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Human Resources
9 Tipps, wie Arbeitgeber sich glaubhaft positiv auf Kununu präsentieren
© John Schnobrich - Unsplash

9 Tipps, wie Arbeitgeber sich glaubhaft positiv auf Kununu präsentieren

Merle Blankenfeld | 12.12.19

Negativurteile auf Kununu können potenzielle Bewerber abschrecken. So gehen Unternehmen smart mit der Arbeitgeber-Bewertungsplattform um.

Kununu zählt in Deutschland zu den wichtigsten Arbeitgeber-Bewertungsportalen. Viele Interessenten schauen inzwischen zuerst, was andere Bewerber, aktuelle oder ehemalige Mitarbeiter über ein Unternehmen zu sagen haben, bevor sie überhaupt in Betracht ziehen würden, sich dort zu bewerben. So bietet Kununu Außenstehenden die seltene Chance, tatsächlich einen echten und ehrlichen Einblick hinter verschlossene Türen potenzieller Arbeitgeber zu erhaschen. Ein Grund zu zittern für Unternehmen? Nicht, wenn der Bewerbungsprozess gut strukturiert und transparent abläuft und interne Kommunikation sowie allgemeine Wertschätzung der Mitarbeiter innerhalb der Organisation genügend Aufmerksamkeit bekommen. Im besten Fall können Arbeitgeber Kununu als Tool für Employer Branding in ihre Strategie aufnehmen. Mit diesen Tipps könnt ihr die Plattform für euch nutzen und glaubhaft smart mit negativen Bewertungen umgehen – und dabei Kommunikationsvermögen, Kritikfähigkeit und Offenheit unter Beweis stellen.

1. Keine Fake-Bewertungen 

Viele Unternehmen schreiben immer noch völlig unglaubwürdige Lobhudeleien, denen man beim ersten Drüber-Scrollen anmerkt, dass sie gefälscht sind. Zehn aufeinanderfolgende Rezensionen, in denen euer Unternehmen über den grünen Klee gelobt wird und absolut nichts Verbesserungswürdiges zu erkennen ist, nimmt euch keiner ab. Und das wirkt am Ende abschreckender als eine echte Bewertung, die sowohl positive als auch negative Eigenschaften des Arbeitgebers nennt. Lasst also lieber gleich die Finger von Fakes.

2. Die Mitarbeiter zum Bewerten auffordern

Eure Mitarbeiter sind euer größtes Asset auf dem Markt um begehrte Fachkräfte. Ein zufriedener Angestellter ist heute oft ein mindestens ebenso wichtiges Argument bei möglichen Bewerbern wie der obligatorische Obstkorb oder das 13. Gehalt. Ermuntert die Mitarbeiter also immer wieder, auf Kununu eine Bewertung zu schreiben. Ein weiterer Faktor: Je mehr Bewertungen ihr insgesamt auf eurem Profil verzeichnen könnt, desto besser steht ihr allgemein dar – und desto weniger fallen einzelne Rezensionen von unzufriedenen Mitarbeitern ins Gewicht.

3. Alle Mitarbeiter mit einbeziehen

Hier ist ganz wichtig: Fordert nie nur einen bestimmten Teil der Belegschaft auf, euch zu bewerten – etwa die Führungsetage. Dieser vermeintliche Trick für bessere Bewertungen geht in der Regel nach hinten los. Solche Infos landen nämlich dank Flurfunk und Co. immer auch bei den Mitarbeitern, von denen ihr nicht unbedingt eine Bewertung möchtet, weil sie nicht so rosig ausfallen könnte. Bleibt also fair und ehrlich und bittet regelmäßig alle Mitarbeiter darum, euch ihr Feedback zu geben. Wenn ihr hier etwas zu „befürchten” habt, solltet ihr euch den Kritikpunkten lieber stellen und schauen, was es in Sachen Mitarbeiterführung zu verbessern gibt.

4. Bewertungen in den Bewerbungsprozess integrieren

Aber nicht nur bestehende Mitarbeiter sollten euch unbedingt auf Kununu bewerten, auch Bewerber solltet ihr unbedingt um ehrliche Rückmeldung zum Prozess bitten. Weist also am besten schon im regelmäßigen E-Mail-Verkehr rund um die Bewerbung auf euer Kununu-Profil und die Möglichkeit der Bewertung hin. Vielleicht bauen die Kollegen des HR-Team den Punkt sogar in den Mail-Abbinder ein. Das signalisiert dem potenziellen Mitarbeiter, dass ihr offen und wirklich interessiert an ehrlichem Feedback seid, und zeigt, dass ihr nichts zu verbergen habt. Darüber hinaus können Bewertungen von Bewerbern über den Prozess ebenso wertvoll wie die von bestehenden Mitarbeitern sein.

5. Auf negative Bewertungen antworten

Egal, wie gut eure Unternehmenskultur ist – es wird auch negative Bewertungen geben. Die sind nicht nur eine Chance für euch, Missstände aufzutun und wirklich an Fehlern zu arbeiten, sondern vor allem eine Möglichkeit, eure Kommunikationsfähigkeit unter Beweis zu stellen. Antwortet also unbedingt darauf, bezieht Stellung, hakt nach. Signalisiert Offenheit für einen Dialog mit dem unzufriedenen Mitarbeiter oder Bewerber.

6. Kein stumpfes Copy and Paste

Das sollte eigentlich klar sein, aber man sieht es leider noch viel zu häufig: Viele Human Resources Manager antworten zwar auf schlechte Rezensionen ihres Unternehmens – allerdings kopieren sie nur die immer gleichen Standardantworten. Das wirft natürlich kein gutes Licht auf eure Mitarbeiterwertschätzung. Antwortet also individuell auf die konkrete Kritik. So zeigt ihr, dass euch das Thema – und die Person – wichtig sind.

7. Direkte Konfrontation vermeiden

Natürlich dürft und sollt ihr widerlegen, wenn ein frustrierter Mitarbeiter oder Bewerber offensichtlich die Unwahrheit sagt. Habt aber im Hinterkopf: Ein potenzieller Bewerber wird instinktiv eher seinesgleichen glauben als dem Personalteam des Unternehmens. Vermeidet also einen giftigen Schlagabtausch und die direkte Konfrontation. Antwortet sachlich mit Fakten. Wenn ein Mitarbeiter sich also zum Beispiel über die hohe Fluktuation im Unternehmen auslässt, antwortet freundlich, aber bestimmt mit Zahlen, die belegen, dass die Mitarbeiter bei euch im Vergleich zu ähnlichen Unternehmen nicht kürzer, sondern vielleicht sogar deutlich länger bleiben.

8. Persönlichen Kontakt anbieten

Bei den Antworten auf negative Kommentare solltet ihr immer signalisieren, dass ihr offen für ein Gespräch seid. Unterschreibt eure Stellungnahmen also nicht einfach mit „Dein HR-Team”, sondern namentlich mit Kontaktmöglichkeit, am besten E-Mail-Adresse und Telefonnummer. Es ist wichtig, dass ihr hier nicht anonym und unnahbar wirkt, sondern persönlich und menschlich.

9. Feedback ernst nehmen

Noch wichtiger als der richtige öffentliche Umgang mit negativen Bewertungen ist allerdings, dass ihr euch die Kritik zu Herzen nehmen und an den Punkten arbeitet, die immer wieder auf Kununu und Co. auftauchen. Natürlich muss nicht jeder haltlose Vorwurf eines allgemein frustrierten Mitarbeiters in großer Runde diskutiert werden. Wenn aber immer wieder Kritikpunkte zur internen Kommunikation oder den Führungskräften auftauchen, lohnt es sich vielleicht, dort mal genauer hinzuschauen und gegebenenfalls Maßnahmen einzuleiten – seien es nun ein interner Blog für wichtige Ankündigungen oder Führungs-Coachings. Denn noch relevanter als die digital dokumentierte Zufriedenheit der Mitarbeiter auf Kununu sollte schließlich die reale im Unternehmen sein.