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Mit Aufsichts-Tools: Instagram launcht Familienbereich in Deutschland

Mit Aufsichts-Tools: Instagram launcht Familienbereich in Deutschland

Niklas Lewanczik | 14.06.22

Ab Ende Juni bietet Instagram einen Familienbereich in Deutschland an. Dieser vereint Aufsichts-Tools, einen Medienkompetenz-Hub, Zeitlimit-Optionen und viele Tipps für den Umgang mit der Plattform.

Instagram hat über zwei Milliarden aktive Nutzer:innen – viele davon sind junge Menschen. Die Plattform ist auch bei Kindern und Jugendlichen extrem populär. Doch wie jedes Social- oder Entertainment-Medium birgt auch Instagram Suchtpotential und andere Gefahren. Im vergangenen Jahr geriet die Meta-Tochter stark in die Kritik. Instagram sei toxisch für das Körperbild von Teenagern, zeigte ein interne Meta-Studie; das Unternehmen dementierte das jedoch.

Es kam im Kontext der Einzelheiten, die im Rahmen der sogenannten Facebook Files – einer Reihe von Artikeln auf Basis der von Whistleblowein Frances Haugen geteilten Interna im Wall Street Journal – der Öffentlichkeit bekannt wurden, sogar zu einer Senatsanhörung für die Verantwortlichen von Instagram. Im Zuge dessen stellte Head of Instagram Adam Mosseri Ende 2021 neue Sicherheits-Features für Teenager vor. In seinem Video erklärte er, die Arbeit an der Verbesserung der Plattform für junge Menschen ende nie und Instagram habe sich dieser langfristig verschrieben. Nun legt das Unternehmen mit dem Familienbereich in Deutschland nach.

Instagram kündigt Familienbereich an – zentraler Ort für Eltern und Erziehungsberechtigte

Ab Ende Juni können Eltern und Erziehungsberechtigte von Kindern und Jungendlichen bei Instagram auf den sogenannten Familienbereich zugreifen. Dieser bietet umfangreiche Möglichkeiten, um Kinder zwischen 13 und 18 Jahren im Umgang mit Instagram zu beaufsichtigen und ihnen gleichzeitig Medienkompetenz zu vermitteln. Deshalb hat die Plattform einen Medienkompetenz-Hub und eine Reihe von Elternaufsichts-Tools eingeführt. Damit lässt sich zum Beispiel steuern, wie lange die Kinder die App täglich nutzen dürfen.

Instagram-Zeitlimit für Kinder
Instagram-Zeitlimit für Kinder, © Instagram

Des Weiteren kann ein wöchentlicher Bericht die Eltern und Erziehungsberechtigten über neue Follower der Kinder und Jugendlichen informieren.

Parent View, neue Follower- und Gefolgt-Angaben
Parent View, neue Follower- und Gefolgt-Angaben, © Instagram

Die neuen Funktion im Überblick

Bei der Entwicklung des Familienbereichs hat Instagram mit Expert:innen, Eltern, Erziehungsberechtigten und Jugendlichen zusammengearbeitet. Diesen Austausch würdigt auch Sebastian Gutknecht, Direktor der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz: 

Elternaufsichts-Tools sind vom Jugendschutzgesetz vorgesehene Vorsorgemaßnahmen, um die digitale Teilhabe von Kindern und Jugendlichen in Social-Media-Angeboten zu verbessern. Sie können Eltern helfen, die Mediennutzung ihrer Kinder zu begleiten und mit ihnen über problematische Inhalte und Handlungen ins Gespräch zu kommen, ohne sie von solchen Angeboten auszuschließen. Ich begrüße es sehr, dass Anbieter wie Meta mit der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz im Austausch stehen und entsprechende Vorsorgemaßnahmen etablieren. Ob die konkrete Ausgestaltung der gelaunchten Tools dem Anspruch gerecht wird, Schutz, Befähigung und Teilhabe von Kindern im digitalen Raum zu fördern, werden wir nun prüfen. Wir freuen uns, unseren bewährten Austausch mit Meta zur kontinuierlichen Weiterentwicklung dieser und weiterer Maßnahmen zu nutzen.

Welche Funktionen umfasst der Familienbereich? 

Sowohl Teenager als auch das Elternteil haben laut Instagram die gleiche Ansicht im Familienbereich. Die Teenager können also sehen, was das Elternteil sehen kann, damit alle auf dem gleichen Stand sind. Der Familienbereich ist über die Instagram Einstellungen zu finden und kann dort eingerichtet werden. 

Ein Teilbereich des familienfreundlichen Umfelds ist der Medienkompetenz-Hub, in dem Ressourcen von Expert:innen zur Verfügung stehen. Diese helfen Eltern oder Beziehungsbeauftragten mit ihren Kindern über eine sichere Internetnutzung zu sprechen. Das sind zum Beispiel hilfreiche Artikel oder Videos und Tipps, die Anregungen für Gespräche mit Jugendlichen über soziale Medien geben. 

Darüber hinaus können Teenager ein Elternteil oder eine:n Erziehungsberechtigte:n dazu einladen, ihr Instagram Konto zu beaufsichtigen. Andersherum können aber auch Elternteile diese Form der Beaufsichtigung anfordern – was häufiger vorkommen könnte als Ersteres. Sobald die Einstellung vorgenommen wurde, können Eltern sehen, wer ihrem Teenager folgt und wer seine Follower sind. Außerdem werden Eltern über neue Kontakte ihrer Teenager benachrichtigt.

Beaufsichtigungsanfrage für Instagram
Beaufsichtigungsanfrage für Instagram, © Instagram

Zeit verwalten und Meldungen von Teenagern an Eltern

Eltern können sehen, wie viel Zeit ihr Teenager auf Instagram verbringt und ein tägliches Zeitlimit festlegen – und das pro Gerät. Wenn dieses fast erreicht ist, benachrichtigt Instagram den Teenager, dass es Zeit wird, die App zu schließen. Der Teenager kann die App erst wieder nutzen, sobald es das gesetzte Zeitlimit zulässt. Es ist auch möglich, bestimmte Pausen am Tag oder in der Woche festzulegen, an denen Instagram nicht genutzt werden soll. 

Sollten Teenager jemanden melden, können sie ihre Eltern informieren. Zum Beispiel in dem Fall, dass sie gemobbt werden. Im Meldeprozess kann zum Schluss über „zusätzliche Maßnahmen“ die Option „Dein Elternteil informieren“ ausgewählt und eine Notiz an die Eltern hinzugefügt werden. Eltern werden dann in der App benachrichtigt, wer gemeldet wurde und aufgrund welchen Verstoßes. Auch damit möchte Instagram den Dialog zwischen Teenagern und Eltern fördern.

Meta-Information zur Meldung von einem Teenager
Meta-Information zur Meldung von einem Teenager, © Instagram

All diese hilfreichen Features stehen ab Ende des Juni 2022 in Deutschland zur Verfügung. Sie können dabei helfen, den Eltern-Kind-Dialog auf und über Instagram zu fördern. Dazu bedarf es allerdings der Bereitschaft der Eltern und Erziehungsberechtigten, sich mit der Plattform und den Gefahren auseinanderzusetzen. Und, womöglich fällt das stärker ins Gewicht, die Kinder und Jugendlichen müssten ihre Konten für diese öffnen. Ob viele dazu überhaupt bereit sind, muss sich zeigen. Dass Instagram aber entsprechende Möglichkeiten, insbesondere auch den Medienkompetenz-Hub, als Option anbietet, ist ein Fortschritt für die Sicherheit der Teenager auf der Plattform. Vor den großen Gefahren der Cyberwelt sind sie damit jedoch nicht gefeit – vielleicht aber besser darüber informiert.

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