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Unternehmensnews
Facebook steht in Australien wegen Datenmissbrauchs vor Gericht
© Flickr / TechCrunch, CC BY 2.0

Facebook steht in Australien wegen Datenmissbrauchs vor Gericht

Nadine von Piechowski | 09.03.20

Die australische Datenschutzkommission verklagt den Social-Media-Riesen, weil dieser private Daten von über 300.000 Australiern an eine Cambridge Analytica App weitergegeben haben soll.

Facebook steht erneut wegen eines Datenschutzskandals vor Gericht – dieses Mal in Australien. Die Plattform soll Daten von 311.127 Facebook Usern an die App „This Is Your Digital Life“ ohne deren Einverständnis weitergegeben haben. Die Umfrage-App wurde von Cambrigde Analytica betrieben, ein Datenanalyse-Unternehmen, das 2018 mehrfach wegen schwerem Datenmissbrauchs für Schlagzeilen sorgte. Cambrige Analytica sammelte Daten auf Facebook und setzte diese gezielt für politisches Targeting während der US-Präsidentschaftswahlen 2016 ein. Nicht nur das Analyse-Unternehmen stand deswegen in der Kritik und meldete 2018 Insolvenz an. Auch Facebook musste sich für den Datenmissbrauch öffentlich verantworten.

Facebook hat zwischen 2014 und 2015 gegen das australische Recht verstoßen 

Nun wird der Social-Media-Plattform ein erneuter Missbrauch von User-Daten vorgeworfen. Zwischen 2014 und 2015 soll Facebook Angaben wie Name, Geburtstag, E-Mail-Adressen, Aufenthaltsort, Seiten-Likes und Listen von Freunden sowie Einblicke in die privaten Nachrichten an die App weitergegeben haben, ohne dass die Nutzenden davon wussten. Angelene Frank, Mitglied der Datenschutzkommission, sagte dazu:

The design of the Facebook platform meant that users were unable to exercise reasonable choice and control about how their personal information was disclosed.

Die Kommission beschreibt in ihrer Anklage weiter, dass es bei Facebook zwar kein genaueres Wissen darüber gegeben hätte, was mit den User-Daten passiert und wie sie eingesetzt wurden. Aber die Social-Media-Plattform hätte auch keine Schritte eingeleitet, um die Daten der App User zu schützen. In einem offiziellen Statement der Kommission heißt es:

As a result, the Affected Australian Individuals’ personal information was exposed to the risk of disclosure, monetization and use for political profiling purposes.

Weltweit sollen über 86 Millionen Facebook User davon betroffen sein. In Australien verlangt das Gericht für die wiederholte Privatsphäreverletzung von Facebook eine Strafe von Höhe von 1,7 Millionen Dollar.

Facebook wird in Australien für Datenmissbrauch verklagt

Janosh am 09.03.2020 um 15:05 Uhr

Zahlt FB aus der Portokasse, mit einem Laecheln. So lange Daten und auch derren Weitergabe am Ende und in irgendeiner Weise fuer mehr Umsatz dienen als Strafen „weh tun“, ist das ein „sehr kluges“ Businessmodel (siehe FTC)

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