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Human Resources
Generation Krise: Existenzangst bei der Generation Z

Generation Krise: Existenzangst bei der Generation Z

Selina Beck | 19.09.22

Das aktuelle Karrierebarometer zeigt eine erschütternde Situation bei Studierenden und Absolvent:innen.

Coronapandemie, Ukrainekrieg und Inflation: Eine Krise folgt zurzeit der nächsten. Das macht sich auch bei der Generation Z bemerkbar: Der akademische Nachwuchs ist laut des aktuellen JobTeaser-Karrierebarometers Young Talents orientierungslos, besorgter denn je und zum Teil auch in existenzieller Not.  

Fast 60 Prozent der Absolvent:innen fürchten, ihr Leben nicht finanzieren zu können

Im August 2022 wurden für das Karrierebarometer knapp 2.000 Studierende und Absolvent:innen befragt. Die Ergebnisse sind zum Teil schockierend. 78 Prozent der Studierenden und 93 Prozent der Absolvent:innen auf Jobsuche sorgen sich um ihren beruflichen Lebensweg. Vor zwei Jahren waren das nur 21 Prozent der Studierenden.

Fast 90 Prozent der Befragten haben zudem keinen klaren Karriereweg mehr vor Augen. Die meisten jungen Talente wissen inzwischen kaum mehr, was sie in der Arbeitswelt erwartet. Die Studienautor:innen führen dies unter anderem auf das Wegfallen von Praktika und Nebenjobs zurück.

Dies sorgt neben der fehlenden Praxiserfahrung auch für finanzielle Probleme: So fürchten 44 Prozent der Studierenden und 59 Prozent der Absolvent:innen, ihr Leben nicht finanzieren zu können. Svenja Rausch, Head of Communication bei JobTeaser, stellt fest:

Die vorgesehene Einmalzahlung von 200 Euro ist angesichts der Rahmenbedingungen eher ein Tropfen auf den heißen Stein. Seit der ersten Befragung Anfang 2020 hat die Besorgnis konstant zugenommen. Mittlerweile sind es konkrete Zukunftsängste und existenzielle Nöte.

Das Gehalt stellt das wichtigste Kriterium bei der Arbeitgeber:innenwahl mit 59 Prozent dar. Die Work-Life-Balance ist für 54 Prozent am wichtigsten.

© JobTeaser

Werte sind weiterhin relevant

Wichtig ist der jungen Generation nach wie vor ihr Wertesystem: 83 Prozent der Teilnehmer:innen wünschen sich, dass sowohl ihre Tätigkeiten sinnstiftend sind als auch ihre künftigen Arbeitgeber:innen ethischen Prinzipien folgen und etwa Gleichberechtigung oder Nachhaltigkeit fördern. Die Mehrheit der Nachwuchstalente plädiert des Weiteren mit 59 Prozent für hybrides Arbeiten, 25 Prozent wollen überwiegend oder ausschließlich im Büro arbeiten und 15 Prozent sprechen sich für reines Home Office aus.

Allerdings fürchten 34 Prozent der Absolvent:innen auf Jobsuche, sich nicht in ein Team einfinden zu können. Für den Emotionsforscher Markus Küppers ist dies eine Folge der sozialen Isolation:

Nach langer Zeit allein zuhause gibt es zwangsläufig Schwierigkeiten mit der Wiedereingliederung in Präsenzstrukturen. Wird man der Etikette gerecht? Kann man sich unterordnen? Sogar die Frage, was man anziehen soll, kann zur Herausforderung werden.

Young Talents setzen auf Sicherheit

Wegen der Existenzängste ist das Bedürfnis nach Sicherheit bei den Befragten hoch. 70 Prozent der jungen Talente können sich vorstellen, in den nächsten zehn Jahren Führungsverantwortung zu übernehmen. Eine weitere positive Nachricht für die Arbeitgeberinnen: Über die Hälfte der Young Talents kann sich vorstellen, mindestens zehn Jahre oder sogar unbefristet in einem einzigen Unternehmen zu arbeiten. 73 Prozent der Teilnehmer:innen wünschen sich einen unbefristeten Arbeitsvertrag.

Laut den Expert:innen sind Unternehmen dazu gefordert, dem Nachwuchs klare Perspektiven zu bieten. Svenja Rausch sagt dazu:

Die jungen Talente suchen mittlerweile händeringend nach konkreter Beratung und Wegweisern in die Arbeitswelt. Sie sind orientierungslos und haben Existenzängste. Unternehmen sollten Abhilfe schaffen, wo immer sie können. Damit wirken sie aktiv dem eigenen Fachkräftemangel entgegen.

Auch die existenziellen Sorgen sollten ernst genommen werden. Mithilfe von bezahlten Pratika, Werkstudierendenstellen und der Vergabe von Stipendien könne hier entgegengewirkt werden.

Kommentare aus der Community

Ulrich Hunecke am 19.09.2022 um 15:10 Uhr

Liebe Generation Z,
das Leben geht IMMER weiter, sagt Euch ein FÜNFUNDFÜNZIGjähriger alter weißer Mann. Angst wird jeder Generation gemacht, ob mit dem Waldsterben, nuklearem Overkill oder als überflüssiger Arbeiter wegen der wirtschaftlichen Öffnung nach Osten (über alles spricht schon lange keiner mehr). Bei Euch ist es eben der Klimawandel, Ukraine-Russland-Krieg oder brandaktuell die Inflation. Glaubt an Euch, der Fachkräftemangel ist riesig, Ihr werdet alle Euren Weg erfolgreich machen!
Viel Erfolg, haltet die Ohren steif, Nase in den Wind
Yoric

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