Facebook-Mitarbeiter verfassen unerlaubt 5-Sterne-Bewertungen für Portal auf Amazon

Einige Mitarbeiter Facebooks haben äußerst positive Reviews für Portal bei Amazon hinterlassen; doch das fiel auf. Eine Kampagne soll es nicht gewesen sein.

Facebooks Portal, © Facebook

Das Gerät Portal von Facebook muss sich bei den Nutzern erst durchsetzen. Viele fürchten sicherlich, dass Facebook über das Display und die Mikrofone aufgezeichnete Daten letztlich doch zu eindeutigen Werbezwecken einsetzen wird. Und die Datensicherheit war bei Facebook zuletzt zum Problem, allgemein damit zum Politikum geworden. Die Reviews für Portal bei Amazon waren allerdings in den USA zuletzt sehr positiv ausgefallen. Doch es stellte sich heraus, dass Facebook-Angestellte selbst einige dieser Reviews mit fünf Sternen verfasst hatten.

Unangemessene Reviews für Portal: Kalkül oder Fahrlässigkeit?

Der Tech-Kolumnist der New York Times, Kevin Roose, recherchierte und fand heraus, dass die Namen der wohlwollenden Rezensenten mit denen von Facebook-Mitarbeitern übereinstimmen. An einen Zufall glaubt er dabei nicht.

Obwohl es von den 100 analysierten Fünf-Sterne-Bewertungen nur wenige waren, die diese Namensgleichheiten aufwiesen, ist eine solche Bewerbung fragwürdig. Zudem würde man gegen Amazons Richtlinien verstoßen.

Bei The Verge wird ein Screenshot Rooses wiedergegeben, der die Review von Oren Hafif zeigt.

Review von Oren Hafif. Arbeitet der User für Facebook? (mit einem Klick aufs Bild gelangt ihr zur größeren Ansicht), Screenshot Amazon, Quelle: The Verge, Kevin Roose

Ein Oren Hafif arbeitet zugleich als Sicherheitstechniker bei Facebook. Ob er der Rezensent war, bleibt allerdings ungewiss. Andrew Bosworth, der als VP für AR und VR bei Facebook zuständig ist, hat via Twitter wiederum implizit bestätigt, dass Mitarbeiter des Unternehmens für solche Reviews verantwortlich waren und aufgefordert worden sind, diese zu entfernen. Dabei sei jedoch keine organisierte Kampagne im Hintergrund gelaufen.

Ob die Reviews nun mit Hintergedanken oder aus Fahrlässigkeit gepostet wurden, bleibt unklar. Für Facebook ist dieses Intermezzo nur eine Momentaufnahme. Immerhin kann man sich als solch ein großes Unternehmen nicht gegen alle Handlungen seiner Mitarbeiter feien. Gab es jedoch Anweisungen für diese Praktik, sähe die Sache anders aus.

Facebook-Mitarbeiter verfassten unangemessene Top Reviews für das eigene Produkt

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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