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Zuckerberg holt Trump-Vertraute ins Top-Management und stellt die Weichen auf KI-Macht

Zuckerberg holt Trump-Vertraute ins Top-Management und stellt die Weichen auf KI-Macht

Larissa Ceccio | 13.01.26

Mit der Ernennung von Dina Powell McCormick zur Meta-Präsidentin bringt Mark Zuckerberg eine frühere Trump-Beraterin ins Top-Management – parallel fließen Milliarden in KI und fallen Jobs im Metaverse weg.

Meta hat Dina Powell McCormick zur Präsidentin und stellvertretenden Vorsitzenden ernannt. Sie berichtet künftig direkt an CEO Mark Zuckerberg und wechselt damit vom Aufsichtsrat in das operative Management. Offiziell geht es um Wachstum, globale Kooperationen und Infrastruktur. Politisch lässt der Schritt viele aufhorchen.



Verantwortlich für Liquid Glass:
Apples Top-Designer kreiert bald für Meta

© Apple


Strategin für Milliardeninvestitionen in KI – und politische Brücken

Wie zunächst Axios berichtete, rückt Powell McCormick bei Meta in eine Schlüsselrolle auf und wird künftig direkt an den zentralen strategischen Entscheidungen des Tech- und KI-Konzerns beteiligt sein. Auch ABC News und CNBC bestätigten, dass sie Teil des operativen Management Teams wird und maßgeblich an der Ausrichtung und Umsetzung der langfristigen Konzernstrategie mitwirkt.

Powell McCormick gilt als bestens vernetzt in Finanzwelt und Politik. Sie war hochrangige Beraterin in den Regierungen von Donald Trump und George W. Bush, arbeitete im Außenministerium sowie im Nationalen Sicherheitsrat und war später viele Jahre im Top-Management von Goldman Sachs tätig. Bei Meta saß sie bereits im Board und engagierte sich dort laut Unternehmen intensiv für die Beschleunigung der KI-Strategie auf den Plattformen des Konzerns.

In ihrer neuen Rolle soll sie nun die Gesamtstrategie mitprägen, insbesondere die Umsetzung milliardenschwerer Investitionen. Zuckerberg erklärte in einem öffentlichen Statement, Powell McCormick sei „in einzigartiger Weise geeignet“, Meta beim nächsten Wachstumsschritt zu unterstützen.

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Nur wenige Stunden nach der Personalentscheidung stellte Zuckerberg mit Meta Compute eine neue milliardenschwere KI-Initiative vor. Der zeitliche Zusammenhang lässt vermuten, dass Zuckerberg den Aufbau eigener KI-Infrastruktur als zentralen langfristigen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Big-Tech-Konzernen versteht.

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Meta plant, in diesem Jahrzehnt Dutzende Gigawatt an Rechenleistung aufzubauen und perspektivisch sogar Hunderte Gigawatt. Es geht um Rechenzentren, Energieversorgung und KI-Infrastruktur in bislang kaum gekannter Größenordnung. Powell McCormick soll dabei helfen, Kooperationen mit Regierungen und staatlichen Investor:innen aufzubauen, um diese Infrastruktur zu finanzieren, abzusichern und geopolitisch zu verankern. Der Konzern hatte bereits zuvor angekündigt, bis 2028 rund 600 Milliarden US-Dollar in US-amerikanische Infrastruktur und Arbeitsplätze zu investieren, darunter auch in „branchenführende KI-Rechenzentren“.

Trump beglückwünscht Zuckerberg zu seiner Personalentscheidung

Dass Meta diesen Schritt geht, fügt sich in Mark Zuckerbergs zunehmende offene Annäherung an Donald Trump ein. Trump selbst begrüßte die Entscheidung umgehend auf seiner Plattform Truth Social. Er schrieb:

Congratulations to DINA POWELL MCCORMICK, WHO HAS JUST BEEN NAMED THE NEW PRESIDENT OF META. A great choice by Mark Z!!! She is a fantastic, and very talented, person, who served the Trump Administration with strength and distinction!

Seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus ist Meta immer mehr zu seinem Lager übergegangen. Zu den begleitenden Maßnahmen im Rahmen dieser Anbiederung gehört, dass Meta die zuvor offensiv kommunizierten Diversity- und Equality-Programme eingestellt und den Faktencheck beendet hat. Zuckerberg selbst war zuletzt mehrfach im Weißen Haus, betonte milliardenschwere Investitionszusagen in den USA und holte mit UFC-Chef Dana White bereits eine weitere Trump-nahe Figur in den Aufsichtsrat.

Dabei stand Meta lange für das Gegenteil dessen, was der Konzern heute signalisiert. Nach dem von Donald Trump befeuerten Sturm auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021 hatte Meta Trumps Accounts auf Facebook und Instagram zeitweise gesperrt. In den Jahren danach ging Trump offen auf Konfrontationskurs. Er attackierte Meta wiederholt öffentlich, warf den Plattformen politische Einflussnahme vor und bezeichnete Facebook sogar als „Volksfeind“. Diese Meinung dürfte er nun ändern. Dafür hat Mark Zuckerberg gesorgt.

KI rauf, Metaverse runter

Der Strategiewechsel zeigt sich auch an anderer Stelle. Parallel zu den KI-Offensiven plant Meta, rund zehn Prozent der Belegschaft im Reality-Labs-Geschäft abzubauen. Das berichten unter anderem Bloomberg und die New York Times. Betroffen wäre damit ein Bereich mit etwa 15.000 Mitarbeitenden, der jahrelang das Metaverse-Versprechen des Konzerns verkörperte.

Während smarte Brillen wie Ray-Ban Meta offenbar solide verkauft werden, kommt die VR-Plattform selbst nicht entscheidend voran. Bereits zuvor hatte es Berichte über Budgetkürzungen von bis zu 30 Prozent gegeben. Technikchef Andrew Bosworth hat für diese Woche ein internes Pflicht-Meeting angesetzt, das intern als „wichtigstes des Jahres“ gilt.

Fragen nach Einfluss, Abhängigkeiten und politischer Neutralität

Auf der einen Seite wird das Metaverse zurückgefahren. Auf der anderen Seite bündelt Meta Kapital, Personal und politische Beziehungen rund um KI, Rechenleistung und Energieversorgung. Auch Metas jüngste Übernahme des KI-Players Manus zahlt auch Metas Bemühungen rund um AI ein. Genau wie die Ernennung von Dina Powell McCormick zur Präsidentin und stellvertretenden Vorsitzenden, die dazu dienen dürfte, regulatorische Hürden zu senken, staatliche Kooperationen zu sichern und langfristige Standortentscheidungen politisch abzustützen. Die Fragen nach Einfluss, Abhängigkeiten und politischer Neutralität dürften für Nutzer:innen ebenso wie für Marketer auf Metas Plattformen Instagram, Threads und Facebook künftig noch stärker in den Fokus rücken.



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Logos von Manus und Meta vor blauem Hintergrund
© Manus via Canva

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