Performance Marketing
Pay-per-Click Ads und Ad Manager für ChatGPT: Launch soll bevorstehen

Pay-per-Click Ads und Ad Manager für ChatGPT: Launch soll bevorstehen

Niklas Lewanczik | 17.04.26

Werbetreibende können ihre ChatGPT Ads wohl bald nach Klicks statt Impressions abrechnen lassen. OpenAI hat entsprechende Vorkehrungen getroffen.

Als OpenAI Ads auf ChatGPT startete, hegte das Unternehmen große Hoffnungen, mit dem eigenen Werbemodell schnell eine Umsatzsteigerung zu erzielen. Immerhin sollten erste Advertiser hunderttausende US-Dollar an Investment aufbringen und für die Ausspielung in der relevanten KI-Umgebung mit über 900 Millionen wöchentlich aktiven Usern 60 US-Dollar für 1.000 Impressions zahlen. Denn das KI-Unternehmen begann die Werbeintegration mit einem Abrechnungsmodell, das auf Impressions basiert, und sorgte damit für Aufsehen. Allerdings gab OpenAI schon vor Monaten an, die Werbemodalitäten künftig anzupassen. Jetzt dürfte es so weit sein. Das Unternehmen hat eine Pay-per-Click-Abrechnung vorbereitet. Die soll dabei helfen, das Werbemodell erfolgreicher zu machen.


„Help, I can’t escape ChatGPT Ads“:

Werbung im großen Stil ausgerollt

Smartphone Mockup mit Ad bei ChatGPT, Wolken im Hintergrund
© OpenAI via Canva


ChatGPT Ads über Klicks abrechnen: Hinweise im Code und von Insidern

Schon vor einigen Tagen berichtete Trishla Ostwal für Adweek von ersten Hinweisen auf das Pay-per-Click-Modell für ChatGPT Ads. Der Publisher konnte Snippets im Code einsehen, die auf klick- und conversionbasierte Abrechnungsoptionen für die Ads hindeuten. Inzwischen hat auch der Publisher The Information angegeben, dass OpenAI noch diesen Monat Cost-per-Click Ads launchen könnte.

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Ann Gehan schreibt, dass schon in den nächsten Tagen die Option zur Abrechnung nach Klicks für Advertiser bereitgestellt werden könnte. Sogar ein eigener Ads Manager könnte schon bald aufgesetzt werden, wie ebenso aus dem von Adweek untersuchten Code hervorgeht. Auch Krystal Scanlon und Seb Joseph berichten für Digiday von einem Ads Manager im Test. In diesem sind die Cost-per-Click-, aber ebenfalls Cost-per-Acquisition-Optionen schon hinterlegt, als „coming soon“. Das Targeting beschränkt sich derweil noch auf Keywords und Texthinweise sowie länderspezifische Ausschlüsse. Das Werbemodell soll aber kontinuierlich ausgebaut werden, wie Insider anonym gegenüber Digiday und The Information angeben.

Werbeoptimierung notwendig: Noch muss sich das Modell beweisen

OpenAI selbst kündigte Erweiterungen für das Werbemodell bereits zum Roll-out-Start an. Der Ex-Meta-Marketer Dave Dugan – immerhin zuvor Vice President of Global Clients and Agencies bei Meta – soll jetzt beim Thema Ad Sales unterstützen. Die Ads auf ChatGPT erscheinen bisher noch nicht in Deutschland, sind in den USA aber inzwischen für alle Go und Free User zu sehen. Dabei erfreuen sich die Nutzer:innen nicht immer passender Anzeigen, wie OpenAI sie angekündigt hat. Die Ads brechen mit einem Versprechen: Die Konversation werde nicht beeinträchtigt, ohnehin sollten die Ads nur hilfreiche Ergänzungen bieten und deutlich von der Antwort getrennt werden. Der SEO-Experte Glenn Gabe berichtet auf X davon, mit seinem Free Account bei jedem neuen Prompt Ads zu sehen. In einer Antwort im Thread zu seinem eigenen Post gibt er sogar an, immerzu neue Werbung zu sehen, egal wonach er sucht:

Help, I can’t escape ChatGPT ads… literally no matter what I search for, ads show up.

Emily Forlini berichtete für PC Mag von ersten Ads, die sie auf ChatGPT gesehen hat. Forlini kritisiert, dass OpenAI die Anzeigen durchaus nicht immer als „hilfreiche und unterhaltsame“ Ergänzungen einführt. Vielmehr seien sie zum Teil ablenkend und unpassend. Eine Anzeige habe auf ihrem Smartphone Screen fast den gesamten Bildbereich eingenommen, sodass sie die Konversation kaum noch nachvollziehen konnte. Eine weitere Ad tauchte bei ihr im Rahmen einer Diskussion von Designthemen auf. Die Werbung ist für Canva, doch Emily Forlini gibt an, weder einen Besuch bei Canva noch eigene Designpläne geteilt zu haben. So sei die Ad für sie kaum relevant gewesen.

Neben der Kritik einzelner User ist für OpenAI problematisch, dass Executives von Agenturen, die für Werbungtreibende auf ChatGPT arbeiten, gegenüber The Information angaben, bisher keine nennenswerten „Business Outcomes“ infolge der Werbung auf ChatGPT nachweisen zu können. Das mag auch mit dem Abrechnungsmodell zu tun haben. Zudem können die Advertiser noch nicht automatisiert Inventar kaufen und bislang auf kaum relevante Daten für die Einordnung des Werbeerfolgs zurückgreifen. OpenAI aber möchte die Werbemonetarisierung als Einnahmequelle unbedingt voranbringen. Laut The Information plant das Unternehmen zum einen, Advertisern eine Push-Option zu bieten, um ihre Ads noch öfter auszuspielen. Das würde mit der vielfachen Ausspielung, wie sie Glenn Gabe schon erlebt hat und wie sie viele US User sehen könnten, korrelieren.

OpenAI verbrennt aktuell noch sehr viel Geld, was sich zuletzt bei der Einstellung des kostenintensiven Modells Sora zur KI-Videogenerierung zeigte. Erst 2030 könnte das Unternehmen profitabel werden. Trotz immenser Investments in Finanzierungsrunden, zuletzt gab es eine Zuschreibung von 122 Milliarden US-Dollar, braucht das Unternehmen dringend Umsatztreiber. Neben den Abonnementmodellen, darunter etwa das neue ChatGPT Pro-Abo für 103 Euro im Monat, soll die Werbung zum wichtigen Faktor avancieren. Laut Axios rechnet OpenAI in diesem Jahr mit 2,5 Milliarden US-Dollar Werbeumsatz – weniger als bei Netflix. 2030 sollen es hundert Milliarden sein. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Unterdessen dominieren Meta, Google und Amazon weiterhin den digitalen Werbemarkt. 2026 soll Meta laut eMarketer erstmals Google überholen und über 240 Milliarden US-Dollar Werbeeinnahmen generieren.


Meta soll Google 2026 erstmals bei Werbeeinnahmen überholen

Mark Zuckerberg vor Meta-Logo, heller Hintergrund
© Meta, Dima Solomin – Unsplash

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