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Digitalpolitik
41 Prozent der Deutschen würden für Schutz persönlicher Daten mehr zahlen
© Petter Lagson - Unsplash

41 Prozent der Deutschen würden für Schutz persönlicher Daten mehr zahlen

Niklas Lewanczik | 16.09.20

Eine groß angelegte OpenText-Umfrage zeigt, dass nur sechs Prozent der User aus Deutschland Unternehmen ihre persönlichen Daten anvertrauen möchten. Für den verbürgten Schutz dieser Daten sind sie jedoch mehr zu zahlen bereit.

Persönliche Daten genießen bei Verbrauchern in Deutschland eine hohe Wertschätzung. Zu diesem Schluss kommt eine von OpenText in Auftrag gegebene, globale Umfrage. Demnach sind sogar über 40 Prozent der rund 2.000 Befragten deutschen User bereit, mehr bei Unternehmen und Händlern auszugeben, die die persönlichen Daten von Kunden deutlich besser schützen. Diese Bereitschaft hängt im Kontext der Erkenntnisse der Studie auch mit einem großen Misstrauen gegenüber den Unternehmen zusammen: Beinahe die Hälfte (47 Prozent) der Befragten trauen Unternehmen nicht zu, ihre Daten sicher und vertraulich zu behandeln. Damit steht Deutschland in Sachen Misstrauen im globalen Vergleich auf dem ersten Platz – dicht gefolgt vom Vereinigten Königreich (45 Prozent) und Kanada (40 Prozent).

Strenge Datenschutzstandards schwächen die Unsicherheit der User kaum ab

Nur sechs Prozent der in Deutschland befragten User vertrauen Unternehmen in ihren Datenschutz-Kompetenzen. Dieses Ergebnis zeichnet ein düsteres Bild hinsichtlich der Beziehung von Unternehmen und Konsumenten. Auch vertrauen 13 Prozent einigen Unternehmen mehr als anderen.

Dieses Misstrauen verwundert auch die Studienmacher. Immerhin müssen sich Unternehmen in der EU zunehmend strengeren Standards in Form neuer Richtlinien und Gesetze unterwerfen. Dazu gehört etwa die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Diese sieht bei besonders gravierenden Verstößen eines Unternehmens ein Bußgeld in Höhe von bis zu 20 Millionen Euro oder bis zu vier Prozent des gesamten weltweit erzielten Jahresumsatzes vor. Letzteres kann gerade bei großen Unternehmen eine empfindliche höhere Strafzahlung bedeuten.

Auch User mit Nachholbedarf beim Datenschutz

Fast drei Viertel der deutschen Verbraucher (73 Prozent) geben zu, nicht zu wissen, welche oder wie viele Unternehmen ihre persönlichen Daten speichern, verwenden oder Zugang zu ihnen habe. Sie wissen nicht genau, wer auf ihre E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Bankverbindungen zugreifen kann.

Immerhin fast die Hälfte der Befragten, 44 Prozent, kennen allerdings die Gesetze und behördlichen Regulierungen, die zum Schutz ihrer Daten eingeführt wurden. Und ein weiteres Drittel (32 Prozent) kann ein grundlegendes Verständnis von der rechtlichen Lage hinsichtlich des Datenschutzes vorweisen. Ein gewisses Interesse daran, was Unternehmen konkret mit ihren Daten machen, scheint ein Viertel (25 Prozent) der Befragten zu besitzen: Diese User würden sich proaktiv mit einem Unternehmen in Verbindung setzen, um zu erfahren, wie es mit ihren persönlichen Daten umgeht und wofür diese gesammelt und eingesetzt werden. Zwölf Prozent gaben an, dies sogar bereits einmal getan zu haben.

Allerdings planen insgesamt deutlich mehr User (42 Prozent), sich nicht mit den Datenverarbeitungen der Unternehmen zu beschäftigen. Der Grund: Zeitmangel.

Die Covid-19-Krise hat digitale Transformationsprozesse auf der ganzen Welt beschleunigt, da Unternehmen ihren Fokus auf mobiles Arbeiten und digitalisierte Kundenprozesse verlegt haben,

so Axel Kock, Vice President Germany for Enterprise Content Services bei OpenText.

Digitale Services und Lösungen sind für fast jede geschäftliche Interaktion von zentraler Bedeutung. Gleichzeitig generieren Unternehmen dadurch in jedem Winkel ihres Betriebs mehr Daten denn je, die sie verwalten und sichern müssen. In Verbindung mit gestiegenen Verbrauchererwartungen hinsichtlich des Datenschutzes setzt dieser Wandel Unternehmen unter enormen Druck, da diese sicherstellen müssen, dass ihre Datenschutz-Lösungen es in Sachen Skalierbarkeit mit dem Wandel aufnehmen können.

User oder Unternehmen: Wer trägt die Verantwortung für den Datenschutz?

Beinahe zwei Drittel (63 Prozent) der befragten User in Deutschland meinen zu wissen, wie sie Privatsphäre und die Sicherheit ihrer eigenen Daten in Anwendungen, E-Mail-Konten oder auf Social Media-Plattformen gewährleisten können. Jedoch gaben auch 17 Prozent an, dass Privatsphärestandards und Datenschutz im Rahmen von Apps, E-Mail-Konten und sozialen Medien aus ihrer Sicht zum Verantwortungsbereich der jeweiligen Anwendungen beziehungsweise der bereitstellenden Unternehmen und Betreiber liegen.

Während nur 13 Prozent der deutschen Verbraucher davon überzeugt sind, dass im Zuge des digitalen Fortschritts mittlerweile jedes Unternehmen seinen gesetzlich vorgeschriebenen Verpflichtungen zum Schutz der Kundendaten nachkommt, glaubt mehr als ein Viertel (26 Prozent) der Deutschen, dass dieses Moment erst in ferner Zukunft erreicht wird; oder sogar nie eintreten wird.

Neben möglichen Bußgeldern setzt jedes Unternehmen das Vertrauen seiner Kunden aufs Spiel, sobald es Datenschutzgesetze nicht einhält,

so Axel Kock.

Die moderne Technologie unterstützt führende Unternehmen nicht nur dabei, die nötige Transparenz über sämtliche Prozesse hinsichtlich Datenerfassung und Datenschutz zu schaffen. Sie erlautn es ihnen ebenfalls, effizient und umfassend auf Kundenanfragen reagieren zu können, die sich mit der Verarbeitung, Erfassung und Nutzung ihrer persönlichen Daten befassen. Mithilfe umfassender, intelligenter Lösungen, durch die sie beispielsweise Datenschutzrichtlinien automatisiert über alle IT-Systeme hinweg durchsetzen können, sind Unternehmen in der Lage, gesetzliche Anforderungen zu erfüllen, das Risiko von Reputationsschäden zu verringern und gleichzeitig das Vertrauen ihrer Kunden aufrechtzuerhalten.

Unternehmen, die noch heute keinen lückenlosen Datenschutz bieten können, dürften auf lange Sicht also von verschiedenen Seiten Probleme bekommen. Neben dem Ausbleiben von Traffic und Kunden könnten dabei auch Bußgelder ins Gewicht fallen. Daher ist die Konzentration auf dieses Kerngebiet des Digitalgeschäfts wichtiger denn je – auch deshalb, weil User künftig mehr Vertrauen in Unternehmen gewinnen sollten. Trotz des vermuteten Nachholbedarfs bei Unternehmen sollten User sich jedoch immer auch selbst um eigene Datenschutzoptionen bemühen und sich darüber im Klaren sein, wie sie ihre persönlichen Daten schützen können. Oder wofür sie diese preisgeben.

Methodik

Die von OpenText in Auftrag gegebene Umfrage wurde von April bis Mai 2020 über Google Surveys unter 12.000 Verbrauchern aus Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Frankreich, Spanien, Kanada, Australien und Singapur durchgeführt. Um den Zugang und die Nutzung von Informationen und Daten in Deutschland während der Coronakrise abzubilden, befinden sich unter den 2.000 deutschen Befragten Arbeitnehmer, die während der Ausgangsbeschränkungen aktiv gearbeitet haben.


Die Angaben aus diesem Beitrag entstammen der offiziellen Pressemitteilung von OpenText.

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