US-Werbemarkt: Amazon wächst, Facebook und Google verlieren Marktanteile

Die Prognose von eMarketer sieht beim digitalen Ad Spending in den USA einen deutlichen Anstieg mit mehr Dominanz von Mobile und starkem Einfluss Amazons.

© Amazon Advertising

Der Markt für digitales Advertising wächst in den USA munter weiter. Laut eMarketer werden die Ausgaben 2019 um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigen und bei 129,34 Milliarden US-Dollar liegen. Das entspricht 54,2 Prozent des gesamten Ad Spendings in den USA, womit digitale Werbung die klassischen Player weiter übertrumpft. Vergangenes Jahr hatten die traditionellen Werbeformen – TV, Out of Home, Print usw. – mit 51,4 Prozent noch eine Mehrheit des Marktanteils. Die Werbung in analogen Verzeichnissen wird nach der Vorhersage von eMarketer um 19 Prozent, beim Print um 17,8 Prozent zurückgehen. Auch TV verliert 2,2 Prozent.

US Traditional Media Ad Spending Growth, 2019 (% change)

eMarketers Prognose zum Wachstum der traditionellen Werbeformen in den USA 2019, © eMarketer

Lediglich Out of Home wird um ein Prozent wachsen.

Bei den Big Playern wächst Amazon deutlich

Im Bereich der digitalen Werbung bleiben Google und Facebook das Maß aller Dinge. Allerdings werden ihre Marktanteile bezogen auf die Werbeeinkünfte laut Prognose leicht zurückgehen. Denn Google rutscht von 38,2 auf 37,2 Prozent, bei Facebook sind es nur 0,7 Prozentpunkte Verlust (von 21,8 auf 21,1 Prozent). Dennoch bleiben ihre Positionen unangetastet.

Auch Microsoft verliert an Marktanteil und fällt auf 3,8 Prozent (zuvor 4,1), während Verizon von 3,4 auf 2,9 Prozent hinuntergeht. Einzig Amazon, das sich nun als dritte Kraft im US-Markt etabliert, steigert seinen Marktanteil deutlich. 2018 lag er bei 6,8 Prozent, 2019 soll er bei 8,8 Prozent liegen.

Top 5 Companies, Ranked by US Net Digital Ad Revenue Share, 2018 & 2019 (% of total digital ad spending)

eMarketers Prognose bezüglich der Top Fünf Unternehmen im US-Markt bei den digitalen Werbeeinnahmen, © eMarketer

eMarketer betont, dass das gesamte Werbegeschäft von Amazon in den USA in diesem Jahr um über 50 Prozent wachsen soll.

Amazon offers a major benefit to advertisers, especially CPG and direct-to-consumer [D2C] brands. The platform is rich with shoppers’ behavioral data for targeting and provides access to purchase data in real time. This type of access was once only available through the retail partner to share at their discretion. But with Amazon’s suite of sponsored ads, marketers have unprecedented access to the ’shelves‘ where consumers are shopping,

erklärt eMarketers Forecasting Director Monica Peart. Während die digitale Werbelandschaft weiter deutlich wächst, wird Amazon sich aufgrund seiner spezifischen Marktmacht künftig wohl Stück für Stück näher an das Duopol aus Facebook und Google heranschieben.

Die Werte von eMarketer gelten für die USA, geben jedoch auch für globale Entwicklungen – zumindest in der durch westliche Technologie geprägten Welt – einen Indikator ab.

Amazon mit mehr Marktanteil im digitalen US-Werbemarkt

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

Ein Gedanke zu „US-Werbemarkt: Amazon wächst, Facebook und Google verlieren Marktanteile

  1. Rheinlaender

    Das Werbegeschäft mit Premium-Anzeigen ist durch AdBlock Und Co rückläufig. Das bekommt auch Google zu spüren, denn diverse Browser Addons filtern tatsächlich Google Anzeigen heraus und nicht nur die.

    Ich muss leider auch feststellen, dass Google sich einen Dreck um das Markenrecht schert, Brand-Bidding ist ein Ärgernis für junge Marken, vor allem dann, wenn Google die Aktivitäten der jeweiligen Inhaber schamlos verwertet.

    Ob das Duopol seine marktbeherrschende Stellung halten kann, wird sich zeigen, insgesamt gerät die gesamte BigData Branche, zu der sicherlich auch Amazon gehört unter Druck, zumal die DSGVO die Nutzer zunehmend bez derer Datenhoheit sensibilisiert.

    Gruss Jürgen

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.