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Wie es eigentlich zu Claude Code kam: Anthropic erzählt Making Of
© Anthropic via Canva

Wie es eigentlich zu Claude Code kam: Anthropic erzählt Making Of

Niklas Lewanczik | 07.07.26

Heute ist Claude Code zentraler Bestandteil diverser KI-Aufgaben, die Zeit sparen und das Leben erleichtern können. Doch wie wurde die Coding-Assistenz, die jetzt von einem neuen Supermodell unterstützt wird, eigentlich zu dem, was sie ist? Anthropic gibt Antworten.

Die KI-Coding-Assistenz Claude Code hat sich zu einem Kerninstrument digitaler Arbeit entwickelt. Mit Claude Code können User ihre Code-Basis bearbeiten, Dateien bearbeiten, Befehle ausführen und so viel mehr. Längst hat Anthropic mit Claude Cowork auch ein Pendant im Portfolio, das die coding-basierten Fähigkeiten Claude Codes auf alltägliche Arbeitsbereiche überträgt.

Inzwischen ist Claude Code mit vielen hilfreichen Updates versehen worden. Während die Konkurrenz von OpenAI mit Codex einen erfolgreichen Coding Agent anbietet – der bald sogar eigene Hardware erhalten könnte –, verpasst Anthropic Claude Code immerzu Neuerungen. So können User das Tool beispielsweise seit Kurzem mit Claude Design verbinden, in der Agent View-Liste alle Sessions einsehen, mit Artifacts aus Coding Sessions Projektseiten bauen und die Evolution von Claude Code, Claude Tag, quasi wie ein Team-Mitglied via Slack einsetzen.

Wie das heute so erfolgreiche Tool eigentlich ins Leben gerufen wurde, zeichnet Anthropic jetzt nach und zitiert dabei wichtige Angestellte wie Meaghan Choi aus dem Devs-Design-Team des Unternehmens:

Coding has historically been very inaccessible. Putting it in the hands of so many people and seeing what they’ve been creating, internally and externally, has been really rewarding.



Claude Tag als Claude Code-Fortschritt:

Einfach Claude bei Slack beauftragen

@-Zeichen und Claude-Schriftzug vor verschwommenem Hintergrund
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Coding als Weg zu transformativer AI: Von VS Code Extension zu Clide

Das erste Produkt, das Anthropic entwickeln wollte, war eine Coding-Assistenz. Das erklärt Ben Mann, Mitgründer des KI-Unternehmens, das 2021 ins Leben gerufen wurde, und Labs Team Lead. Zuerst gab es demnach ein Tool namens VS Code Extension, das Usern beim Chat mit einer KI Hilfestellung zu ihren Coding-Fragen lieferte. Shauna Kravec, Head of Reinforcement Learning bei Anthropic, ergänzt, dass das Unternehmen schon Anfang 2022 über Coding Agents nachdachte.

We were interested in coding because we thought that the path to transformative AI would route through the ability to automate large chunks of software engineering work,

schreibt sie in dem ausführlichen Beitrag, den Anthropic als klassischen Artikel, aber auch als Rezeptionsoption über ein Coding Terminal zur Verfügung stellt. Dieser skizziert die Entstehung von Claude Code.

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Für das VS Code Plugin, das Anfang 2022 bereitstand, gab es nur 100 externe User. Allerdings war diese Option noch weit entfernt von dem, was als Coding Agent in den Folgejahren veröffentlicht werden sollte. Denn die technische Infrastruktur für solche Agents ist deutlich komplizierter als bei reinen Chatbots, so Kravec.

So sah das VS Code Plugin aus, © Anthropic
So sah das VS Code Plugin aus, © Anthropic

Doch Anthropic arbeitete weiter an den Fähigkeiten des agentischen Codings, um einst Tools anbieten zu können, die die digitale Transformation mit KI wirklich vorantreiben – also Aufgaben für Millionen von Menschen übernehmen können. Wie sie es heute tun, wenn sie denn eingesetzt werden.



Mangelnde KI-Budgets bremsen Transformation in Deutschland

Illustration eines Gehirns als Symbol für künstliche Intelligenz. Das Bild steht für die AWS-KI-Studie 2026 zu KI-Nutzung, agentischer KI und digitaler Transformation in deutschen Unternehmen.
© Shubham Dhage – Unsplash


Als zum Beispiel 2023 Claude 2 an den Start ging, hieß Googles Gemini noch Bard und ChatGPT war im Chatbot Game die unangefochtene Nummer eins. 2023 war es auch, dass Anthropic erste agentische Funktionen besser für Coding-Zwecke einsetzen konnte, etwa Function Calling, die Suche und dergleichen mehr. Ben Mann erklärt:

Shauna’s team was seeing tremendous progress. They figured out how to give the model a bash tool, to give it the ability to search around—these are the key pieces that make agentic coding work.

Dann wurde erstmals ein richtiges Command Line Tool entwickelt, das den Chat mit Claude explizit für Code-Bearbeitung und Developer-Aufgaben ermöglichte: Clide. Das Tool war noch kaum belastbar, aber Adam Wolff, der Erste Manager des Claude Code Teams zu der Zeit, setzte einen Clide Agent ein, der zum ersten Mal kleine agentische Aufgaben übernehmen konnte.

The first time it worked, I was dancing around my kitchen. I couldn’t believe it.

Durchbruch mit Claude CLI

Boris Cherny, der später als Head of Claude Code arbeiten würde, kam einige Zeit nach der Integration von Clide zu einer Art Durchbruch mit Claude CLI. Er setzte auf die Claude API und erstellte eine Demo, die nach und nach dabei half, echte Coding-Aufgaben zu übernehmen. Cherny erinnert sich:

The day after posting this, I walked in and saw Robert working, and I recognized those red and green lines for code, which are kind of iconic now. He was like, ‘Yeah, it’s doing my coding.‘ It was just the craziest thing – it was useful.

Im Oktober 2024, als Anthropic öffentlich die Möglichkeit ankündigte, dass Claude Code für dich schreiben kann, lief die Arbeit an Claude Code auf Hochtouren. Der Großteil der Anthropic Labs wurde zu Claude Code verlegt, erklärt Engineer Raphael Lee. Dann, erst Anfang 2025, startete Claude Code als Nachfolgeoption von Claude CLI. Ergänzt wurde das Clawd-Maskottchen – dessen Name zwischendurch auch für ClawdBot, dann Moltbot und heute OpenClaw Bedeutung hatte. Sam McAllister von Anthropric hatte dieses Maskottchen für den Start von Claude 3.5 Sonnet kreiert.

Clawd-Maskottchen, © Anthropic, GIF
Clawd-Maskottchen, © Anthropic

Nach der Veröffentlichung als öffentliche Preview kamen neue Modelle wie jene der Claude 4-Reihe und Abonnements, die dem Unternehmen mehr Entwicklungs-Power verschafften. Nach und nach konnte das Tool immer mehr – und auch immer mehr Code schreiben. Boris Cherny meint:

In February 2025, Claude Code was writing maybe 10 percent of my code. By May it went up to 30, 40 percent. I remember I was at the Code with Claude developer conference when Sonnet 4 came out, sitting in the back room, coding, and I thought, ‘Wow, this is really getting good.‘ The model was so much better, so agentic, so good at coding. By winter 2025, 100 percent of my code was written by Claude Code. Not a single line by hand.

Wie Cherny geht es inzwischen auch anderen Anthropic-Mitarbeiter:innen. Igor Kofman vom Technical Team in den Anthropic Labs gibt zu, selbst keinen Code mehr zu schreiben. Shauna Kravec betont zudem, dass ein Tool wie Claude Code Menschen 2026 und 2027 in kurzer Zeit bei der Bearbeitung zahlreicher Probleme helfen könnte, Probleme, an denen sie schon sehr lange arbeiten. In drei Monaten könne bereits sehr viel geschehen.

Damit Claude Code heute immer besser arbeitet, erhält das Tool inzwischen Support vom neuen Modell Claude Sonnet 5 sowie von den wiedereingeführten Supermodellen Claude Fable 5 und – für die wenigen mit Zugriff – Claude Mythos 5.



Claude Fable 5 kommt zurück und Claude Sonnet 5 neu dazu

beigefarbener Hintergrund, eine Fünf aus Pflanzen davor
© Anthropic via Canva


Wie Claude Code heute in der Praxis eingesetzt wird, lässt sich an zahlreichen Beispielen ablesen. Anthropic selbst liefert einen datenbasierten Beitrag zu Praxisbeispielen und schreibt unter anderem:

Agentic coding has taken off. The share of GitHub projects with coding agent activity has more than doubled since late 2025, and Claude Code users now spend an average of 20 hours per week using the tool […].

Die Möglichkeiten sind vielfältig, weil das Team dieses Produkt als wichtige Säule für digitale Arbeit aufgebaut hat. Doch die Konkurrenz von OpenAI, Google und Co. hat längst mit Alternativen reagiert.



Was 81.000 Menschen von KI wollen

Weltkarte mit grünen Symbolen, Zitat davor, beigefarbener Hintergrund
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