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Folgen von Corona: Unternehmen von Frauen und Small Businesses leiden besonders
© Gene Gallin - Unsplash

Folgen von Corona: Unternehmen von Frauen und Small Businesses leiden besonders

Michelle Winner | 14.12.20

Eine weltweite Auswertung zeigt, welche Unternehmen besonders unter den Folgen von Lockdown und Co. leiden und welche Art der Unterstützung Unternehmer sich wünschen.

Ein harter Lockdown wird uns über die Feiertage und bis ins neue Jahr hinein begleiten. Was angesichts der hohen Infektionszahlen vernünftig ist, hat jedoch Konsequenzen für viele Unternehmen. Denn ein Großteil muss nun zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Türen schließen. Doch welche Auswirkungen haben die Schließungen und ganz allgemein die Coronapandemie auf Unternehmen in diesem Jahr gehabt? Mit dieser Frage hat sich Facebooks Global State of Small Business Report beschäftigt.

Kleine Unternehmen leiden am meisten

Der Report bezieht sich auf monatliche Befragungen von kleinen und mittelgroßen Unternehmen weltweit und entstand in Zusammenarbeit mit der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der Weltbank. Insgesamt beantworten jeden Monat 25.000 Business Owner aus der ganzen Welt Fragen zu Themen wie Schließungen, Entlassungen, Kurzarbeit und der allgemeinen Stimmung im Unternehmen.

Bei 29 Prozent der Befragten handelt es sich um die Leiter von Mikrounternehmen. Im Vergleich zu den größeren Unternehmen haben diese eher einen Umsatzrückgang von 50 Prozent oder mehr erlebt. Außerdem mussten die kleinen Businesses auch eher schließen – nicht nur wegen der offiziell angeordneten Schließungen, sondern auch aufgrund der fehlenden Einnahmen. Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern haben, so der Report, zudem seltener Hilfen von Banken oder der Regierung erhalten.

Durch Frauen geführte Unternehmen kämpfen um ihre Existenz

Der coronabedingte Lockdown in vielen Ländern hat vor allem bei Unternehmerinnen zu Existenzängsten geführt. Grund hierfür ist, dass im Durchschnitt viele der von Frauen geführten Unternehmen nicht als systemrelevant gelten. Im Vergleich zu Businesses von Männern, ist die Zahl der Probleme und Schließungen hier überproportional hoch. Unternehmerinnen haben aber nicht nur um das Leben ihrer Firma zu kämpfen, sondern auch mit ihrem Privatleben: Seit Beginn der Pandemie gaben 31 Prozent an, dass sie sich mehr um häusliche Pflichten, unter die auch das Home Schooling und die Kinderbetreuung fallen, kümmern mussten. Bei den Männern sind es 26 Prozent.

Am größten ist der Unterschied zwischen Unternehmerinnen und Unternehmern in den USA. Der Wert der Frauen, die sich zunehmend um Haushalt und Co. kümmern müssen, ist hier 21 Prozent höher als bei den Männern. Abgesehen davon, berichten Unternehmerinnen auch häufiger davon, dass Kinderbetreuung, Haushalt und Co. während der Pandemie sich negativ auf ihre Arbeitsleistung auswirken.

Optimismus wächst trotz bestehender Probleme

Aus der aktuellsten Auswertung der monatlichen Umfragen von Oktober 2020 ergibt sich, dass die Probleme der kleinen Unternehmen zwar weiterhin bestehen, sich aber langsam bessern. So vermerken nur noch 55 Prozent der Befragten sinkende Verkaufszahlen im Vergleich zum Vorjahr. Im Mai waren es noch 62 Prozent. Zudem waren es zu Beginn der Pandemie noch 57 Prozent der Unternehmen, bei denen sich Verkaufszahlen year-over-year halbiert haben – derzeit sind es nur noch 47 Prozent. Die Zahlen sind natürlich immer noch hoch, doch langsam ist eine Besserung zu erkennen. Jedoch bleibt abzuwarten, wie sich weitere Lockdowns, wie jetzt beispielsweise in Deutschland angekündigt, auf diese Entwicklung auswirken werden.

Trotz dessen sehen laut der Oktober-Umfrage weltweit 56 Prozent positiv in die Zukunft, was ein Anstieg von zwei Prozent im Vergleich zum Mai ist. Jedoch gibt es ein großes Aber: Europa ist die einzige Region, in welcher der Optimismus im Vergleich zum Beginn der Pandemie gesunken ist. Grund hierfür sind die derzeit wieder steigenden Infektionszahlen und die damit zusammenhängenden Konsequenzen.

Kleine und mittelgroße Unternehmen sind auf Hilfe von Außen angewiesen

Aus dem Bericht geht ebenfalls hervor, dass finanzielle Unterstützung von Außen am wichtigsten für die Unternehmen ist. Dazu zählen Kredite, Steueraufschübe, Lohnsubventionen und andere staatliche Hilfemaßnahmen. Doch gleichzeitig ist der finanzielle Aspekt nicht alles: 22 Prozent der Befragten wünschen sich darüber hinaus auch Unterstützung bei der Betreuung ihrer Kinder während der Kita- und Schulschließungen oder bei der Pflege von Verwandten. Abgesehen davon möchten 46 Prozent Hilfe für den Eintritt in neue Märkte und 35 Prozent bei der Umsetzung digitaler Maßnahmen.

Doch obwohl gerade finanzielle Hilfe essentiell in diesen Zeiten ist, erhalten derzeit weniger Unternehmen diese als noch zu Beginn der Pandemie. So waren es im Mai noch 23 Prozent, im Oktober hingegen nur noch 12 Prozent. Diese Zahlen könnten sich jedoch je nach Lage und Region inzwischen wieder geändert haben. Fest steht, dass die Coronapandemie noch nicht vorbei ist und gerade weitere Lockdown-Maßnahmen die Unternehmen weltweit vor große Herausforderungen stellen. Umso wichtiger ist es, solidarisch zu sein.

Wer kann, sollte kleine Unternehmen unterstützen, was auch kostenfrei geht – beispielsweise durch das Teilen auf Social Media. Und abgesehen davon ist es unumgänglich, dass wir an unsere Mitmenschen denken, uns nicht von sogenannten Querdenkern blenden lassen und weiterhin die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie einhalten. Nur so können die Infektionszahlen eingedämmt werden und Schritt für Schritt eine Rückkehr zur Normalität stattfinden.

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