Frauen werden bei Twitter alle 30 Sekunden belästigt

Einer Studie von Amnesty International zufolge werden Frauen bei Twitter im Schnitt alle 30 Sekunden per Tweet belästigt – eine schockierende Bilanz.

Bei Twitter werden Frauen häufig per Tweet belästigt, © Benjamin Dada - Unsplash

Die Menschenrechts-NGO Amnesty International hat eine Studie, genannt Troll Patrol, durchgeführt. Hierbei haben 6.500 Freiwillige aus 150 Ländern teilgenommen. 288.000 Tweets, die an 778 Frauen aus der Politik und dem Journalismus in den USA gesendet wurden, wurden dann analysiert. Das Ergebnis zeigt laut Chef-Analystin Milena Martin, dass bei Twitter die Belästigung von Frauen, sei es durch Rassismus, Frauenfeindlichkeit oder Homophobie, Raum finde.

Troll Patrol means we have the data to back up what women have long been telling us – that Twitter is a place where racism, misogyny and homophobia are allowed to flourish basically unchecked.

Bei der gesamten Studie wurden 1,1 Millionen unangemessene Tweets miteinbezogen. Das Ergebnis ist schockierend: im Schnitt werden Frauen alle 30 Sekunden mit derart belästigenden Nachrichten bedacht, so berechnete es eine Künstliche Intelligenz.

Bei der Analyse wurden unter anderem Journalistinnen von der New York Times, der Daily Mail, vom Guardian, The Sun oder auch vom rechtskonservativen Medium Breitbart berücksichtigt.

Amnesty International bringt Beispiele für das unangemessene Verhalten in den Tweets, © Amnesty International

Alarmierend ist außerdem, dass laut Studie schwarze Frauen zu 84 Prozent wahrscheinlicher Adressatinnen von belästigenden Tweets werden als weiße. Zudem sind 7,1 Prozent aller an Frauen adressierten Tweets von belästigender und unangemessener Natur gewesen.

Zwar gibt es bei Twitter Filter für derart unangemessene Inhalte. Doch oft greifen die Algorithmen erst, wenn der Schaden schon angerichtet ist. Dieser Kampf ist für alle Social Media allgegenwärtig. Dementsprechend fordert Amnesty International in seiner Zusammenarbeit mit Element AI auch kein Verbannen von Content an sich, sondern eine größere Transparenz.

Troll Patrol isn’t about policing Twitter or forcing it to remove content. We are asking it to be more transparent, and we hope that the findings from Troll Patrol will compel it to make that change. Crucially, Twitter must start being transparent about how exactly they are using machine learning to detect abuse, and publish technical information about the algorithms they rely on.

Alle 30 Sekunden empfängt eine Frau bei Twitter einen belästigenden Tweet

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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