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Unternehmensrichtlinien
Für die Amazon Prime App untergräbt Apple seine Richtlinien
Wien Kärtner Straße © Apple

Für die Amazon Prime App untergräbt Apple seine Richtlinien

Niklas Lewanczik | 03.08.20

Statt 30 Prozent Provision zahlt Amazon nur 15 Prozent an Apple. Interne Mails zur Verhandlung mit Jeff Bezos belegen, wie sehr Apple um Prime Video buhlte.

Jeff Bezos verhandelte 2016 persönlich mit einem Senior Vice President von Apple, Eddy Cue, um einen Deal abzuschließen, der die Prime Video App in den App Store bringt. Dabei kam heraus, dass Amazon die gängige Provision für Apple – 30 Prozent – halbieren konnte. Zudem erhält Apple gar keine Provision für Kunden, die bereits den Dienst abonniert haben. Bekannt wurden die Details zum schon lange bestehenden Deal, nachdem Tim Cook vor dem US-Kongress ausgesagt hatte und interne Mails freigegeben worden waren.

Eine Hand wäscht die andere: Vorteile für Amazon und Apple

Bei Bloomberg berichtet Mark Gurman von den Vorteilen, die Amazon, aber auch Apple aus diesem Deal ziehen können. Ende 2017 wurde dieser bekanntgegeben und er erlaubte Amazons Prime Video App Einzug in Apples App Store zu halten. Darüber hinaus wurde der Dienst bei Siri und Apples TV App integriert. Außerdem erhält Apple 15 Prozent Provision bei Abonnements von Prime-Video-Partnern wie Showtime, wenn diese über einen Apple-Dienst zustande gekommen sind.

Während App-Anbieter im App Store normalerweise im ersten Jahr 30 Prozent und ab dem zweiten Jahr 15 Prozent Provision an Apple zahlen müssen, konnte Amazon sofort mit 15 Prozent einsteigen. Allerdings gab Apples CEO Tim Cook gegenüber dem US-Kongress an:

We treat every developer the same.

Einige Entwickler können seit diesem Jahr die 30 Prozent Provision umgehen, sofern sie ihre Apps in diverse Apple-Dienste integrieren; ganz ähnlich wie Amazon es mit Prime Video gemacht hat.

Die „akzeptablen Vertragsbedingungen“, für die sich Amazon laut Heise besonders stark eingesetzt hat, bringen allerdings beiden Big Playern Vorteile. Für Apple haben die Verhandlungen womöglich auch dazu beigetragen, ab 2018 erstmals direkt über Amazon die eigenen Produkte verkaufen zu können. Im ersten Jahr erwartete Amazon Umsätze von 3,2 Milliarden US-Dollar im Rahmen dieses Reseller Deals.

Und dass der Verkauf von Produkten wie dem iPhone über Amazon das Geschäft von Apple angekurbelt haben dürfte, liegt nahe. Zwei der reichsten und mächtigsten Unternehmen der Welt haben mit diesem Deal ihre ohnehin starke Marktposition noch optimieren können. Die Anhörung Tim Cooks vor dem US-Kongress hat nun immerhin dafür gesorgt, dass die Details dazu transparent geworden sind.


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