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Digitalisierung
Digitale Sicherheit im Home Office: Mitarbeiter sind oft zu unvorsichtig

Digitale Sicherheit im Home Office: Mitarbeiter sind oft zu unvorsichtig

Michelle Winner | 17.12.20

Das gleiche Passwort für alle Anwendungen und die private Nutzung des Diensthandys stellen ein Risiko während der Heimarbeit dar. Aufklärung seitens der Arbeitgeber ist daher unbedingt notwendig.

Während der Coronapandemie haben viele Arbeitnehmer und auch Arbeitgeber die Arbeit im Home Office schätzen gelernt. Die Vorteile sind inzwischen mehrfach untersucht worden und viele Mitarbeiter wünschen sich die Option auf Heimarbeit auch nach Ende der Krise. Gleichzeitig steht jedoch fest, dass es noch viele Baustellen beim Thema Home Office gibt. Eine von ihnen ist die digitale Sicherheit. So hat eine vom Sicherheitsspezialisten CyberArk beauftragte Studie gezeigt, dass es in diesem Feld erhebliche Mängel gibt.

Sicherheitsrichtlinien werden umgangen

Im Rahmen der Studie wurden 2000 Arbeitnehmer aus Deutschland, Großbritannien, Deutschland und den USA, die derzeit im Home Office tätig sind, befragt. Die Ergebnisse dürften manchen Arbeitgeber staunen lassen: 59 Prozent der Befragten gaben an, dass sie bewusst die Sicherheitsrichtlinien ihres Unternehmens umgehen, um so produktiver arbeiten zu können. Das beinhaltet das Weiterleiten firmeninterner Dokumente an die private Mail-Adresse und die Installation von eigentlich verbotenen Anwendungen auf Geräten, die für die Arbeit genutzt werden.

Gerade der letzte Punkt lässt sich jedoch kaum vermeiden, wenn beispielsweise zur Arbeit im Home Office der private Computer genutzt werden muss. Abgesehen davon geben viele Arbeitnehmer aber auch ihre Passwörter an Kollegen weiter. Das kann zwar Arbeitsprozesse vereinfachen, stellt aber auch ein großes Sicherheitsrisiko dar.

Die Sache mit den Passwörtern

Und apropos Passwörter: 91 Prozent der Befragten nutzen dasselbe Passwort für verschiedene Programme und Server. Heißt, der Diebstahl dieses Sicherheitscodes ermöglicht den Zugriff auf mehrere Stellen. Aus diesem Grund wird empfohlen, verschiedene Passwörter zu nutzen und diese auch in regelmäßigen Abständen zu wechseln, gerade wenn es um sensible Daten und wichtige Programme geht.

Ein weiteres Problem stellt die Nutzung von Dienstgeräten für private Zwecke dar. 54 Prozent der Befragten haben diesen Punkt zugeben, heißt, sie schreiben beispielsweise private WhatsApp-Nachrichten vom Diensthandy oder installieren Spiele-Apps. 34 Prozent gehen sogar so weit, dass sie anderen Haushaltsmitgliedern die Nutzung der Dienstgeräte erlauben – beispielsweise fürs Online Shopping oder fürs Gaming.

Braucht es mehr Aufklärung über digitale Sicherheit?

Doch woran liegt es, dass Arbeitnehmer anscheinend so leichtfertig mit sensiblen Daten umgehen? Die Hälfte sagt schließlich aus, dass sie an Schulungen zur digitalen Sicherheit im Home Office teilgenommen hätte. CyberArk sieht fehlendes Wissen als Auslöser für die beschriebenen Verhaltensweisen. Viele Mitarbeiter sind sich offenbar nicht bewusst, wie riskant ihre Handlungen sind und welche Folgen sie haben können.

Doch anstatt jetzt die Arbeit im Home Office aufgrund dieses Problems zu verurteilen, sollte eine effektive Lösung gefunden werden. Arbeitgeber sollten in eine nachhaltige Aufklärung investieren und konkret erläutern, wieso beispielsweise die private Nutzung von WhatsApp auf dem Diensthandy problematisch oder das Teilen von Passwörtern problematisch sind. So kann die Problematik den Mitarbeitern eher verständlich gemacht und dadurch für mehr Sicherheit gesorgt werden.

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