Lösungswege. Neben der umstrittenen Frage der Frauenquote sollten auch Strukturen und Rollenklischees hinterfragt und überprüft werden. Das gilt nicht nur für Klischees, die Frauen betreffen, sondern auch für Erwartungen, die an Männer gestellt werden. 

Ein erster Schritt wäre der gleichberechtigte problemlose Antrag auf Elternzeit. Viele Unternehmen unterstützen männliche Arbeitskräfte bereits bei diesem Vorhaben. Doch oftmals haben Frauen erleichterte Prozesse und geringere Hürden, um in Mutterschutz zu gehen.  

Ein zweiter Schritt ist das Angebot von Kleinstkinderbetreuung in Unternehmen. Ein bundesweiter Ausbau verhilft Frauen, Karriere und Familie miteinander vereinen zu können und folglich Führungspositionen zu erreichen. Darauf aufbauend müssen flexible Arbeitsmodelle angeboten werden, die den Wiedereinstieg in den Beruf ermöglichen. Unternehmen sollten also eine Zukunft schaffen, die sowohl auf Männer, als auch auf Frauen abgestimmt ist.  

Um Geschäftsführungen diverser zu gestalten, müssen Frauen Anreize geboten werden, die für die Position motivieren. Nach wie vor liegt der Gender Pay Gap bei 18 Prozent. Laut des Women in Tech Reports sehen mehr als die Hälfte der 800 befragten Frauen den Ausgleich dieses Unterschieds als wichtigste Maßnahme, um mehr Frauen in Tech-Berufen für Führungspositionen motivieren zu können.

Doch ein monetärer Anreiz allein ist nicht genug. 53 Prozent der Arbeitnehmerinnen fühlen sich am Arbeitsplatz nicht ernst genommen. Eine Erkenntnis, an der Unternehmen etwas verändern müssen – durch oben genannte Ansätze sowie eine inklusive Unternehmenskultur

Neben den Aspekten, die Unternehmen und Politik bieten können, stellt sich die Frage, was wir als Gesellschaft tun können. Die Antwort: Den weiblichen Nachwuchs von Beginn an für Tech-Themen begeistern und motivieren. Wie das funktionieren kann?

Indem man Rollenklischees durch eine offene Erziehung in der Familie sowie in Bildungseinrichtungen aufbricht. Wenn sich mehr Mädchen für MINT-Fächer begeistern und auch das Gefühl bekommen, dass sie in diesen Bereichen Erfolg haben können – das beweisen die aufstrebenden Geschäftsführerinnen in der Tech-Branche unserer Zeit – , wird die Zukunft der Arbeitswelt diverser und gleichgestellter aussehen. 

Reicht Gender Diversity allein aus?

Die Digitalwirtschaft ist durch mutige und bahnbrechende Innovationen gekennzeichnet. Täglich entstehen neue spannende Ideen, Produkte, Lösungsansätze und Arbeitsplätze. Gerade der Bereich AdTech und MarTech ist durch Innovationen gekennzeichnet, um Marketing auf das nächste Level zu führen. 

Gemischte Teams fördern nachweislich die Innovationskraft, steigern die Leistung und Qualität und sorgen für den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen. Dass Diversität Vorteile für eine Firma bringt, zeigt eine Studie der Charta der Vielfalt. Nur 23 Prozent der unterzeichnenden Unternehmen geben an, dass sie keine Vorteile für sich durch Diversität erkennen. 77 Prozent meinen, dass Kreativität und Innovation durch Vielfalt gefördert wird, 76 Prozent sagen, dass durch Diversität Offenheit und Lernfähigkeit der Organisation sichergestellt wird.  

Ein gemischtes Team bedeutet nicht nur eine ausgeglichene Gruppe von Frauen und Männern. Auch Aspekte des Alters, der Herkunft beziehungsweise des Migrationshintergrundes oder der Religion spielen eine Rolle. Gender Equality ist für eine diverse und inklusive Zukunft in der Arbeitswelt also nur einer von vielen Punkten. Wenn sich Unternehmen modern positionieren und Diversität vorleben, werden sich Frauen und andere Minderheiten der Branche vermehrt bewerben und eine gleichgestellte Berufswelt ermöglichen. Dadurch ergeben sich für Unternehmen und Bewerbende gleichermaßen neue Chancen und Potenziale.

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