Human Resources
Feiertage am Wochenende: Beschäftigte müssen 2026 zweieinhalb Tage mehr arbeiten

Feiertage am Wochenende: Beschäftigte müssen 2026 zweieinhalb Tage mehr arbeiten

Marié Detlefsen | 19.01.26

Der Kalender meint es 2026 nicht gut mit Arbeitnehmer:innen: Viele gesetzliche Feiertage fallen auf Wochenenden und sorgen dafür, dass Beschäftigte spürbar mehr arbeiten müssen. Erfahre, auf welche freien Tage du verzichten musst.

Für Arbeitnehmer:innen in Deutschland hält das Jahr 2026 eine wenig erfreuliche Überraschung bereit. Ein Blick auf den Kalender zeigt: Viele gesetzliche Feiertage fallen auf ein Wochenende und bringen damit keinen zusätzlichen freien Tag. Die Folge: Im kommenden Jahr steigt die Zahl der regulären Arbeitstage deutlich an.

Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes kommen Beschäftigte bundesweit im Durchschnitt auf 250,5 Arbeitstage. Das sind 2,4 Tage mehr als im Jahr 2025, das mit 248,1 Arbeitstagen den niedrigsten Wert seit 2019 markierte. Für viele Arbeitnehmer:innen bedeutet das spürbar mehr Präsenz im Job, trotz gleichbleibender Anzahl an Feiertagen.

Feiertage ohne freien Tag

Besonders ins Gewicht fällt, dass mehrere bundesweit geltende Feiertage 2026 auf ein Wochenende fallen. Dazu zählen unter anderem der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober sowie der zweite Weihnachtsfeiertag am 26. Dezember, die beide auf einen Samstag fallen. Auch Allerheiligen (1. November), ein gesetzlicher Feiertag in katholisch geprägten Bundesländern wie Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland, liegt auf einem Sonntag.

In Deutschland gibt es insgesamt neun bundeseinheitliche Feiertage, darunter Neujahr, Karfreitag, Ostermontag und der 1. Mai. Hinzu kommen regionale Feiertage, die nicht überall gelten. Deshalb weist die Statistik für die durchschnittliche Zahl der Arbeitstage auch Werte mit einer Nachkommastelle aus.

Mehr Arbeit, mehr Wirtschaftswachstum?

Was für Arbeitnehmer:innen eine Belastung ist, gilt aus wirtschaftlicher Perspektive als Vorteil. Das Statistische Bundesamt verweist auf eine gängige Faustregel: Ein zusätzlicher Arbeitstag kann das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um rund 0,1 Prozent steigern. Laut Berechnungen des arbeitgeber:innennahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) entspricht das einem wirtschaftlichen Effekt von bis zu 8,6 Milliarden Euro.


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© Pixabay – Pexels


Allerdings ist dieser Effekt nicht automatisch garantiert. Entscheidend sei auch, wann der zusätzliche Arbeitstag im Jahr liege. Tage zwischen Weihnachten und Neujahr hätten beispielsweise weniger Einfluss, da in vielen Branchen ohnehin nur eingeschränkt gearbeitet werde. Fällt hingegen ein Feiertag wie der 3. Oktober auf ein Wochenende, wirkt sich das stärker auf die Wirtschaftsleistung aus.

Neue Feiertage – aber kein Vorteil 2026

In den vergangenen Jahren wurden in mehreren Bundesländern zusätzliche gesetzliche Feiertage eingeführt. So ist der Reformationstag (31. Oktober) seit 2018 in Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen arbeitsfrei. Berlin führte 2019 den Internationalen Frauentag am 8. März ein, Mecklenburg-Vorpommern folgte 2023. Doch auch hier schaut das Jahr 2026 wenig arbeitnehmer:innenfreundlich aus: Sowohl der Reformationstag als auch der Internationale Frauentag fallen auf ein Wochenende. Ein zusätzlicher freier Tag bleibt Arbeitnehmer:innen damit verwehrt. Historisch betrachtet liegt 2026 damit im oberen Bereich der Arbeitstage. Den bisherigen Höchstwert seit der Wiedervereinigung verzeichnete das Jahr 2004 mit durchschnittlich 252,8 Arbeitstagen.

Für Arbeitnehmer:innen bedeutet 2026 vor allem eines: mehr Arbeitstage und weniger kalenderbedingte Auszeiten. Während die Wirtschaft von dem Effekt profitieren könnte und Ökonom:innen bereits ein BIP-Wachstum zwischen 0,9 und 1,3 Prozent erwarten, bleibt für viele Beschäftigte der Eindruck, dass der Kalender im kommenden Jahr eher den Unternehmen als den Arbeitnehmer:innen in die Karten spielt.


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