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Digitalpolitik
Erfasst Google Standortdaten auch ohne Freigabe der User?

Erfasst Google Standortdaten auch ohne Freigabe der User?

Niklas Lewanczik | 31.05.21

Vor Gericht eingesehenes Material zeigt nun, dass Google es Usern nicht nur erschwert hat, die Standorteinstellungen zu ändern, sondern sogar Location-Daten sammelte, als diese ausgeschaltet waren.

In Arizona steht Google einer Klage des Generalstaatsanwalts Mark Brnovich gegenüber. Dabei soll im Verfahren ermittelt werden, ob Google Daten von Nutzer:innen sammelte, selbst nachdem diese sich für einen Opt-out entschieden hatten. Auf diesem Vorwurf basiert die Klage gegen das Suchmaschinenunternehmen. Und im Rahmen ebendieses Verfahrens sind nun Unterlagen aufgetaucht, die Googles Praxis beim Datensammeln in ein schlechtes Licht rücken. Wie Business Insider unter Berufung auf die Dokumente vor Gericht berichtet, hat Google einerseits Standortdaten gesammelt, als User die entsprechenden Settings dafür ausgestellt hatten. Andererseits soll das Unternehmen auch das Auffinden dieser Einstellungen erschwert und Unternehmen wie LG und Samsung gedrängt haben, die Einstellungen weniger leicht auffindbar zu machen.

Standortdaten von Google auf verschiedene Arten gesammelt: „Nichts, was auf der Titelseite der New York Times stehen sollte“

Tyler Sonnenmarker von Business Insider erklärt in seinem Artikel, dass die Dokumente, die die brisanten Erkenntnisse hervorgebracht haben, erst kürzlich vollständig lesbar, also ungeschwärzt, für das Verfahren verfügbar gemacht wurden. Die Informationen seien im Interesse der Öffentlichkeit, hatten die Gruppen Digital Content Next und News Media Alliance argumentiert. Nun zeigen die Dokumente, dass Google beispielsweise dann Standortdaten sammelte, wenn User auf das WiFi zugriffen oder Apps nutzen, die nicht einmal mit Google assoziiert waren. Für beide Nutzungen forderte Google Zugriff auf die Location-Daten.

In den Dokumenten wird zudem ein:e Mitarbeiter:in des Unternehmens mit den Worten zitiert:

So there is no way to give a third party app your location and not Google? This doesn’t sound like something we would want on the front page of the [New York Times].

Des Weiteren soll Google auch Daten gesammelt haben, wenn User die Freigabe nicht erteilt hatten. Darüber hinaus gibt es in den Dokumenten Hinweise darauf, dass das Unternehmen ein „Problem“ darin gesehen habe, dass die Einstellungen zu den Standortdaten leicht zu finden waren. Auch deshalb sollen Schritte unternommen worden sein, diese Einstellungen möglichst etwas mehr zu verstecken.

Die Website des Generalstaatsanwalts von Arizona, auf der die Dokumente einsehbar sind, ist aktuell nicht erreichbar. Mehr Informationen zum Fall, in dem noch kein Urteil in Sicht ist, gibt es im Artikel von Business Insider. Google steht in den USA derzeit auch wegen des Sammelns von Daten im Inkognito-Modus vor Gericht, weil diese Praxis nach Meinung der Klageseite nicht deutlich genug gemacht worden war.

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