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Unternehmensnews
Im Zuge eines geplanten US-Mediengesetzes droht Meta mit Nachrichtenboykott

Im Zuge eines geplanten US-Mediengesetzes droht Meta mit Nachrichtenboykott

Larissa Ceccio | 07.12.22

Ein geplantes US-Mediengesetzes soll Lokalzeitungen unterstützen, hätte jedoch negative Konsequenzen für große Tech-Unternehmen, weswegen Meta mit dem Säbel rasselt.

Meta sieht sich bei einer Verabschiedung des Journalism Competition and Preservation Act in den USA eventuell gezwungen, alle News-Inhalte auf den Social-Plattformen Facebook und Instagram zu verbannen, „anstatt sich den von der Regierung vorgeschriebenen Verhandlungen zu unterwerfen, die auf unfaire Weise jeglichen Wert außer Acht lassen, den wir den Nachrichtenagenturen durch erhöhte Zugriffszahlen und Abonnements bieten“, erklärte Meta-Sprecher Andy Stone in einem Beitrag auf Twitter.

Tech-Industrie empfindet die Kartellausnahme als unfair

Laut Meta berücksichtige der Gesetzesentwurf nicht, dass Publisher Inhalte auf die Plattformen stellen, „weil sie davon profitieren – und nicht umgekehrt“, ergänzte Stone im Tweet. Auch eine Reihe von US-Lobbyorganisationen hat gegen die Verordnung protestiert, etwa der Verband der Computer- und Kommunikationsindustrie. Der Entwurf plane eine „schlecht durchdachte kartellrechtliche Ausnahme für Verleger:innen und Rundfunkanstalten“, heißt es von dieser Seite.

Meta, Google und Co. sollen für News-Inhalte aufkommen

Das Mediengesetz dient dem Schutz des Lokaljournalismus, erklärten Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, gegenüber Reuters. Laut des Entwurfs sollen große Technologiekonzerne künftig für Medieninhalte zahlen, die User und Werbeeinnahmen generieren. Die News Media Alliance, die Zeitungsverleger:innen vertritt, argumentiert, dass „lokale Zeitungen es sich nicht leisten können, noch mehrere Jahre lang den Einsatz und Missbrauch von Big Tech zu ertragen.“

Australien hat bereits ein derartiges Mediengesetz verabschiedet

Tech-Riesen wie Meta und Google müssen in Australien seit März 2021 für News auf ihren Plattformen zahlen. Auch hier verbannte Meta zunächst sämtlichen Nachrichten-Content, ging dann jedoch noch auf einen Milliarden-Deal mit den Publishern ein. Ebenso ging Google in Australien zunächst in den Nachrichtenstreik, lenkte jedoch nach einiger Zeit ein und schloss Vereinbarungen mit einem Dutzend Medienunternehmen und Verlagen. 

Ob der Gesetzesentwurf in den USA tatsächlich verabschiedet wird und inwiefern Meta den Drohungen Taten folgen lässt – oder ob das Unternehmen den News-Boykott wie in Australien womöglich wieder rückgängig macht –, erfährst du, sobald neue Informationen vorliegen, von uns.

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