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Netflix: Das Wachstum stottert
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Netflix: Das Wachstum stottert

Niklas Lewanczik | 21.10.20

Im dritten Quartal 2020 verzeichnete Netflix nur 2,2 Millionen neue Abo-Kunden, deutlich weniger als erwartet. Auch der Gewinn pro Aktie fiel mit 1,74 US-Dollar schwächer aus als prognostiziert.

Ist der Netflix Boom vorüber? Die jüngst veröffentlichten Quartalszahlen der Streaming-Plattform ließen das vermuten. Wurden im dritten Quartal 2019 noch 6,8 Millionen neue Bezahlkunden generiert, waren es in Q3 2020 nur noch 2,2 Millionen. Erwartet hatte das Unternehmen hingegen 2,5 Millionen. Zwar stieg der Umsatz auf 6,4 Milliarden US-Dollar in besagtem Quartal. Doch die Anleger können nicht zufrieden sein, da der Wert pro Aktie die prognostizierten 2,21 US-Dollar nicht erreichte. Stattdessen liegt er bei 1,74 US-Dollar. Um fünf Prozent sank die Netflix-Aktie im nachbörslichen Handel, wie Boerse.ARD berichtet.

Einerseits dürfte die immer größere Konkurrenz auf dem Streaming-Markt Netflix inzwischen Probleme bei der Kundengewinnung bereiten. Amazon Prime Video, Disney+, AppleTV+ oder die US-Angebote von Hulu und HBO Max können immer mehr User generieren. Andererseits ist Netflix aber weiterhin das Maß der Dinge im Streaming-Bereich. Denn CEO Reed Hastings erklärt, dass das geringere Wachstum schlicht damit zusammenhängt, dass Netflix in den vergangenen Monaten und Jahren bereits so viele Abonnenten gewonnen hat. Netflix hat inzwischen beinahe 200 Millionen zahlende Kunden. Trotzdem ist ein so starkes Wachstum wie zu Beginn der Coronakrise nicht mehr vorhanden. Allerdings prognostiziert das Unternehmen für das vierte Quartal des Jahres einen Zugewinn von sechs Millionen neuen Abo-Kunden. Sollte Netflix dies erreichen, würden im Jahr 2020 ganze 34 Millionen neue Abonnenten hinzugekommen sein – ein Rekord für das Unternehmen. Erfolgreiche Eigenproduktionen wie The Social Dilemma (38 Millionen Views in den ersten 28 Tagen) oder Enola Holmes (76 Millionen Views in den ersten 28 Tagen) tragen weiterhin maßgeblich zum Erfolg von Netflix bei; auch wenn dieser durch die aktuellen Zahlen einen Dämpfer erfahren hat.