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Ask Chat statt googeln? ChatGPT will 20 Prozent von Googles Suchvolumen erreicht haben

Ask Chat statt googeln? ChatGPT will 20 Prozent von Googles Suchvolumen erreicht haben

Niklas Lewanczik | 04.11.26

OpenAI gibt an, dass ChatGPT die Lücke zu Google zu schließen beginnt, wenn es um Suchanfragen geht. Die Zahl sticht ins Auge, doch einige Fragen bleiben bestehen.

Wenn ein Jahrzente prägendes Wort an Bedeutung verliert, dann ist klar: Eine große Veränderung ist im Gange. Schon 2024 berichteten wir darüber, dass das Verb googeln im modernen Wortschatz bei der Internetsuche weniger bedeutsam geworden ist. An die Investor:innen von Bernstein Research gerichtet, erklärte Analyst Mark Shmulik vor zwei Jahren:

So long Google, the verb. Younger audiences are ’searching‘, not ‚Googling‘.

Dabei war Googles noch immer marktbeherrschende Stellung im Suchbereich zentral für die Übernahme des Wortes als Äquivalent für die Internetsuche. Seit über 20 Jahren beherrscht Google den Search-Markt, nicht völlig unangefochten, aber äußerst dominant. Das spiegelt die Tatsache wider, dass das Verb bereits 2004 in den Duden aufgenommen wurde. Die Bedeutungszuschreibung wurde zunächst mit „im Internet, besonders in Google suchen“ angegeben. Google setzte jedoch kurze Zeit später aus Markensicherungsgründen durch, dass es sich konkret auf die eigene Suchmaschine beziehen sollte. Nun steht im Eintrag „mit Google® im Internet suchen, recherchieren“.

Inzwischen hat Googles Suche nicht nur mehr Konkurrenz als jene von Suchmaschinen wie Bing, Ecosia und DuckDuckGo zu fürchten, sondern insbesondere andere, teils neue Suchkontexte – von TikTok über Reddit bis hin zu KI-Diensten, allen voran ChatGPT. Martin Grahl, Geschäftsführer von Claneo, kommentierte das immer diverser werdende Suchverhalten der User im Internet 2024:

Auch wenn erwartungsgemäß Suchmaschinen wie Google oder ähnliche die führenden Plattformen für Informationssuche sind, ist das Suchverhalten im Internet mittlerweile sehr divers. Die Auswahl der Suchplattform hängt insbesondere vom Alter der Suchenden, dem Thema und der Suchintention (Produktsuche, Markensuchen oder Informationssuche) ab. Zum Beispiel nutzt die Gen Z bei der Suche nach Anleitungen neben Google und YouTube auch zu knapp 25 Prozent TikTok und Chatbots wie ChatGPT. Spannend zu sehen war auch, dass Google nicht mehr die erste Anlaufstelle für die Produktsuche ist, sondern hier Amazon (vornehmlich für günstige Produkte) und die eigene Lieblings-Webseite, je nach Thema, ist (zum Beispiel Booking.com, MediaMarkt oder Zalando).

Wie groß die Konkurrenz vonseiten OpenAIs mit dem Dienst ChatGPT inzwischen ist, zeigt eine jüngst veröffentlichte Zahl. Rund 20 Prozent von Googles Suchvolumen soll ChatGPT inzwischen erreichen. Während die Zahl differenziert betrachtet werden muss, bedeutet das große Wachstum bei der Nutzung von ChatGPT allgemein sowie bei Suchanfragen, dass OpenAI Google ebenso im Bereich der Werbung im Antwortkontext Konkurrenz machen kann.



ChatGPT Ads hat schon über 100.000 Advertiser:

Erste Insights und Zahlen aus Deutschland

rötlich-orangefarbener Hintergrund mit Smartphone Mockup samt ChatGPT Chat und Ad
© OpenAI


ChatGPT-Suche wächst enorm schnell

Seit Kurzem zählt ChatGPT über 1,2 Milliarden aktive User – pro Woche. Das Wachstum bei der Nutzung des Dienstes spiegelt sich ebenfalls bei der Relevanz im Rahmen von Internetsuchanfragen wider. Laut Adam Fry, ChatGPT Consumer Product Lead, kommt der Dienst inzwischen auf rund 20 Prozent des Suchvolumens von Google. Und das, obwohl ChatGTP erst knapp vier Jahre besteht, der dedizierte Search-Bereich erst seit zwei Jahren.

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Dabei liegt dieser Einordnung eine Analyse von OpenAI zugrunde, bei der das Suchvolumen Googles mit dem Suchvolumen ChatGPTs verglichen wurde. Die konkreten Zahlen wurden jedoch nicht geteilt. Google gab Anfang 2025 an, pro Jahr über fünf Billionen Suchanfragen zu bedienen. Dank des Ausbaus von Gemini und des AI Modes sowie aufgrund eines stets wachsenden User-Aufkommens in Googles Kosmos dürfte die Zahl heute noch größer sein. OpenAI wiederum differenziert bei der Nutzung von ChatGPT, denn nicht jeder Prompt gilt als Suchanfrage. Im Gespräch mit Alex Kantrowitz von Big Technology erklärt Fry, dass zum Beispiel Hilfestellung beim Schreiben oder Coden, die erfragt wird, nicht direkt als Suchanfrage gezählt wird. Gegenüber Kantrowitz nennt er allerdings ein paar Beispiele:

[…] What we’ve seen over the last year is people have grown into all these other topics. Things like you’re looking up a person or people or a place or a thing, and it requires up-to-date information. That’s a key element.

Another big part is finance questions or health questions, where you really want to make sure it’s up-to-date information that’s quite factual, and we’ll do a web search for those questions.

It’s basically anything that a user would have traditionally gone to a traditional search engine for, but is now deciding to go to ChatGPT for.

Eine Anfrage an ChatGPT, die zu einer Web-Suche führt, gilt dann als Suchanfrage.

Nun würde ein Suchvolumen vom Umfang eines Fünftels des Volumens bei Google ChatGPT mit Abstand zur zweitgrößten Suchmaschine machen, wenn man den Dienst als solchen einordnen wollte. Zum Vergleich: Bing ist weltweit unter den klassischen Suchmaschinen laut Statcounter mit 4,8 Prozent Marktanteil hinter Google (91,1 Prozent) die zweitgrößte Suchmaschine. Microsofts Dienst konnte in diesem Jahr den Meilenstein von einer Milliarde aktiver User pro Monat feiern.

Social Media und Videodienste wie YouTube, TikTok und Reddit, KI-Dienste wie Claude und vor allem ChatGPT machen den Suchdiensten jedoch zusehends Konkurrenz. Daher ist es kein Wunder, dass Google selbst die KI-Suchoptionen und -Antworten massiv ausbaut. Auch die AI Mode Ads, die mit den ChatGPT Ads konkurrieren, werden jetzt in mehrere Länder weltweit ausgerollt. In Deutschland sind aber bisher nur die ChatGPT Ads verfügbar.



Google verändert AI Overviews für Brands massiv

– und testet Frage-Bubbles als AI Mode-Zugang

Smartphone Screenshot zeigt Google-Suchmaske mit AI Overview-Integration in hellgrünem Design.
© Google via Canva


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