Pleite bei Facebooks Quartalszahlen: Prognosen trotz Umsatzplus verfehlt

Viele negative Schlagzeilen 2018 fordern für Facebook im zweiten Quartal ihren Tribut. Ein Umsatzplus von 42 Prozent überzeugt nicht genug; der Börsenwert sank.

Screenshot YouTube, © Facebook

Die DSGVO, Cambridge Analytica, ein Coolnessverlust sowie die wachsende Skepsis der Nutzer und Medien. Das alles mag für Facebook angesichts der aktuellen Quartalszahlen eine Rolle gespielt haben. Denn diese zeigen zwar einen Zuwachs beim Umsatz, Nettogewinn und sogar den Nutzerzahlen. Allerdings liegt dieser hinter den Erwartungen zurück. Und die Börse reagiert gnadenlos.

In Facebooks Quartalsbericht stimmen die grundlegenden Werte eigentlich. Der Umsatz stieg um ganze 42 Prozent auf knapp 13,2 Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn wuchs um 31 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar an. Und selbst die Nutzerzahlen haben sich erhöht: im Vergleich zum Vorjahr waren täglich und monatlich aktive Nutzer um je elf Prozent auf 1,47 beziehungsweise 2,23 Milliarden angestiegen. Dennoch blieben die per se beeindruckenden Werte hinter den Erwartungen zurück. So sollten die monatlich aktiven Nutzer inzwischen bei 2,25 Milliarden liegen. Die Prognosen waren überhaupt deutlich optimistischer ausgefallen, weshalb selbst die starke Umsatzsteigerung nicht verhindern konnte, dass der Börsenwert der Aktie Facebooks sich zeitweilig um über 120 Milliarden US-Dollar verringerte.

Des Weiteren bestätigte Facebook im Bericht den Trend zum mobilen Advertising. 91 Prozent der Werbeeinnahmen wurden über Mobile generiert. Die Zahl der Angestellten wuchs um 47 Prozent auf 30.275. Schwankungen an der Börse ob der verfehlten Prognosen dürfte Facebook überstehen, denn das gelang auch unmittelbar nach dem Cambridge Analytica-Skandal. Und 5,1 Milliarden US-Dollar Nettogewinn sprechen eine deutliche Sprache. Allerdings ist der Rückgang von täglich aktiven Nutzern – gerade in Europa – ein Phänomen, das Facebook langfristig Probleme bereiten könnte.

Mark Zuckerberg postete optimistisch, dass inzwischen 2,5 Milliarden Menschen mindestens eine von Facebooks Apps nutzen.

Facebooks Quartalszahlen überzeugen Anleger trotz Umsatzsteigerung nicht

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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