Instagram und Facebook verbieten Werbung für Konversionstherapie

Die umstrittene und in Fachkreisen missbilligte Methode zum Versuch der Umwandlung sexueller Orientierung darf auf den Plattformen nicht mehr beworben werden.

Facebook-Daumen auf buntem Schild

© Facebook

Auf den Plattformen Facebook und Instagram wird künftig jedweder Content verbannt, der in irgendeiner Form Konversionstherapien bewirbt oder promotet. Das gab Facebook jüngst gegenüber CNN bekannt. Damit reagiert das Unternehmen auch auf das Drängen von Netzaktivisten, die sich dagegen ausgesprochen hatten, dass die pseudowissenschaftliche Praxis auf den Facebook-Plattformen beworben werden kann. Laut Facebook werden die eigenen Richtlinien in Bezug auf Hate Speech nun global verändert, sodass Posts sowohl auf Facebook als auch auf Instagram keine Daseinsberechtigung mehr haben, sollten sie die Konversionstherapie promoten. Im Vorfeld der Entscheidung hatten User auch gefordert, dass Inhalte des Accounts von Core Issues Trust auf Instagram entfernt werden, die die Methode bewarben. Instagram äußerte sich dazu in einem Statement:

We don’t allow attacks against people based on sexual orientation or gender identity and are updating our policies to ban the promotion of conversion therapy services,

so Tara Hopkins, Instagrams Public Policy Director EMEA.

We have removed violating content from @coreissuestrusttv. We are always reviewing our policies and will continue to consult with experts and people with personal experiences to inform our approach.

Die Konversionstherapie, durch die eine Umwandlung sexueller Neigungen – insbesondere von homosexuellen zu heterosexuellen – gefördert werden soll, wird in psychiatrischen und psychologischen Fachkreisen abgelehnt. Dennoch ist die Praxis in vielen Ländern noch legal, in den USA und im Vereinigten Königreich ebenfalls. In Deutschland wurde erst im Mai 2020 das Gesetz zum Schutz vor Konversionsbehandlungen vorgestellt. Dieses verbietet Konversionstherapien, aber nicht rundheraus, sondern nur für Minderjährige und nicht einwilligungsfähige Erwachsene. Allerdings untersagt die Regierung nun jegliche Werbung für die Methode. In der Mitteilung der Bundesregierung zum Gesetz heißt es:

Diese Konversionsbehandlungen hinterlassen bei Betroffenen oftmals psychische Schäden. Negative und schädliche Effekte sind wissenschaftlich zuverlässig nachgewiesen. Ein Nutzen hingegen nicht.

Auf derlei Erkenntnisse reagiert nun auch Facebook mit dem Verbot der Werbung für die Methode auf den eigenen Plattformen.

Facebook verbietet Werbung für Konversionstherapie

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik ist studierter Literatur- und Medienwissenschaftler und schreibt für OnlineMarketing.de seit Jahren über diverse Themen im Digital-Marketing-Bereich. Von der Mobile-First-Indexierung über die DSGVO bis hin zum Aufstieg von TikTok hat er schon manche Entwicklung der Branche begleitet.

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