US-Repräsentantenhaus zweifelt Privatsphäre in Facebook-Gruppen an

Ein Brief des United States House Committee on Energy and Commerce fordert von Facebook Aufklärung darüber, warum sensible User-Informationen Gruppen verlassen konnten.

© Facebook

Der ständige Ausschuss des US-Repräsentantenhauses stellt die Frage, ob Nutzer nicht potentiell in die Irre geführt würden bezüglich der Daten, die sie in geschlossenen Gruppen bei Facebook teilen. In einem an Mark Zuckerberg adressierten Brief wird von Usern berichtet, deren sensible Informationen hinsichtlich ihrer Gesundheit solche Gruppen verlassen und zu unautorisierter Veröffentlichung und der Bedrängnis durch Versicherungen etc. geführt hatten.

Sensible Informationen sind an Dritte gelangt

Konkret geht es um Mitglieder, die in geschlossenen Gruppen, die zudem als anonym bezeichnet wurden, Angaben zu Drogenmissbrauch, Transgender-Aktivitäten, ihrem HIV-Status oder zu sexuellen Übergriffen machten. Allerdings erhielten Unternehmen und Nutzer Zugang zu diesen Gruppen, denen dieser Zugang nach Ansicht des Komitees hätte verwehrt werden müssen. Sie sammelten Nutzerlisten und Informationen zu diesen in den Gruppen, um sie zu targeten. So haben beispielsweise Verischerungsunternehmen Entscheidungen zu Angeboten für Nutzer von diesen Daten abhängig gemacht.

Das United States House Committee on Energy and Commerce stellt nun zur Debatte, ob Facebook nicht ein datenschutzrechtliches Versäumnis zuzuschreiben sei, weil man Nutzer durch die Bezeichnungen geschlossene oder geheime Gruppe dazu verleitet habe zu glauben, dass ihre Informationen dort sicher seien. So fordert das Komitee bis zum ersten März eine Aufklärung vonseiten Facebooks über die Praktiken.

In einem Statement gab Facebook gegenüber The Verge jedoch bereits zu bedenken:

Facebook is not an anonymous platform; real-name identity is at the center of the experience and always has been. It’s intentionally clear to people that when they join any group on Facebook, other members of that group can see that they are a part of that community, and can see the posts they choose to share with that community. There is value in being able to know who you’re having a conversation with in a group, and we look forward to briefing the committee on this.

Im Hilfebereich Facebooks können Nutzer die Privatsphäreeinstellungen bezüglich der Gruppen im Detail nachvollziehen. Die Nutzer müssen sich daher darüber im Klaren sein, dass ihre Daten in Gruppen keineswegs vor Dritten geschützt sind, wenn diese Zugang zu den Gruppen erhalten. Dafür sind die jeweiligen Administratoren zuständig. Dass Versicherungen etc. mit auf diese Weise generierten Informationen zuweilen womöglich gar diskriminierende Geschäftspraktiken vollziehen, ist verwerflich, kann Facebook jedoch nicht direkt zum Vorwurf gemacht werden. Wieder einmal gilt es für die Menschen zu bedenken, dass Social Media gerade für Unternehmen eine Datenquelle sind, die für Marketing- und Geschäftszwecke genutzt werden.

US-Repräsentantenhaus fordert Aufklärung über Privatsphäre in Facebook-Gruppen

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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