Dein wichtigster Touchpoint zur Digitalbranche.
Dein wichtigster Touchpoint zur Digitalbranche.
Büroalltag
Nachhaltigkeit im Büro? In 5 Schritten Klimaschutz und Umwelt unterstützen
© Li-An Lim - Unsplash

Nachhaltigkeit im Büro? In 5 Schritten Klimaschutz und Umwelt unterstützen

Michelle Winner | 05.05.21

Als Unternehmen etwas für Umwelt und Gesellschaft zu tun, muss weder kompliziert noch kostenintensiv sein. Schon kleine Maßnahmen können sich auszahlen.

Spätestens seit #FridaysForFuture sollte klar sein, dass Nachhaltigkeit ein Thema ist, das bewegt, und der Schutz von Umwelt und Klima alle etwas angeht. Bereits kleine Schritte können dazu beitragen, der Klimaerwärmung entgegenzuwirken, Strom und Wasser zu sparen oder Müllberge zu reduzieren. Und dabei müssen sich die Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit nicht nur auf das Privatleben beschränken. Auch in Büros heißt es immer öfter „Go Green“ und einige Unternehmen stellen sogar Sustainability Manager ein, um ihre Verantwortung in Sachen Nachhaltigkeit erfüllen zu können. Um also auch im Büroalltag auf unsere Umwelt zu achten, gibt es viele Maßnahmen. Einige dieser stellen wir dir vor.

Nachhaltigkeit muss Teil der Unternehmenskultur werden

Viele der Basics in Sachen Nachhaltigkeit sind dir und deinen Kolleg:innen sowie der Führungsetage sicherlich bekannt: Recyclingpapier verwenden, weniger oder beidseitig drucken, Schriftverkehr digitalisieren. Doch es gibt noch weitaus mehr Schritte, die ihr als Team gehen könnt. Nachhaltigkeit sollte zum Teil der Unternehmenskultur werden und nicht nur eine dahergesagte Floskel sein, um das Image des Unternehmens aufzubessern. Heißt, intern sollte es klare Richtlinien für nachhaltiges Verhalten geben. Umwelt- und Klimaziele sollten zudem festgehalten werden und nicht aus reiner Profitgier verworfen werden. Beispielsweise ist es nicht verwerflich, wenn versucht wird die eigenen Produkte so kostengünstig wie möglich herzustellen. Aber das sollte nie auf Kosten von Umwelt und Arbeitskräften geschehen, denn auch menschenwürdige Arbeitsbedingungen zählen zum Thema Nachhaltigkeit, besonders beim Outsourcing.

Arbeitsprozesse und Produktion sollten also so optimiert werden, dass sie mit reinem Gewissen vertretbar sind – und zwar nicht nur vor sich selbst, sondern auch vor der Gesellschaft. Doch welche kleinen Schritte können zum Erreichen des großen Sustainability Goal beitragen?

1. Strom sparen kann so einfach sein

Auf den Stromverbrauch zu achten schont nicht nur den Geldbeutel eines Unternehmens, sondern auch die Umwelt. Aus diesem Grund sollte bereits bei der Anschaffung von Geräten auf die Energieeffizienz dieser geachtet werden. Außerdem sollten PCs und Co. am Ende des Arbeitstages ausgeschaltet werden und nicht im Stand-By-Modus bleiben. Und wenn es Heizungen im Büro gibt, sollten diese ebenfalls nach Feierabend etwas heruntergedreht werden. Apropos Temperaturen: Im heißen Sommer sind Mitarbeiter:innen für jede Abkühlung dankbar, doch braucht es wirklich eine stromfressende Klimaanlage auf höchster Stufe oder tun es auch Ventilatoren? Diese verringern übrigens auch das Risiko von Erkältungen im Vergleich zur Klimaanlage.

Nachhaltig kann auch beim Thema Beleuchtung vorgegangen werden. Hier sollte auf Energiespar- oder LED-Lampen gesetzt werden. Und außerdem braucht es keine ganztägige Festtagsbeleuchtung. Das Licht sollte dort brennen, wo es wirklich benötigt wird und ausgeschaltet werden, wenn man einen Raum oder Flur verlässt. Bewegungsmelder sind hier eine gute Alternative für diejenigen, die oft vergessen den Lichtschalter manuell zu betätigen. Unternehmen können abgesehen davon auch versuchen einen günstigen Ökostromanbieter zu finden, aber Vorsicht: Hier sollte genau recherchiert werden, denn Ökostrom ist kein geschützter Begriff, wodurch teilweise auch einfach ein Energiemix angeboten wird.

2. Nachhaltige Materialien im Büro

Online-Bestellungen bei Händlern sind für Unternehmen Alltag geworden, auch beim Thema Büroausstattung und -materialien. Hierbei sollte jedoch darauf geachtet werden, Sammelbestellungen zu tätigen anstatt immer wieder alles einzeln zu kaufen und zig Lieferungen zu erhalten. Manche Sachen müssen vielleicht auch gar nicht bestellt oder aus dem Ausland importiert werden, sondern können ebenso kostengünstig beim Großmarkt um die Ecke besorgt werden. Bei der Büroausstattung lohnt es sich außerdem vielleicht etwas mehr Geld in Schreibtische und Co. zu investieren, die lange ihren Zweck erfüllen und nicht schon nach zwei Jahren ersetzt werden müssen.

Und auch die Büromaterialien können nachhaltig sein: Viele Artikel gibt es inzwischen auch als plastikfreie Alternativen, beispielsweise Holzkugelschreiber, Folien und Hefter aus nachwachsenden Rohstoffen oder Papierklebeband. Abgesehen davon sollte recherchiert werden, ob es bestimmte Produkte auch als nachfüllbare Variante gibt, sodass beispielsweise nicht jeder leere Kuli weggeworfen wird oder ständig neue Seifenspender gekauft werden. Beim Thema Reinigung sollte ebenfalls auf ökologische Produkte gesetzt werden statt auf viel Chemie und Plastik. Hier sollte die Führungsetage Rücksprache mit dem Facility Management halten.

3. Plastikverzicht und Müllreduzierung

Im Büro kann schnell sehr viel Müll entstehen, gerade auch beim Thema Verpflegung. Um den Müllberg in der Kaffeeküche zu reduzieren, sollte unbedingt auf Kapselmaschinen verzichtet und stattdessen in Kaffeevollautomaten und Fairtrade-Kaffee und -Kakao investiert werden. Für die Teeliebhaber:innen könnten hingegen loser Tee in Dosen und Teesiebe organisiert werden. Und auch beim Mittagessen gilt das Thema Nachhaltigkeit: Gibt es intern eine Kantine, dann sollte dort mit regionalen, nachhaltigen Zutaten gekocht und gut kalkuliert werden, damit wenig bis kein Essen weggeworfen werden muss. Bei der Ausgabe des Essens, speziell bei Pasta- oder Salatstationen, sollte auf Plastikverpackungen verzichtet werden – hier gibt es nachhaltige Alternativen.

Wenn es im Unternehmen keine Kantine gibt und die Mitarbeiter:innen sich ihr Mittagessen selbst irgendwo in der Nähe kaufen, sollte jede Person über ihren Plastikverbrauch nachdenken. Muss es wirklich ein Salat in Plasteschale sein, der in einer Plastiktüte zurück zum Arbeitsplatz transportiert wird? Glücklicherweise achten inzwischen aber auch viele Supermärkte auf nachhaltige Verpackungen. Auf Plastik kann übrigens auch bei Getränken verzichtet werden. Unternehmen sollten bei ihren Lieferanten Alternativen zu Plastikflaschen erfragen und stattdessen Wasser in Glasflaschen kaufen. Bei der Entsorgung von Verpackungen und Co. sollte natürlich auf ordentliche Mülltrennung geachtet werden.

4. Aktiver Einsatz für den Klimaschutz

CO2-Ausgleichszahlungen sind ein guter Schritt in Sachen Klimaschutz. Diese werden oft von Anbietern geleistet, von denen du Dienstleistungen oder Produkte erwirbst. So kann beispielsweise beim Kauf von Bahn-, Bus- oder Flugtickets der CO2-Ausgleich zum regulären Ticketpreis hinzu bezahlt werden. Und auch Druckereien, Hosting-Anbieter und viele andere Firmen bieten Ausgleichszahlungen an, die meist in Klimaschutzprojekte investiert werden.

Und auch Unternehmen selbst können handeln: Neben eigenen Spenden an Klimaschutzprojekte, kann beispielsweise Aufforstung zum Mitarbeiter:innen-Event werden. Oder wie wäre es mit einem kleinen, internen Flohmarkt für die Angestellten alle sechs Monate? Anstatt Sachen wegzuwerfen, werden sie so wiederverwendet – das ist gerade bei Kinderkleidung und Spielzeugen beliebt. Dein Unternehmen kann aber auch seinen Einfluss in den sozialen Medien nutzen, um auf Klimamissstände hinzuweisen oder Aktionen zu unterstützen. Das ist nicht nur gut fürs Gewissen, sondern hilft auch dabei, den Ruf des Unternehmens zu verbessern, gerade auch hinsichtlich des Employer Branding. Aber Achtung: Nachhaltigkeit sollte wirklich ein Unternehmenswert sein und nicht nur schöner Schein nach außen.

5. Nachhaltigkeit für unterwegs

Nachhaltigkeit beginnt bereits auf dem Arbeitsweg. Gerade in Städten, in welchen es in der Regel ein gut ausgebautes Netz des öffentlichen Nahverkehr gibt, sollte das Auto stehen gelassen und Bus und Bahn genutzt werden. Das ist nicht nur klimaschonend, sondern auch gut für die Nerven, denn wer hat schon Lust morgens und abends im Feierabendverkehr festzustecken? Unternehmen können ihre Mitarbeiter:innen hier durch die Zahlung des Tickets motivieren. Wenn der Weg zur Arbeit nicht zu weit ist, könnte dieser auch auf dem Fahrrad zurückgelegt werden, gerade während der wärmeren Jahreszeiten – schont die Umwelt und hält fit. Für Personen von außerhalb, die einen relativ langen Arbeitsweg haben und diesen deshalb mit dem Auto zurücklegen, können sich Fahrgemeinschaften lohnen. Vielleicht gibt es ja Kolleg:innen aus derselben Ecke, mit denen man sich zusammentun und beim Fahren abwechseln kann.

Auch Geschäftsreisen sollten, wenn möglich, lieber mit der Bahn gemacht werden, als mit dem Auto – hier zur Not auch mit Fahrgemeinschaften. Worauf Unternehmen gänzlich verzichten sollten, sind Inlandsflüge. Sie schädigen die Umwelt und sind die kleine Zeitersparnis oft nicht wert. Zudem sollte die Frage gestellt werden: Ist ein persönliches Treffen wirklich nötig oder tut es vielleicht auch ein Video Call?

Wie du siehst, muss Nachhaltigkeit im Büroalltag nicht kompliziert oder kostenintensiv sein. Jede kleine Investition kann sich auf lange Zeit betrachtet lohnen und so wichtig Wirtschaftlichkeit und kostengünstiges Vorgehen auch ist, so sollten Umwelt und Gesellschaft dem doch nicht zum Opfer fallen. Der Klimawandel ist eine reale Bedrohung und wir alle können bereits durch kleine Maßnahmen dafür sorgen, die Katastrophe abzuwenden.

Kommentare aus der Community

Karin Vesti am 07.05.2021 um 11:30 Uhr

Nachhaltiger Artikel weiter so! ;-)

Antworten
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

Melde dich jetzt zu unserem HR-Update an und erhalte regelmäßig spannende Artikel, Interviews und Hintergrundberichte aus dem Bereich Human Resources.