Performance Marketing
Amazon Ads ermöglicht Werbung auf ChatGPT

Amazon Ads ermöglicht Werbung auf ChatGPT

Niklas Lewanczik | 11.09.26

Dank einer Kooperation mit OpenAI können Advertiser jetzt auch über Amazon Ads Anzeigen auf ChatGPT buchen und dort ihre Botschaften im konversationellen Kontext der User integrieren. Einen Wermutstropfen gibt es aber noch.

Große Neuigkeiten für die Werbebranche: Mit Amazon unterstützt einer der wichtigsten Player im digitalen Werbemarkt ab jetzt ChatGPT Ads. Amazon hat allein im zweiten Quartal 2026 19,8 Milliarden US-Dollar mit Werbung umgesetzt. Das bedeutet im Vorjahresvergleich ein Wachstum von 26 Prozent. Amazon gehört mit solchen Zahlen hinter Google und Meta zu den größten und einflussreichsten Werbenetzwerken der Digitalwelt. Zu diesen möchte OpenAI dereinst auch aufschließen. Bis 2030 möchte das Unternehmen 100 Milliarden US-Dollar mit Werbung umsetzen. Marktforscher:innen bezweifeln allerdings, dass sich dieses Ziel erreichen lässt. eMarketer schätzte die Umsatzmöglichkeit zuletzt deutlich geringer ein. Immerhin gab OpenAI aber kürzlich bekannt, dass die ChatGPT Ads die Marke von einer Milliarde US-Dollar bei der Annualized Revenue Run Rate (ARR) erreicht haben, weniger als 200 Tage nach dem Start.

In etwas mehr als einem halben Jahr hat OpenAI die ChatGPT Ads stetig weiter ausgebaut. Seit Ende August sind sie auch in Deutschland und 30 weiteren europäischen Märkten verfügbar. Inzwischen lassen sie sich dort nicht mehr nur über Partner:innenagenturen und Tech-Partner:innen wie Criteo und StackAdapt buchen, sondern ebenso über den Self-Serve Ads Manager. Mit Amazon Ads kommt für Advertiser eine neue Einstiegsoption für ChatGPT Ads hinzu.



OpenAI öffnet Self-Serve Ads Manager in Deutschland

– 1 Milliarde US-Dollar ARR für ChatGPT Ads

Smartphone Mockup mit ChatGPT Chat und Ad, dahinter pinkfarbener Hintergrund mit einzelnen Kaffeetassen
© OpenAI via Canva


Pilotprojekte gestartet: Werbeschwergewicht holt ChatGPT Ads ins Portfolio

Die Integration von ChatGPT Ads in den Amazon Ads-Kosmos beschränkt sich zunächst auf die USA. Dort können die ersten Werbetreibenden ihre Amazon Ads neuerdings um Anzeigen im konversationellen Umfeld auf ChatGPT erweitern. Chris Conetta, Director of Omnichannel Supply bei Amazon DSP, sieht darin eine große Chance für die Ansprache engagierter User in Kontexten, die sie aktiv mitgestalten.

Konversationelle Werbeanzeigen sind die am schnellsten wachsende Interaktionsmöglichkeit für Marken, neue und bestehende Zielgruppen zu erreichen. Das KI-gestützte Werbeerlebnis ist nicht nur eine Vision des Kommenden, sondern eine Gelegenheit für Werbetreibende, relevante Nutzer dort zu erreichen, wo sie ihre Zeit verbringen. Mit dem Zugriff auf ChatGPT Ads können Werbetreibende ihre Kampagnen nun auf konversationelle Chat-Plattformen ausdehnen, auf denen ihre Kunden aktiv Zeit verbringen.

Die Einsatzoptionen sind dabei vielfältig. Die über Amazon Ads gebuchten ChatGPT Ads sollen User in jenen Kontexten ansprechen können, in denen sie mit möglichen Kauf- oder Buchungsintentionen unterwegs sind. OpenAI gibt an, dass 20 Prozent der Konversationen auf ChatGPT mit einer kommerziellen Absicht in Zusammenhang stehen. Und so werben Unternehmen im konversationellen Kontext von Nutzer:innen, die auf ChatGPT etwa Reisen planen, Produkte bei der Recherche vergleichen oder nach Alternativen zu ihren aktuellen Verträgen und Abonnements suchen. Auch Software-Kontexte sind für die Werbung beliebt. Zu den Top Ten Advertisern auf ChatGPT gehörten vor wenigen Monaten laut Similarweb Unternehmen wie HubSpot, Canva und Monday.com.

Bei den Ads auf der Plattform ist Folgendes zu beachten: Sie sollen klar von den Antworten getrennt und eindeutig als Werbung markiert sein. Auch sollen sie die Antworten im KI-Konversationsverlauf nicht beeinflussen. Die Anzeigen erscheinen unter den Antworten von ChatGPT und enthalten folgende Elemente:

  • Bildmaterial (Werbemittel)
  • Name des werbenden Unternehmens
  • Favicon (Logo des werbenden Unternehmens)
  • Titel (Überschrift)
  • Anzeigentext (Beschreibung)
  • Landingpage
So sieht eine ChatGPT-Werbung im Chat in Deutschland aus, © OpenAI

Während OpenAI das eigene Werbenetzwerk mit Nachdruck ausbaut, um einen relevanten Umsatztreiber zu etablieren, wird Amazon in den USA von der FTC eine umfangreiche Täuschung von Werbetreibenden vorgeworfen, die dem Konzern Milliarden US-Dollar eingebracht haben soll.



Amazon unter Druck:

US-Behörde zieht wegen Milliarden-Vorwürfen vor Gericht

Amazon
© Yender Gonzalez – Unsplash (Änderungen wurden vorgenommen via Canva)


Stelle OnlineMarketing.de als bevorzugte Quelle auf Google ein

Wenn du OnlineMarketing.de auf Google als bevorzugte Quelle einstellen möchtest, um auch in den Schlagzeilen auf Google immer aktuelle News und Tipps aus der Welt des Marketing und der Tech-Entwicklungen zu finden, kannst du einfach die Google-Quelleneinstellungen aufrufen und die Seite anwählen. Über das Stern-Icon neben den Top Stories kannst du ebenfalls bevorzugte Quellen für die spätere Suche speichern.

Kommentare aus der Community

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*
*