Gegen Facebook wird erneut wegen Datenaustausch mit Tech-Firmen ermittelt

Bundesanwälte der USA leiten eine Untersuchung zu Deals von Facebook und Tech-Giganten wie Amazon ein, die den Datenaustausch unter die Lupe nimmt.

© Facebook

Nach Angaben der New York Times haben mindestens zwei prominente Smartphone-Hersteller auf Grundlage eines Deals mit Facebook Zugriff zu hunderten Millionen persönlichen Nutzerdaten erhalten. Vor einem New Yorker Geschworenengericht sind entsprechende Aussagen zum Tragen gekommen. Die Unternehmen sind nur einige von über 150 Marken wie Amazon, Apple, Microsoft oder Sony, die mit Facebook Deals zum Datenaustausch abgeschlossen hatten.

Mit diesen Deals war es den Unternehmen auch möglich gewesen, Freunde und Kontaktinformationen von Nutzern einzusehen. Genau solche Kooperationen stehen nun wieder im Fokus der Ermittlungen, bei denen die Frage aufgeworfen wird, inwieweit Facebook Partnerunternehmen Zugriff auf Nutzerdaten erlaubt oder erlaubt hat, mitunter anscheinend auch ohne Einwilligung derselben.

We are cooperating with investigators and take those probes seriously. We’ve provided public testimony, answered questions and pledged that we will continue to do so,

heißt es in einem offiziellen Statement. Auch die Federal Trade Commission untersucht seit einiger Zeit, ob Facebook mit entsprechenden Deals – die den Partnern beim Targeting etc. große Vorteile lieferten – eine Einigung mit der FTC von 2011 unterlaufen hatte. Laut NYT wird derzeit über eine fällige Strafzahlung in diesem Kontext verhandelt. Dabei könnte es sich um Milliarden US-Dollar handeln. Facebook wiederum gibt an, bei der 2011er Einigung mit der FTC habe es eine Regelung gegeben, nach der Service Provider quasi als Erweiterung des Sozialen Netzwerks beim Datenaustausch mit Nutzerdaten bedacht werden dürften. Ob nun Smartphone-Hersteller oder Apple und Sony als solch eine Erweiterung anerkannt werden dürfen, bleibt fraglich.

Nähere Informationen über das Ziel und den Fortschritt der Untersuchung bleiben vorerst aus. Doch man darf davon ausgehen, dass Facebook sich erneut vor Gericht für Praktiken beim Datenaustausch verantworten und womöglich empfindliche Strafen zahlen muss.

Neue Ermittlung gegen Facebook in den USA

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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