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Facebook bittet Australien um sechsmonatige Frist, Deals mit News Outlets zu verhandeln
© John Schnobrich - Unsplash

Facebook bittet Australien um sechsmonatige Frist, Deals mit News Outlets zu verhandeln

Caroline Immer | 21.01.21

Der Gesetzesentwurf der australischen Regierung, der besagt, dass Facebook künftig für Inhalte von News-Seiten zahlen soll, stieß bei dem Unternehmen auf scharfe Kritik. Nun fordert Facebook eine Frist, um mit News-Agenturen Deals auszuhandeln.

Ein neuer Gesetzesentwurf der australischen Regierung sieht vor, dass Konzerne wie Google und Co. Geld an die News-Seiten bezahlen, da sie deren Inhalte verwenden. Google kritisierte dies stark und reagierte mit einem Experiment, durch welches bestimmte Publisher bei einem Prozent der User nicht mehr in den SERPs angezeigt werden. Während der Test als Machtdemonstration angesehen werden kann, spielte Google diesen herunter. Das Unternehmen argumentierte, es wolle den Einfluss, den News-Businesses und Google Search aufeinander haben, messen. Außerdem führe Google News jedes Jahr zehntausende Tests durch.

Facebook plädiert für sechsmonatige Frist, um Deals abzuschließen

Nun hat Facebook die australische Regierung gebeten, digitalen Plattformen eine sechsmonatige Nachfrist zu gewähren, wie The Guardian berichtet. Innerhalb dieser sollen Deals mit Nachrichtenagenturen abgeschlossen werden können, bevor der neue Kodex greife. Diesen beschreibt Facebook als „komplex, unvorhersehbar und nicht praktikabel“. Stattdessen sollen Digitalplattformen die Möglichkeit bekommen, beidseitig zufriedenstellende Deals innerhalb der Frist abzuschließen, welche diese von der Regelung und etwaigen Strafen befreie. Facebook erklärt:

Given our success in reaching commercial agreements in other jurisdictions without the threat of regulation, we are optimistic that Facebook could reach commercial deals with major Australian publishers.

Die Plattform schlägt außerdem vor, regionale und lokale News Outlets gegebenenfalls mittels eines Finanzierungspools zu unterstützen.

Tech-Unternehmen und Rundfunkgesellschaften melden sich zu Wort

Das australische Tech-Unternehmen Atlassian kommentierte den Gesetzesentwurf ebenfalls. Es argumentierte, der Kodex würde die Neutralität des Internets zerstören. Außerdem sei es durch die Favorisierung von News-Inhalten nicht auszuschließen, dass auch andere Content-Inhaber die gleiche oder eine ähnliche Behandlung fordern werden. Atlassian gab das folgende Statement ab:

No other types of websites on the internet are paid in this way, for merely appearing in search results or on social media platforms. Legislation creating ‘government-favoured’ categories of websites will only disrupt neutrality on the internet, opening the door for other content to claim favoured status.

Auch die beiden Rundfunkgesellschaften ABC und SBS meldeten sich zu Wort. Sie argumentierten, die Gesetzgebung befreie Unternehmen wie Facebook von der Pflicht, News-Unternehmen dazu zu befähigen, ihre User-Kommentare besser zu moderieren. ABC und SBS werden am Freitag vor dem Senatsausschuss zu Wort kommen, nachdem Facebook, Google, und andere News Outlets vor den Ausschuss treten.


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