SEO - Suchmaschinenoptimierung
Google startet August 2026 Spam Update: Was du wissen musst

Google startet August 2026 Spam Update: Was du wissen musst

Niklas Lewanczik | 19.08.26

Das nächste große Google Update ist da. Mit dem jüngsten Spam Update sollen weltweit mehr unangemessene Inhalte wegfallen. Das kann auch KI-Content betreffen.

Die nächsten Veränderungen für Googles Search Ranking sind im Anmarsch. Obwohl erst Ende Juni das bis dato letzte Spam Update für die Suche beendet wurde, ist just ein neues Spam Update gestartet. Der Account der Google Search Central gab den Roll-out des August 2026 Spam Updates bekannt. Dabei handelt es sich um ein reguläres Update zur Optimierung der Suchergebnisqualität. Es soll binnen weniger Tage weltweit und in allen für die Suche verfügbaren Sprachen ausgerollt und abgeschlossen werden. Über den aktuellen Status können sich User wie gewohnt auf der Seite des Google Search Status Dashboards informieren. Dort werden alle aktuellen Search-Ereignisse wie Algorithmus-Updates oder große Störfälle dokumentiert.

Während sich die Volatilität in der Suche zum Start des Spam Updates in Grenzen hält und SEOs mit guter Basisarbeit keine negativen Folgen erwarten sollten, gilt es dennoch auf einige Besonderheiten zu achten, die Google im Spam-Kontext jetzt abstraft.



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© Mitchell Luo – Unsplash


Auf diese Faktoren solltest du beim Google Spam Update achten

Das Google Update Radar von SISTRIX zeigt derzeit noch keine außergewöhnlichen Fluktuationen in der Suche. Der Semrush Volatility Sensor sieht ebenfalls kaum Volatilität in der Google-Suche. Noch zeigt das August 2026 Spam Update also keine große Wirkung in Bezug auf Ranking-Verschiebungen. Ohnehin sollten sich SEOs und Seitenbetreiber:innen nicht allzu viele Sorgen machen, sofern sie Googles Regeln befolgen und relevante Inhalte bereitstellen. Immerhin erklärt Google im Informationsdokument zu den Spam Updates, dass erkennbare Veränderungen bei den eigenen Seiten, insbesondere Ranking-Verluste, nur bei Verstößen gegen Spam-Regeln an der Tagesordnung sind:

Für Websites, für die nach einem Spam-Update eine Änderung zu sehen ist, solltest du prüfen, ob sie den Spam-Richtlinien entsprechen. Websites, die gegen unsere Richtlinien verstoßen, erhalten möglicherweise ein niedrigeres Ranking oder werden gar nicht in den Suchergebnissen angezeigt. Wenn unsere automatisierten Systeme im Laufe der Monate feststellen, dass die Website unseren Spam-Richtlinien entspricht, kann dies das Ranking positiv beeinflussen.

Aus diesem Dokument geht auch hervor, dass Googles Systeme zur Spam-Erkennung immer aktiv sind. Die großen Updates zeigen eine umfassende Anpassung an, um SEOs mehr Kontext für etwaige Ranking-Schwankungen zu liefern. Googles Senior Search Analyst John Mueller schreibt in einer Reaktion auf LinkedIn unter dem Post zum Update-Start, dass diese Transparenz nicht unbedingt zu Sorgen führen sollte, auch wenn das zuweilen der Fall sein kann:

We have lots of systems that update continuously (most of them update automatically), but when we make bigger / broader changes to the systems, we try to announce them so that it’s easier for folks if they see a big jump in their metrics. That said, it’s sometimes hard to find a good balance between giving some transparency & causing unnecessary worries.

Sorgen sollten SEOs und Seitenbetreiber:innen vor allem Praktiken bereiten, die in Googles Spam-Kategorien fallen. Diese werden bei grundlegender SEO-Arbeit zwar normalerweise vermieden, es kann aber zu Unklarheiten kommen, da es in der jüngeren Vergangenheit einige Anpassungen für die Bewertung von Inhalten als Spam gab.

Was Google seit einiger Zeit abstraft: Von Scaled Content Abuse bis Back Button Hijacking

Abgestraft wird dagegen unter anderem Content, der in betrügerischem Kontext erstellt und verbreitet wird. Des Weiteren gehören Aspekte wie irreführende Weiterleitungen oder Link Spam zu den betroffenen Inhalten. Die Suchmaschine geht seit 2024 aber beispielsweise auch verstärkt gegen Scaled Content Abuse vor, wobei zahlreiche Seiten mit oft minderwertigen Inhalten generiert werden, schlichtweg, um die Chance, prominent in der Suche aufzutauchen, zu erhöhen. Diese Problematik wird durch KI-Dienste wie ChatGPT, Gemini, Claude und Co., die oft zum schnellen Schreiben eingesetzt werden und auch zum Vibe Coding von Seiten, noch verstärkt. Google erklärte 2024:

Our long-standing spam policy has been that use of automation, including generative AI, is spam if the primary purpose is manipulating ranking in Search results. The updated policy is in the same spirit of our previous policy and based on the same principle. It’s been expanded to account for more sophisticated scaled content creation methods where it isn’t always clear whether low quality content was created purely through automation.

Grundsätzlich hat Google aber nichts gegen KI-generierte Inhalte einzuwenden, wie das Unternehmen betont. Es kommt ganz auf die Qualität und den Zweck dieser an. Werden sie in einem manipulativen Kontext eingesetzt, können sie ein Spam-Indikator sein.

Neben Scaled Content Abuse werden Expired Domain Abuse und Site Reputation Abuse im Rahmen der neuen Richtlinien stärker verfolgt. Wie diese Richtlinien im Detail aussehen und was SEOs zu beachten haben, kannst du in unserem dedizierten Artikel nachlesen.

Achtung, Regeländerung im Spam-Bereich bei Google

Aktuell sollten SEO- und Seitenverantwortliche auf einige spezielle Anpassungen bei Google achten. So könnte Google aufgrund von EU-Regularien in der Europäischen Union die Site Reputation Abuse-Regeln im Spam-Kontext wieder lockern, um einer Strafe zu entgehen. Reuters liegt ein Dokument der EU-Kommission vor, in dem Google eine Anpassung angibt. Wie genau diese aussieht, wird nicht im Detail veröffentlicht. Allerdings könnte die Anpassung schlichtweg bedeuten, dass Site Reputation Abuse in der EU wieder zulässig würde; obwohl Google im Statement klarstellt:

Our priority is to keep Search results helpful and useful for users and protect them from deceptive practices like ‚parasite SEO‘ spam that undermine the web.

Noch ist es aber nicht so weit, dass es eine offizielle Anpassung für die EU gibt. Schon seit dem 14. Juni gilt allerdings uneingeschränkt, dass Google Back Button Hijacking als Spam einstuft und abstraft. Beim Back Button Hijacking brechen Seitenbetreiber:innen mit der Erwartung der User, über den Zurück-Button auf einer Seite tatsächlich zur vorherigen Seite zurückgeführt zu werden. Zum Beispiel kann der Klick darauf dann auf Drittseiten, die ein User noch gar nicht besucht hat, führen. Oder der Klick auf den Zurück-Button führt zur Anzeige von unerwünschten Empfehlungen und Ads. Sofern Websites über den Zurück-Button nicht einfach den Rückweg beim Browsen im Web ermöglichen, sieht Google darin neuerdings die Basis einer Spam-Praktik. Die Suchmaschine stuft das als manipulatives oder irreführendes Verhalten ein und erklärt:

We believe that the user experience comes first. Back button hijacking interferes with the browser’s functionality, breaks the expected user journey, and results in user frustration. People report feeling manipulated and eventually less willing to visit unfamiliar sites […].

Die Unvereinbarkeit von User-Erwartung und tatsächlicher Erfahrung auf einer Seite, die die UX verschlechtert, gilt als Kriterium für Spam. Da Google zuletzt einen Anstieg des Einsatzes dieser Praktik wahrgenommen hat, werden die Richtlinien jetzt angepasst.

Auch gut zu wissen für SEOs und Seitenbetreiber:innen: Bei Google lassen sich inzwischen bevorzugte Seiten in der Google-Suche auch auf Deutsch einstellen und Publisher können Usern aktiv Hinweise darauf geben. Wie das geht, beschreiben wir in unserem Beitrag zum Thema. Diese bevorzugten Quellen werden neuerdings ebenso für die AI Overviews und den AI Mode herangezogen, was für Publisher besonders relevant ist.



Endlich sehen, wie Social Media Content in der Google-Suche performt:

Platform Properties für Search Console

gelber Hintergrund, davor Google Search Console Interface mit Visual und Social-Media-Logos
© Google via Canva


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