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Twitter startet Safety Mode und sperrt automatisch toxische Accounts

Twitter startet Safety Mode und sperrt automatisch toxische Accounts

Niklas Lewanczik | 02.09.21

Mit dem neuen Safety Mode möchte Twitter störende Interaktionen eindämmen. Dazu werden Accounts von Verfasser:innen schädlicher oder unerwünschter Tweets vorübergehend gesperrt.

Der Kurznachrichtendienst hat angesichts der hohen Frequenz an Tweets und Antworten darauf häufig Probleme mit Hate Speech, unerwünschten Antworten und Co. Daher hat Twitter zuletzt verschiedene Funktionen und Einstellungen eingeführt, um Usern mehr Kontrolle über ihre Konversationen und ihre Sicherheit auf der Plattform zu bieten. So können diese etwa entscheiden, wer auf ihre Tweets antworten kann, Accounts stummschalten oder blocken.

Zusätzlich führt Twitter nun einen Safety Mode ein, um disruptive Interaktionen zu minimieren. Dabei werden Verfasser:innen von Tweets, die von Twitter als schädlich oder unerwünscht eingestuft werden, automatisch blockiert. Allerdings nur vorübergehend.

Safety Mode ermöglicht Account-Sperrung bei schädlichen Interaktionen

Zunächst wird die Funktion für Accounts mit englischsprachigen Einstellungen ausgerollt. Sie steht vorerst auch nur einer kleinen Feedbackgruppe auf iOS, Android und Twitter.com zur Verfügung. Das berichtet Twitters Senior Product Manager Jarrod Doherty auf dem offiziellen Blog des Unternehmens.

Mit dem neuen Safety Mode können Accounts vorübergehend gesperrt werden, und zwar für eine Woche. Voraussetzung ist, dass sie potenziell schädliche Ausdrücke, wie etwa Beleidigungen oder hasserfüllte Bemerkungen, verwenden oder wiederholt und unaufgefordert Antworten oder Erwähnungen senden. Um auf diese Option eingehen zu können, muss die Funktion in den User-Einstellungen aktiviert sein. Dann bewerten die Systeme von Twitter die Wahrscheinlichkeit eines negativen Engagements. Hierbei wird sowohl der Inhalt des Tweets als auch die Beziehung zwischen Verfasser:innen des Tweets und den Antwortenden berücksichtigt, sodass Accounts, denen ein User folgt oder mit denen dieser häufig interagiert, nicht automatisch blockiert werden.

Twitters neuer Safety Mode in den Einstellungen
Twitters neuer Safety Mode in den Einstellungen, © Twitter

Autoblocking-Funktion für mehr Sicherheit der User

Setzen User Tweets ab, die von Twitters Technologie als schädlich oder unerwünscht eingestuft werden, werden ihre Accounts automatisch blockiert. Dann können sie dem Account eines Users – von dem die Funktionsausübung ausgeht – vorübergehend nicht folgen, dessen Tweets nicht sehen und keine Direktnachrichten senden. Nutzer:innen haben dabei jederzeit die Möglichkeit, Informationen über die im Safety Mode markierten Tweets zu finden und die Details der vorübergehend blockierten Accounts einzusehen.

Bevor der zeitlich begrenzte Safety Mode endet, erhalten Nutzer:innen eine Benachrichtigung mit einer Zusammenfassung dieser Informationen. Da es dabei durchaus auch zu Fehlern kommen kann, können User die automatischen Sperrungen im Safety Mode jederzeit in ihren Einstellungen einsehen und rückgängig machen. Twitter wird regelmäßig die Genauigkeit der Safety-Mode-Systeme überwachen, um die Erkennungsfunktionen zu verbessern.

Der Safety Mode ermöglicht das Autoblocking von Accounts
Der Safety Mode ermöglicht das Autoblocking von Accounts, © Twitter

In den kommenden Wochen möchte Twitter beobachten, wie der Safety Mode funktioniert und Verbesserungen und Anpassungen vornehmen. Erst dann soll das Feature für alle auf Twitter zugänglich gemacht werden.

Vor diesem Hintergrund hat Twitter das Feature entwickelt

Twitter hat nach eigenen Angaben mehrere Anhörungs- und Feedbacksitzungen mit vertrauenswürdigen Partner:innen durchgeführt, die über Fachwissen in den Bereichen Online-Sicherheit, psychische Gesundheit und Menschenrechte verfügen. Mit dabei waren auch Mitglieder von Twitters Trust and Safety Council. Diese Personen haben bei der Nominierung von Twitter-Account-Besitzer:innen mitgewirkt, die zur Teilnahme an der Feedback-Gruppe aufgerufen wurden. Personen aus marginalisierten Gemeinschaften und Journalist:innen hatten dabei Priorität. Die Menschenrechtsorganisation ARTICLE 19 – die sich für digitale Rechte und Gleichberechtigung einsetzt – kommentiert Twitters Schritt:

Als Mitglieder des Trust & Safety Council haben wir Feedback zum Safety Mode gegeben, um sicherzustellen, dass er Maßnahmen zum Schutz von Gegenrede enthält und gleichzeitig gegen Online-Belästigung von Frauen und Journalist*innen vorgeht. Der Safety Mode ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung, um Twitter zu einem sicheren Ort zu machen, an dem man sich ohne Angst vor Missbrauch an der öffentlichen Diskussion beteiligen kann.

 

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