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1.000 Euro Krisenbonus – Bundesrat legt Veto ein

1.000 Euro Krisenbonus – Bundesrat legt Veto ein

Selina Beck | 08.05.26

Der Krisenbonus zur Entlastung der Menschen in Deutschland wurde von der Regierung als Erfolg gefeiert, wird aber vom Bundesrat abgelehnt. Er wäre wohl ohnehin nur wenigen zugutegekommen.

UPDATE

Der von der Bundesregierung vorgeschlagene und viel diskutierte Bonus von 1.000 Euro, den Unternehmen Angestellten steuer- und abgabenfrei zahlen können, wurde vom Bundesrat gestoppt. Die hohen Kosten, die im Rahmen dieser Prämie auf Länder und Kommunen zukämen, wurden zu einem weiteren Kritikpunkt, der schließlich den Ausschlag gab, weshalb der Gesetzesvorschlag beim Bundesrat nicht die nötige Mehrheit erhielt.

Die pflichtfreie Prämie hatte im Bundestag eine Zusage erhalten, wurde daraufhin aber stark kritisiert, weil schließlich die Arbeitgeber:innen sowie Länder und Kommunen die Kosten decken müssten. Auch deshalb kam es vielfach zu der Aussage, dass Unternehmen die Prämie ohnehin kaum auszahlen würden. Jetzt ist es noch möglich, dass die Bundesregierung den Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat anruft, um einen Kompromiss zu finden, wie die Tagesschau berichtet. Andernfalls fällt der Bonus komplett ins Wasser.

Dieser Beitrag erschien erstmals am 17. April 2026.


Die gestiegenen Energiekosten und extrem hohen Spritpreise bereiten vielen Menschen finanzielle Probleme. Vor allem Pendler:innen mit einem langen Arbeitsweg sind trotz gestiegener Pendlerauschale stark betroffen. Deshalb plant die Bundesregierung einen steuerfreien Bonus von 1.000 Euro. Die steuer- und abgabenfreie Pärmie kann 2026 ausgezahlt werden. Doch diese wird nicht von der Regierung, sondern von Arbeitgeber:innen getragen – wenn die das leisten können oder wollen. Kritik daran kommt von verschiedenen Seiten.

Gibt es einen Anspruch auf die 1.000-Euro-Entlastungsprämie?

Die genaue Ausarbeitung läuft aktuell noch. Aber eins ist klar: Arbeitgeber:innen sind nicht verpflichtet, den Bonus an ihre Beschäftigten zu bezahlen. Viele Stimmen aus Politik und Gesellschaft befürchten, dass nicht alle Unternehmen die Prämie auszahlen wollen oder können. Sowohl Gewerkschaften als auch Verbraucherschützer:innen kritisieren den Vorschlag. Der Vorsitzende von ver.di, Frank Werneke, bemängelt:

Die geplante steuer- und abgabenfrei Prämie von bis zu 1000 Euro davon abhängig zu machen, ob einzelne Arbeitgeber diese gnädigerweise bezahlen oder nicht, ist eine völlig verfehlte Konstruktion. Viele Beschäftigte, deren Betriebe nicht zahlen wollen oder können, werden daher in die Röhre gucken und leer ausgehen. So treibt man die Spaltung der Gesellschaft munter weiter voran.

Ein weiterer Kritikpunkt: Der Steuerbonus schließt Arbeitnehmer:innen in Elternzeit, Rentner:innen, Studierende, Arbeitslose und Selbstständige von der Entlastungsprämie aus. Dabei leiden auch diese unter steigendem Kostendruck.

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Viele Unternehmen können sich Boni wirtschaftlich nicht leisten

Auch die Arbeitgeber:innen zeigen sich nicht begeistert vom Regierungsvorschlag, selbst für Entlastung zu sorgen. Sie kritisieren die Zusatzbelastung durch den möglichen 1.000-Euro-Bonus, da sie ebenfalls unter exorbitanten Energiekosten leiden. Steffen Kampeter, Geschäftsführer der BDA (Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände), betont, dass der Krisenbonus nicht zu höheren Personalkosten führen dürfe. Außerdem vermutet er:

Es ist unrealistisch davon auszugehen, dass alle Unternehmen die Prämie zahlen können. Die Wirtschaftslage ist zu angespannt.

@tagesschau Bundesfinanzminister Klingbeil (SPD) verteidigt die Pläne der Koalition, Arbeitgebern eine steuerfreie Entlastungsprämie von bis zu 1.000 Euro für Beschäftigte zu ermöglichen. Die Prämie stößt bei Arbeitgebern auf deutliche Kritik. #arbeit#bundesregierung #nachrichten#tagesschau#news ♬ Originalton  – tagesschau

Reichen die Maßnahmen zur Entlastung der Bürger:innen und Unternehmen?

Als weitere Entlastungen wurden die Pendlerpauschale auf 38 Cent pro Kilometer erhöht und die Mietpreisbremse verlängert. Ab 2027 soll das Kindergeld ohne Antrag an die Eltern ausgezahlt werden. Die Bundesregierung will außerdem Unternehmen wirtschaftlich entlasten – etwa durch verbesserte Abschreibemöglichkeiten und die Senkung der Körperschaftsteuer. Aktuell kommen dazu die Senkung der Mineralölsteuer um rund 17 Cent pro Liter für Benzin und Diesel für zwei Monate und der Plan für eine Reform der Gesetzlichen Krankenversicherung, die die Beiträge stabilisieren und Menschen entlasten soll.

Die Maßnahmen gehen aber vielen Betrieben und Sozialverbänden nicht weit genug. So sagt etwa der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, zu der Entlastungsprämie:

Die Maßnahme ist […] sozial unausgewogen und erreicht gerade die besonders belasteten Haushalte nur unzureichend. Insgesamt weist das Maßnahmenpaket eine deutliche soziale Schieflage auf.

Immerhin, Bundeskanzler Friedrich Merz sagte im Kontext der Verkündung des Maßnahmenpakets: „Das ist erst der Anfang“. Wir dürfen auf weitere Lösungen gespannt sein. Im HR-Bereich aber bleibt für viele abzuwarten, wie viele Betriebe den Bonus tatsächlich an ihre Beschäftigten auszahlen werden.

Rechnest du mit einem Bonus? Schreib es uns gerne in die Kommentare.


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Schluss mit 08/15:

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