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Human Resources
In diesen Branchen passieren die meisten Arbeitsunfälle – Fertigungsindustrie mit höchster Verletzungsrate

In diesen Branchen passieren die meisten Arbeitsunfälle – Fertigungsindustrie mit höchster Verletzungsrate

Marié Detlefsen | 09.02.24

Eine neue Studie beleuchtet die verletzungsanfälligsten Branchen in Deutschland. Erfahre, in welchen Bereichen die häufigsten Arbeitsunfälle passieren und wie hoch das Verletzungsrisiko in deiner Branche ist. 

Arbeit ist oft mit Risiken verbunden, und in einigen Berufen ist das Risiko von Arbeitsunfällen leider unvermeidlich. Doch was genau ist ein Arbeitsunfall? Ein Arbeitsunfall wird definiert als ein plötzliches Ereignis bei der Arbeit, das zu einer Verletzung oder sogar zu einer Arbeitsunfähigkeit der Arbeitnehmer:innen führen kann. Dabei müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein, wie etwa die Tatsache, dass der Unfall während der Arbeit oder auf dem Weg zum oder von dem Unternehmen aus passiert ist. Die genauen Kriterien können je nach Land variieren, aber die Essenz bleibt gleich: Ein Arbeitsunfall ist ein unerwünschtes Ereignis, das die Gesundheit oder das Leben von Angestellten beeinträchtigt.

In diesem Rahmen haben Branchenexpert:innen von Lebenslaufapp.ch eine Studie durchgeführt, um die verletzungsanfälligsten Branchen in Deutschland, der Schweiz und Österreich zu identifizieren. Sie analysierten die Daten über einen Zeitraum von zehn Jahren (von 2012 bis 2021) und betrachteten dabei die Gesamtzahl der nicht tödlichen Verletzungen in verschiedenen Branchen sowie die Gesamtzahl der Beschäftigten. Wir stellen die Ergebnisse vor.

Körperlich anspruchsvolle Jobs haben ein höheres Verletzungsrisiko

Die Ergebnisse bieten einen Einblick in die Verteilung von Arbeitsunfällen über verschiedene Wirtschaftszweige hinweg. Dabei wird schnell ersichtlich, dass die Fertigungsindustrie in Deutschland bundesweit fast ein Viertel (24,3 Prozent) der Arbeitsunfälle verzeichnet. Diese Quote liegt fast zehn Prozentpunkte höher als in der Schweiz (15,27 Prozent). Mit einer Gesamtzahl von 159.216.683 Beschäftigten zwischen 2012 und 2021 und einer individuellen nicht tödlichen Verletzungsrate von 1,3 Prozent ist die Fertigungsindustrie die Branche mit den meisten Arbeitsunfällen. In ähnlichem Maße tragen die Gesundheitsbranche und Sozialarbeit sowie die Transport- und Lagerbranche zu nicht tödlichen Verletzungen bei, wobei die Verhältnisse in Deutschland, Österreich und der Schweiz variieren.

Das Bauwesen steht für etwa jeden siebten (13,53 Prozent) Arbeitsunfall in Deutschland. Dies ist teilweise auf die physisch anspruchsvollen und gefährlichen Bedingungen zurückzuführen, denen Bauarbeiter:innen ausgesetzt sind. Ähnliches gilt für landwirtschaftliche Berufe, einschließlich Forstwirtschaft und Fischerei (6,43 Prozent), obwohl die Wahrscheinlichkeit, einen Arbeitsunfall zu erleiden, aufgrund der geringeren Belegschaft in diesen Bereichen niedriger ist: bei Landarbeiter:innen bei 1 zu 20, bei Bauarbeiter:innen bei 1 zu 50 Arbeitnehmenden.

In diesen Branchen gibt es die meisten Arbeitsunfälle.
In diesen Branchen gibt es die meisten Arbeitsunfälle, © Lebenslaufapp.ch (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht)

Im Groß- und Einzelhandel, einschließlich Kfz-Reparaturen, ereignet sich jeder achte Arbeitsunfall in Deutschland. Mit über 100 Millionen mehr Beschäftigten als in der Schweiz, ist der Groß- und Einzelhandel die zweitgrößte Branche Deutschlands. Die Wahrscheinlichkeit hier einen Arbeitsunfall zu erleiden liegt folglich nur bei 1 zu 100 Arbeitnehmenden.

Trend der Arbeitsunfälle stimmt mit Österreich und Schweiz überein

Die Untersuchung von Lebenslaufapp.ch zeigt außerdem interessante Unterschiede zwischen den Ländern auf: Auch in Österreich ist die Fertigungsindustrie die gefährdetste Branche, wobei sie für 22,35 Prozent der Verletzungen verantwortlich ist. In der Schweiz hingegen machen Verletzungen in der Herstellung den zweithöchsten Anteil aus und tragen insgesamt zu jeder sechsten Verletzung bei (15,27 Prozent).

Des Weiteren sind Bauarbeiter:innen einem erhöhten Verletzungsrisiko am Arbeitsplatz ausgesetzt, insbesondere in der Schweiz (23,94 Prozent) und Österreich (19,12 Prozent). Interessanterweise zeigen die Daten, dass Bauunfälle in Deutschland im Vergleich zu Österreich und der Schweiz einen deutlich geringeren Anteil an der Gesamtzahl der nicht tödlichen Verletzungen ausmachen (13,53 Prozent). Während der Groß- und Einzelhandel in Deutschland und Österreich zudem den dritthöchsten Anteil der Arbeitsunfälle ausmachen, liegt dieser in der Schweiz nur auf dem vierten Platz (11,57 Prozent) und befindet sich hinter dem Verwaltungsdienst (12,81 Prozent).

Sicherheitsvorkehrungen sollen Arbeitsunfälle reduzieren

Die Studie verdeutlicht, dass Arbeitsunfälle in verschiedenen Branchen eine ernstzunehmende Herausforderung darstellen. Um das Risiko von Arbeitsunfällen zu minimieren, sollten Unternehmen und Arbeitgeber:innen geeignete Sicherheitsvorkehrungen und Schulungen implementieren. Dies kann die Einführung von Sicherheitsrichtlinien, die Bereitstellung angemessener Schutzausrüstung und die Schulung der Mitarbeiter:innen in Sicherheitsverfahren umfassen. Durch proaktive Maßnahmen können Arbeitsunfälle reduziert und die Sicherheit und das Wohlergehen der Beschäftigten besser gewährleistet werden. Du möchtest mehr zum Versicherungsschutz erfahren oder wissen, was als Arbeitsunfall im Home Office zählt? Dann schaue dir folgenden Artikel an:


Mobiles Arbeiten 101:

Unfallschutz, Arbeitsplatz im Ausland und Co.

So sieht es rechtlich mit Arbeitsunfällen im Home Office aus.
© Dillon Shook – Unsplash

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