Hüttenbauen in Uganda oder Reise zum Kilimandscharo – Kuriose Benefits für Arbeitnehmer in Deutschland

Kurios oder sinnvoll? Warum nicht beides! – 12 merkwürdige aber clevere Benefits in der Arbeitswelt Deutschlands.

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Heutzutage bieten viele Firmen mehr und mehr Vorteile an, die sich positiv auf die Work-Life-Balance auswirken und neue Mitarbeiter anlocken sollen. Glassdoor hat einige der kuriosesten Benefits in einer Liste gesammelt.

Ob bezahlter Urlaub oder verlängerte Elternzeit – alles, was einem früher oder später zugute kommen könnte, trägt zu der Auswahl einer Arbeitsstelle bei. Immerhin geht es um den Ort, an dem man voraussichtlich einen Großteil der nächsten 40 Jahre verbringen wird. Doch selbst wenn man nicht vor hat, für immer in ein und demselben Büro zu bleiben, aus welchen Gründen auch immer, ist es trotzdem gut zu wissen, wo es angebracht ist ein Nickerchen zu machen und wo dies eher als schlechte Arbeitsmoral gesehen wird.

Napping Rooms, Deskbikes und Meditation

Besonders wenn man in Berufen tätig ist, die größtenteils im Büro, also sitzend, ausgeübt werden oder solche, die körperlich besonders belastend sind, ist es wichtig, sich selbst eine Pause zu gönnen; sei es mit einem Nickerchen, einem kleinen Workout direkt am Arbeitsplatz oder einer Runde meditieren. Das Gleiche haben sich wohl auch Delivery Hero, die Deutsche Telekom und SAP gedacht, denn diese Unternehmen haben dem Burnout den Krieg erklärt. Die in Berlin stationierte Lieferdienstfirma Delivery Hero bietet ihren Lieferanten einen Napping Room, der für sie zwischen Lieferungen für einen Power Nap auf einer Hängematte oder einer Schlafcouch bereit steht . Das zentral in Bonn gelegene Telekommunikationsunternehmen Deutsche Telekom hingegen bietet ein Deskbike als Wachmacher; ein Heimtrainer direkt am Arbeitsplatz – so wird nicht nur der Kopf fit gehalten. SAP, Marktführer für Geschäftssoftware, hat hier wohl die goldene Mitte gefunden. Diese Firma bietet ihren Angestellten die Möglichkeit, in einem Raum mit einem geschultem „Direktor der Achtsamkeitspraxis“ zu meditieren und zu entspannen – mit überwältigend positivem Feedback.

Drei Monate Sabbatical, Home Office, Freistellung für soziales Engagement und Drei Monate Pflegezeit

Mit der Zeit wurden Auszeiten und Home Office immer wichtiger für Arbeitnehmer. Es gibt ihnen die Möglichkeit, Zeit mit ihren Liebsten zu verbringen und senkt den Stressfaktor. Wer würde denn nicht gerne wissen, dass es in Ordnung ist, wenn man sich ein paar Tage oder sogar Wochen freinimmt, um sich um einen erkrankten Verwandten zu kümmern? Und das auch noch bezahlt! McKinsey & Company, Cisco Systems, Henkel und Porsche sind auf diesem Gebiet ganz vorn mit dabei und bieten ihren Mitarbeitern reichlich Zeit für Soziales Engagement. Die Unternehmens- und Strategieberatungsfirma McKinsey & Company gibt ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, zwischen Projekten bis zu drei Monate frei zu nehmen, ohne einen Grund nennen zu müssen. Das Gehalt wird währenddessen teilweise weiter gezahlt und das Programm nennt sich Take Time – sehr passend. Das US-amerikanische Unternehmen aus der Telekommunikationsbranche Cisco Systems, ermutigt seine Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz frei zu wählen und selbst zu entscheiden, ob sie lieber von Zuhause arbeiten oder ins Büro kommen wollen. Einige der Mitarbeiter arbeiten sogar ausschließlich von Zuhause. Der in Düsseldorf ansässige Hersteller Henkel ermutigt seine Angestellten zur sozialen Arbeit unter dem Namen Miteinander im Team. Für diese Initiative können sie eine Geld- oder Sachspende und bis zu fünf bezahlte Tage im Jahr frei bei ihrem Unternehmen beantragen, während sie sich sozialen Projekten widmen, wie Brücken in Vietnam bauen oder ein Waisenhaus in Uganda unterstützen. Die Angestellten des Deutschen Autoherstellers Porsche brauchen sich keine Sorgen machen, falls sie sich einmal länger um einen erkrankten Verwandten kümmern, denn unter Porsche Pflegezeit, ist es ihnen möglich, sich eine Auszeit von bis zu drei Monaten zu nehmen und trotzdem 75 Prozent ihres Bruttogehalts zu bekommen.

Berge besteigen, Konzerte, Barber Shop und Freibier

Je ausgefallener desto besser! Mit den kuriosesten Vorteilen versuchen Firmen neue Mitarbeiter anzulocken und Upstalsboom, Würth, Puma und die Paulaner Brauerei kriegen von uns ein goldenes Sternchen für besonderen Einfallsreichtum. Die Hotelkette Upstalsboom, schickte ihre Auszubildenden im Jahre 2016 auf den Berg Kilimandscharo. 2018 reisten sie sogar zum nördlichen Polarkreis – Bewerbende sollten idealerweise also wetterfest sein. Das Großhandelsunternehmen Würth hat ein eigenes Musik Festival – Würth Open Air – auf dem Revolverheld, Die Fantastischen Vier und Sting zuletzt für Stimmung sorgten. Mitarbeiter von Sportartikelanbieter Puma, dürfen sich auf Wellness-Tage freuen, denn das Unternehmen bietet einen Barber Shop, der regelmäßig während den Arbeitszeiten besuchbar ist. Dort werden Haarschnitte, Rasuren und Nagelpflege angeboten – im Anschluss besteht dann die Möglichkeit, im kostenlosen Fitness-Center aus einer Vielzahl von Angeboten – von Yoga bis Kung-Fu – zu wählen. In der Paulaner Brauerei erhält jeder Mitarbeiter 78 Bierzeichen im Monat. Ein Bierzeichen hat den Gegenwert von einem Maß Bier – und falls man keine der alkoholischen Getränke ansprechend findet, oder noch einen Kater vom Vortag hat, kann man diese Bierzeichen auch gegen nicht-alkoholische Getränke tauschen.

Hunde am Arbeitsplatz

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss. Beim Online-Immobilien-Service Scout24, ist es mehr als gern gesehen, wenn man seinen Vierbeiner mit an den Arbeitsplatz bringt – für Hundeliebhaber und Hundebesitzer natürlich mehr als ideal. Seinen Liebling Zuhause zu lassen und der Welpenblick jeden Morgen wenn man durch die Tür geht – ein Mensch kann nur soviel aushalten.

Eine Sache kann man aus dieser bunten Mischung von Benefits am Arbeitsplatz herauslesen: Freizeit und Home Office werden immer relevanter. Die Flexibilität, die geboten wird, wenn man von seinem Zuhause aus arbeiten kann, ist immer noch unübertroffen, und auch die Sicherheit, dass man seinen Job nicht gefährdet, auch wenn man einmal länger fortbleiben muss, ist elementar. Das Leben hält viele Unberechenbarkeiten bereit und wenn das Unternehmen, dem man einen großen Teil seines Lebens widmet, einem dem Rücken stärkt, wirkt es alles gleich ein bisschen weniger beängstigend.

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