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Back to School: Ein Guide für berufstätige Eltern für den Schulstart während Corona
© Deleece Cook - Unsplash

Back to School: Ein Guide für berufstätige Eltern für den Schulstart während Corona

Michelle Winner | 10.08.20

Sommerferien ade, der Schulstart steht vor der Tür. Doch wie können Berufstätige ihr Kind jetzt unterstützen und den Familienfrieden trotz Coronaeinschränkungen wahren? Unser Guide hilft euch dabei.

Durch die anhaltende Coronapandemie befinden wir uns in einem seltsamen Jahr. Die einen haben das Gefühl, es geht einfach nicht voran, die anderen finden, dass die Monate wie im Flug vergehen. Und nun sind in einigen Bundesländern auch schon die sechswöchigen Sommerferien vorüber – die nach einem verrückten Schuljahr auch dringend nötig waren. Doch nun stellt sich vor allem für Eltern die Frage: Wie geht es weiter? Was muss mit dem Schulstart beachtet werden und wie bringt man Arbeit und Lernhilfe für die Kinder während der Pandemie unter einen Hut? Wir haben einen kleinen Guide für euch.

1. Regelungen von Ländern und Schulen beachten

Als Erstes gilt es für euch Eltern zu beachten, welche Regelungen in eurem Bundesland gelten – denn wie so oft während der Krise, geht jedes Land hier seinen eigenen Weg. Teilweise haben auch die Schulen Entscheidungsfreiraum und somit eigene Regelungen. Heißt, am besten informiert ihr euch sowohl beim Bildungsministerium eures Landes sowie der Schulwebsite darüber, welche Coronaregeln für Schulkinder gelten. In vielen Bundesländern gilt auf dem Schulgelände und im Gebäude eine Maskenpflicht, die nur für den Unterricht aufgehoben wird. Zudem gibt es meist wieder Präsenzveranstaltungen, verschiedene Jahrgänge oder Kurse sollen dabei voneinander getrennt bleiben.

Mit einer negativen Entwicklung, sprich einer zweiten Welle, kann es jedoch jederzeit wieder zum Home Schooling kommen. Und letzteres ist nicht unwahrscheinlich, denn bereits nach der ersten Schulwoche wurden beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern zwei Schulen vorübergehend wegen Coronafällen geschlossen. Seid als Eltern also informiert, aber auch auf Änderungen gefasst.

2. Flexibilität vom Arbeitgeber einfordern

In den letzten Monaten blieben viele Arbeitnehmer aufgrund von Kurzarbeit oder Home Office zu Hause – gemeinsam mit den Kindern. Das brachte viele Herausforderungen mit sich. Doch nun läuft nicht nur der Präsenzunterricht an Schulen wieder an, sondern auch viele Mitarbeiter sind zurück an ihre Arbeitsplätze gekehrt. Doch was, wenn es plötzlich wieder Home Schooling heißt? Hier ist das Verständnis der Arbeitgeber gefragt. Diese sollten es Eltern mit Schulkindern, insbesondere jüngeren Schulkindern, erlauben, zurück ins Home Office zu kehren. Viele Unternehmen sind darauf auch eingestellt und haben sowieso beschlossen, Home Office und mobiles Arbeiten feste Arbeitsmodelle zu integrieren. Aber leider gibt es auch hier die negativen, weniger flexiblen Fälle.

Sollten eure Arbeitgeber sich querstellen was die Rückkehr ins Home Office angeht, dann appelliert an den Menschenverstand: Wir befinden uns trotz Lockerungen immer noch in einer Pandemie und müssen dementsprechend flexibel sein. Hierbei kann es hilfreich sein, wenn sich alle Eltern, die im Unternehmen arbeiten, zusammen tun. Als Gruppe erreicht ihr vielleicht nochmal mehr bei eurem Chef. Abgesehen davon solltet ihr euch gegebenenfalls ein dickes Fell wachsen lassen – sicherlich gibt es Kollegen ohne Kinder, die sich benachteiligt fühlen, wenn ihr ins Home Office zurück dürft und sie zunächst nicht. Das ist unter dem Strich aber nicht eure Schuld, sondern liegt im Verantwortungsbereich des Arbeitgebers.

3. Aufs Home Schooling vorbereiten

Nutzt den Schulstart beziehungsweise die Zeit bis dahin, um euch und eure Kinder aufs Home Schooling vorzubereiten. Im Gegensatz zum Beginn der Pandemie, habt ihr nun die Chance dafür. Beispielsweise könntet ihr in einen Laptop für euer Kind investieren, sodass es nicht immer auf euren PC angewiesen ist und so freier und selbstständiger arbeiten kann. Je nach Alter des Kindes könnt ihr auch Regelungen für das Gerät treffen, beispielsweise bezüglich der Nutzungszeit oder der Sperrung bestimmter Websites. Den Jüngsten müsst ihr vielleicht auch die Basics erklären: Wo findet man Arbeitsblätter und Powerpoints, wie startet man die Aufnahmen der Lehrenden, wie schreibt man einen Text in Word und Co.

Eurem Kind mehr Selbstständigkeit bei der digitalen Arbeit beizubringen, ist nicht nur eine gute Vorbereitung auf die Zukunft, sondern auch eine Entlastung für euch. So müsst ihr nicht ständig daneben sitzen und alles überprüfen. Denn Corona hat bewiesen, dass es nicht einfach ist, Home Office und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bekommen. Deshalb hilft es euch vielleicht auch, noch einmal unsere Tipps dazu zu lesen, wie man im Home Office mit Kind einen kühlen Kopf bewahrt.

4. Nicht zu viel Leistung von den Kindern erwarten

Zu den oben beschriebenen Regelungen der Schulen gilt es vielerorts auch, dass die Lehrende zunächst den Lernstand der Kinder überprüfen und ihren Unterricht dementsprechend anpassen. Denn auch wenn fleißig zu Hause gearbeitet wurde, reicht ein Arbeitsblatt oder ein Audiofile nicht immer aus, um einen Sachverhalt zu vermitteln. Manchmal braucht es mehrmalige Erklärungen und Nachfragen seitens der Kinder. Viele Lehrende sind sich dessen sicherlich auch bewusst. Doch auch hier gibt es die schwarzen Schafe, die eventuell so tun, als wäre im letzten halben Jahr nichts gewesen – und auch dementsprechend bewerten. Um den Familienfrieden zu wahren, solltet ihr nicht zu viel von euren Kindern erwarten und euch nicht erschrecken, wenn die sonst so guten Schüler auch mal mit einer schlechteren Note nach Hause kommen.

Kommt es zu einer längerfristigen Verschlechterung, solltet ihr das Gespräch mit den Lehrenden suchen, anstatt euer Kind mit Strafen und Schimpfen zu demotivieren. Findet heraus, wodurch die Verschlechterung zustande kam und arbeitet an einer Verbesserung – gemeinsam und mit viel Verständnis.

5. Gemeinsame Auszeiten nehmen

Die Coronapandemie verlangt viel von uns allen ab – egal ob alt oder jung, egal ob Berufstätige oder Schüler. Daher ist es wichtig, dass ihr als Familie einen Ausgleich findet, anstatt den Frust aneinander auszulassen. Nach einem anstrengenden Arbeits- beziehungsweise Schultag bietet sich vielleicht ein Besuch im Freibad an – natürlich unter Beachtung aller geltenden Regelungen. Oder ihr plant am Wochenende einen Ausflug in den Zoo. Inzwischen gibt es in jedem Fall mehr Möglichkeiten, euch einen Ausgleich zu schaffen, als noch zu Beginn der Pandemie.

Wichtig dabei ist es, dass ihr euch auch wirklich eine Auszeit nehmt. Heißt, der Firmenchat am Handy wird stumm gestellt, E-Mails ignoriert und stressverursachende Themen wie die Schule oder Corona werden vermieden. Habt eine gute Zeit und genießt das Zusammensein als Familie – egal wie stressig der Schulstart und die letzten Monate vielleicht waren. Und übrigens ist es auch völlig in Ordnung, auch mal eine Auszeit von den Kindern zu nehmen nach der langen Zeit zu Hause. Egal ob Date Night oder ein Wochenendtrip – Zeit zu zweit sei auch Eltern vergönnt.