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Human Resources
IT-Fachkräftemangel in Deutschland verschärft sich

IT-Fachkräftemangel in Deutschland verschärft sich

Niklas Lewanczik | 05.01.22

Die Anzahl freier IT-Stellen hat laut Bitkom 2021 um zwölf Prozent zugenommen. Unternehmen erwarten sogar noch mehr Personalnot in diesem Bereich.

Die Digitalisierung gilt als Zauberwort, Leitlinie, manchmal aber nur als Buzzword auf dem gesamten Feld des Arbeitsmarkts. Allerdings halten diverse Entwicklungen in Deutschland nicht mit den Anforderungen an digitalisierte Prozesse schritt. Nicht zuletzt, weil seit Jahren ein Fachkräftemangel in der IT-Branche vorherrscht. Eine große Studie von Glaasdoor ermittelte Ende 2021 bereits, dass ein Fachkräftemangel in Deutschland auch 2022 bestehen bleiben wird. Der War for Talents wird sich daher nurmehr verschärfen. Diese Prognose wird nun durch eine Analyse des Bitkom untermauert. Demnach dürfte sich der Mangel im Bereich IT 2022 deutlich verstärken.

Zwei Drittel der Befragten erleben IT-Fachkräftemangel

Im Jahr 2021 fehlten über 96.000 Fachkräfte im IT-Bereich für die Digitalisierung der Wirtschaft. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Bitkom unter 851 Geschäftsführer:innen und Personalverantwortlichen von Unternehmen. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg von zwölf Prozent.

Die unbesetzten IT-Stellen wuchsen 2021 wieder an, mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht
Die unbesetzten IT-Stellen wuchsen 2021 wieder an (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © Bitkom

Nur einmal, im Jahr 2019, war die Zahl seit Beginn der Erhebung höher. Rund zwei Drittel (65 Prozent) der Befragten gaben Ende 2021 an, dass sie in ihren Unternehmen einen IT-Fachkräftemangel sehen würden. Ähnlich viele (66 Prozent) gehen von einem künftig noch stärkeren Fachkräftemangel aus.

Digitalisierung ist die Antwort auf Pandemie, Standortwettbewerb und Klimakrise, aber es fehlt an Expertinnen und Experten, um die Digitalisierung zu gestalten und zu treiben. Der IT-Fachkräftemangel trifft im Übrigen nicht nur die Wirtschaft, sondern auch den Staat, der bei der Besetzung von IT-Jobs oft das Nachsehen hat. Die angespannte Situation auf dem IT-Arbeitsmarkt bremst die Digitalisierung. In Corona-Zeiten ist überall spürbar geworden, dass wir an Tempo zulegen müssen. Umso ernüchternder ist es, dass dafür an vielen Stellen Fachkräfte und Know-how fehlen,

sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. Um dem entgegenzuwirken, fördert der Bitkom die bessere Aus- und Weiterbildung und die Stärkung von Frauen in der IT sowie die Förderung qualifizierter Zuwanderung.

Programmierer:innen und IT-Administrator:innen besonders gesucht

In der Branche sind verschiedene Berufsprofile sehr gefragt. Insbesondere Expert:innen im Bereich Software-Entwicklung sind auf dem Arbeitsmarkt sehr populär. Software-Entwickler:innen und Software-Architekt:innen werden von 41 Prozent der Unternehmen gesucht. Zudem möchten 18 Prozent der Befragten IT-Projektmanager:innen beziehungsweise IT-Projektkoordinator:innen einstellen. 13 Prozent suchen IT-Anwendungsbetreuer:innen beziehungsweise IT-Administratoren.

Data Scientists beziehungsweise Big Data Experts sind für immerhin sieben Prozent auf der Gesucht-Liste. Und in jeweils vier Prozent der befragten Unternehmen sind Stellen für Datenschutz-Profis mit IT-Qualifikation sowie IT-Sicherheitsexpert:innen vakant. Berg ergänzt zu diesen Erkenntnissen:

Der sich verschärfende Mangel an IT-Spezialistinnen und -Spezialisten wächst sich zu einer ganz realen Bedrohung für Deutschlands große Transformationsaufgaben aus. Das Thema digitale Bildung gehört ganz oben auf die Prioritätenliste der neuen Bundesregierung.

Wer die eigene Karriere gerade plant, sich umorientieren möchte oder im HR-Bereich arbeitet und die Digitalisierung vorantreiben möchte, sollte die Entwicklungen bezüglich der IT-Jobs im Auge behalten; denn diese werden in Zukunft von besonderer Relevanz für die gesamte Wirtschaft sein. Auch zählen Jobs wie solche der Software-Architekt:innen zu den bestbezahlten des Landes.

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