Papua-Neuguinea verbannt Facebook für einen Monat

In Papua-Neuguinea wird es für einen Monat kein Facebook geben. Der Staat will Fake Profile identifizieren und den Einfluss der Plattform auf das Land prüfen.

Es ist eine Regulierungsmaßnahme, die ihresgleichen sucht. Der Inselstaat Papua-Neuguinea wird Facebook für einen Monat sperren. In dieser Zeit will man Nutzer identifizieren, die dort falsche Informationen oder gar Pornographie verbreiten. Außerdem soll der gesellschaftliche Einfluss Facebooks ermessen werden; womöglich mit der Folge, ein eigenes soziales Netzwerk aufzubauen.

Die BBC berichtet von dem Ausnahmefall. Dabei muss betont werden, dass in Papua-Neuguinea nur etwa zehn Prozent der Bevölkerung überhaupt einen Internetzugang haben. Im landeseigenen Post-Courier verkündet der Kommunikationsminister Sam Basil:

This will allow genuine people with real identities to use the social network responsibly.

Basil nimmt auch Bezug auf das Cyber Crime Gesetz des Staats von 2016 und begründet die zeitweilige Abschaltung Facebooks mit der Durchführung dieser Gesetzesgrundlagen. Eine mögliche Folge der Untersuchung des Sozialen Netzwerks könnte nach Basil auch sein, dass Papua-Neuguinea eine vergleichbare Plattform für den Staat erstellt:

We can also look at the possibility of creating a new social network site for PNG citizens to use with genuine profiles as well. If there need be then we can gather our local applications developers to create a site that is more conducive for Papua New Guineans to communicate within the country and abroad as well.

Ob dieses Unterfangen Erfolgsaussichten hat, sofern Facebook daneben bestehen darf, bleibt aber fraglich. Die radikale Entscheidung der Verbannung der Plattform im Staatsgebiet ist dabei in anderen, digital vernetzteren Regionen kaum vorstellbar.

Facebook wird in Papua-Neuguinea für einen Monat eingestellt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.