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Büroalltag
Rückblick aufs Arbeitsjahr 2021: Wie glücklich waren Angestellte am Arbeitsplatz?

Rückblick aufs Arbeitsjahr 2021: Wie glücklich waren Angestellte am Arbeitsplatz?

Michelle Winner | 17.12.21

Viele Mitarbeiter:innen sind trotz Pandemiestress zufrieden mit ihrem Job – dennoch suchen sie bereits nach einer neuen Arbeit. Diese und viele weitere interessante Erkenntnisse bringt eine Studie von awork und Appinio.

2021 ist so gut wie vorbei und viele Arbeitnehmer:innen und Unternehmen verabschieden sich schon bald in die verdiente Weihnachtspause. Zurück bleibt die Frage, wie es Angestellten im Laufe des Jahres ergangen ist. Um uns selbst ein Bild davon zu machen, ermitteln wir derzeit via LinkedIn-Umfrage, wie Beschäftigte im nächsten Jahr arbeiten möchten. Und auch das Work Management Tool awork hat sich in Zusammenarbeit mit Appinio dieser Frage gestellt und in einer Studie untersucht, wie glücklich und zufrieden Arbeitnehmer:innen in 2021 waren.

Glücklich, aber dennoch auf der Suche nach etwas Neuem

Im Rahmen der Studie wurden knapp 1.040 Arbeitnehmer:innen aus Deutschland befragt, die in verschiedenen Branchen tätig sind und nach unterschiedlichen Arbeitsmodellen arbeiten. Dabei kam heraus, dass 43,1 Prozent glücklich mit ihrer derzeitigen Arbeitssituation sind und weitere 33,1 Prozent zumindest eher glücklich sind. Diese Ergebnisse suggerieren, dass die meisten Arbeitnehmer:innen das Beste aus dem Pandemiejahr gemacht haben und vielleicht auch aus Rückschlägen und Fehlern aus 2020 gelernt haben. In Sachen Arbeitsmodelle ist zudem ein Umschwung bemerkbar: Während zwar 51,6 Prozent noch komplett vor Ort im Büro arbeiten, sind 18,9 Prozent remote tätig. Bei 29,5 Prozent sind die Arbeitgeber:innen bereits auf ein hybrides Arbeitsmodell umgestiegen.

Der Großteil der Befragten schätzt außerdem das Arbeitsklima im Unternehmen als positiv ein, was vermutlich großen Einfluss auf das Glücklichsein hat. Doch trotz der scheinbaren Zufriedenheit geben knapp 30 Prozent an, dass sie bereits aktiv nach einem neuen Job suchen. Weitere 36,7 Prozent könnten sich zumindest eine neue Arbeit vorstellen, wenn sie dadurch glücklicher werden und 33,7 Prozent planen derzeit keinen Jobwechsel. Es zeigt sich, dass unglückliche Mitarbeiter:innen nur schwer im Unternehmen zu halten sind, aber auch dass die Aussicht auf mehr Glück Angestellte zum Gehen bewegen kann – selbst wenn diese zufrieden sind. Unternehmen müssen hier einhaken und Maßnahmen ergreifen, um Talente zu halten.

Das ist Beschäftigten wichtig bei der Arbeit

Die Arbeitnehmer:innen wurden auch befragt, was ihnen am wichtigsten hinsichtlich der Zufriedenheit am Arbeitsplatz ist. Die folgenden Faktoren wurden dabei als wichtig oder sogar sehr wichtig genannt:

  • Attraktives Gehalt (89,4 Prozent)
  • Entgegengebrachtes Vertrauen (89 Prozent)
  • Gutes Verhältnis zu Kolleg:innen und Vorgesetzten (88,2 Prozent)
  • Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben (88 Prozent)
  • Transparent der Abläufe im Unternehmen (83 Prozent)
  • Flexible Einteilung der Arbeitszeit (81,4 Prozent)

Zwar steht das Gehalt in dieser Studie an erster Stelle, doch noch weitere Faktoren sind Arbeitnehmer:innen ebenso wichtig. Allein mit Geld hält man keine Talente mehr, stattdessen braucht es flexible Arbeitsmodelle und eine transparente Kommunikation, durch die auch Vertrauen geschaffen wird. Angestellte wollen nicht überwacht, sondern unterstützt und ermutigt werden.

Das zeigt sich auch in der Frage nach den größten Stressoren am Arbeitsplatz. Hier nannten die Befragten vor allem zu wenig Gehalt (39 Prozent), Leistungsdruck (36 Prozent), schlechtes Führungsverhalten (29 Prozent), zu viel Arbeit (29 Prozent) und zu viele Nebenaufgaben (27 Prozent). Außerdem sind knapp 52 Prozent für eine strikte Trennung von Beruf und Privatleben und nehmen diese auch vor. 19 Prozent würden gern eine Grenze setzen, schaffen dies jedoch nicht. Auch hierbei können Unternehmen ihren Angestellten unter die Arme greifen, beispielsweise indem ständige Erreichbarkeit explizit ausgeschlossen wird oder Überstunden nicht vorausgesetzt werden.

Zufriedenheit wichtiger als Gehalt?

Tatsächlich wäre trotz allem ein Großteil der Befragten nicht bereit dazu, Teile des Gehalts aufzugeben, um mehr Freude bei der Arbeit zu empfinden. Das bedeutet jedoch nicht, dass es denjenigen nur ums Geld geht und sie dafür schlechte Arbeitsbedingungen in Kauf nehmen würden. Es bedeutet lediglich, dass mit dem Gehalt auch immer Lebenshaltungskosten und Freizeit zusammenhängen – wer hier bestimmte Standards hat, möchte auf diese oft nicht verzichten. Zudem würden 37,5 Prozent zumindest auf Teile ihres Gehalts für mehr Freude im Job aufgeben. Abgesehen davon, hängt die Zufriedenheit bei der Arbeit auch, wie beschrieben, vom Verhältnis zu den Vorgesetzten ab. Hier wünschen sich Arbeitnehmer:innen vor allem folgendes:

  • Anerkennung (61,1 Prozent)
  • Klare Ziele (46,9 Prozent)
  • Klare Anweisungen (44,6 Prozent)
  • Transparenz (38,8 Prozent)
  • Regelmäßiges, umfassendes Feedback (32,6 Prozent)

Der Rückblick auf das Arbeitsjahr 2021 zeigt, dass viele Arbeitnehmer:innen generell glücklich mit ihrem Job waren. Dennoch gibt es Potential nach oben und viele sind auf der Suche nach neuen Tätigkeiten, in denen sie glücklicher werden können. Wer Talente im Unternehmen halten will, muss auf die Bedürfnisse der Angestellten hören: Neben einem angemessenen Gehalt sehnen sich die meisten nach flexiblen Arbeitsmodellen, transparenter Kommunikation und klaren Zielsetzungen ohne Mikromanagement. Wenn Unternehmen das beherzigen, können sie auch im kommenden Jahr im War for Talents bestehen.

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