Spotify geht gegen Nazi-Content in Playlists vor

Bei Spotify tauchen immer wieder antisemitische oder den Nationalsozialismus verherrlichende Inhalte auf. Der Streamingdienst arbeitet daran, diese zu löschen. Bei fragwürdigen Profilen bleiben Fragen offen.

Spotify Logo an einer Wand

Spotify in Stockholm, © Spotify

In zahlreichen Playlists auf Spotify wurden nationalisozialistische Inhalte entdeckt. Von Songs, die zur Vergasung von Juden aufrufen über die Verherrlichung Adolf Hitlers bis hin zur Visualisierung von Playlists durch Hakenkreuze. Die Times of Israel berichtet, dass es auf der Plattform Playlists mit Titeln wie „The Holocaust was an exaggerated game of hide and seek“, „Hitler did nothing wrong“ oder „Gas the Jews music“ gegeben habe.

Diese Playlists wurden von Nutzern erstellt und waren über die Suche für alle User zu finden und zu hören. Zusätzlich seien über 110 öffentlich sichtbare Profile unter dem Namen „Adolf Hitler“ registriert. Spotify gab auf Anfrage der Times of Israel an, man entferne Inhalte, die von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien gelistet sind oder gemeldet werden, proaktiv. Zudem würden weitere Beschwerden im Einzelfall geprüft.

Dass der vom israelischen Publisher angeführte Content gegen die Richtlinien von Spotify verstößt, erkennt das Unternehmen in einem neueren Statement gegenüber der Times of Israel an:

Der fragliche von Nutzern generierte Inhalt verstößt gegen unsere Richtlinien und wird gerade entfernt. Spotify verbietet alle Nutzerinhalte, die beleidigend, schmähend, verleumderisch, pornografisch, bedrohlich oder obszön sind.

Man werde den Hass-Content entfernen, hieß es. Ob die Profile unter der Bezeichnung „Adolf Hitler“ auch vollständig entfernt werden, bleibt abzuwarten. Sowohl die jüdische Anti-Defamation-League als auch die Gedenkstätte Auschwitz hatten zuletzt vom schwedischen Streamingunternehmen mehr Initiative gegen antisemitische Inhalte und Nazi-Content gefordert. Der Streamingdienst verzeichnete im dritten Quartal 2019 ganze 248 Millionen monatlich aktive Nutzer und war auf 79 Märkten aktiv.

Spotify arbeitet an Entfernung von Nazi-Content

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik ist studierter Literatur- und Medienwissenschaftler und schreibt für OnlineMarketing.de seit Jahren über diverse Themen im Digital-Marketing-Bereich. Von der Mobile-First-Indexierung über die DSGVO bis hin zum Aufstieg von TikTok hat er schon manche Entwicklung der Branche begleitet.

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