Zwei Tage Streik bei Amazon: Verdi legt deutsche Lagerhäuser lahm

Am Montag und Dienstag werden in Deutschland Amazon-Lagerhäuser an sechs Standorten bestreikt. Die Verdi pocht damit auf Tarifverträge für Angestellte.

Amazon Fullfilment Center

© Amazon

Die Streiks bei den Amazon-Lagerhäusern in Leipzig, Bad Hersfeld (zwei Standorte), Rheinberg, Werne und Koblenz (Kobern-Gondorf) begannen laut Heise mit der Nachtschicht zum Montag und sollen mindestens 48 Stunden dauern. Für andere Standorte kündigte Gewerkschafter Orhan Akman „begleitende Aktionen“ an. Er betonte, dass der Streik aufgrund von Covid-19 unter besonderen Bedingungen stattfinden müsse. Dass überhaupt gestreikt wird, hängt jedoch eher implizit mit der Coronapandemie zusammen; obwohl Akman angibt, dass nach seinen Informationen 30 bis 40 Mitarbeitende aus der Gewerkschaft infiziert wurden. Grundsätzlich möchte die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) den seit Jahren vorliegenden Vorschlag für einen Tarifvertrag für Angestellte bei Amazon durchsetzen.

Wir verschärfen die Gangart, denn Amazon zeigt bislang keine Einsicht und gefährdet die Gesundheit der Beschäftigten zu Gunsten des Konzernprofits,

so Gewerkschafter Orhan Akman. Mit dem Tarifvertrag möchte die Verdi dann auch die Gesundheit und den Arbeitsschutz der Beschäftigten stärken. Während die Verdi mit dem Streik für bessere Abreitsbedingungen der Mitarbeitenden eintreten möchte, gibt Amazon gegenüber Reuters an, bei diesen keine Sicherheitsrisiken zu billigen. Man habe, Stand Juni 2020, bereits vier Milliarden US-Dollar in den globalen Schutz der Arbeitskräfte vor Covid-19 investiert. Ob der vergleichsweise klein angelegte Streik Amazon zu einem Umdenken hinsichtlich eines Tarifvertrags bewegen kann, bleibt fraglich. Da Deutschland nach den USA der wichtigste Markt für Amazon ist, dürften Streiks hierzulande dennoch eine Auswirkung auf das Geschäft haben.

Verdi organisiert Streik bei Amazon-Lagerhäusern

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik ist studierter Literatur- und Medienwissenschaftler und schreibt für OnlineMarketing.de seit Jahren über diverse Themen im Digital-Marketing-Bereich. Von der Mobile-First-Indexierung über die DSGVO bis hin zum Aufstieg von TikTok hat er schon manche Entwicklung der Branche begleitet.

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