Ex-Manager von Facebook prangert rassistische Praktiken beim Unternehmen an

Mark Luckie, ehemaliger Manager bei Facebook, hat im internen Memo Facebooks Umgang mit schwarzen Mitarbeitern und Usern getadelt.

Facebook steht erneut in der Kritik, Screenshot Facebook

Obwohl Schwarze zu den wichtigsten Nutzergruppen Facebooks gehören, ist der Umgang mit ihnen vonseiten des Unternehmens mehr als fragwürdig. Zu diesem Schluss kommt Mark Luckie, bis vor Kurzem Strategic Partner Manager for Global Influencers beim Sozialen Netzwerk, in einem internen Memo, das er kurz vor seinem Ausscheiden an alle Mitarbeiter weltweit schickte.

Dabei merkt er an, dass Accounts schwarzer User öfter unerklärt deaktiviert, ihre Inhalte öfter gesperrt werden als bei weißen Nutzern etwa. Vor allem aber geht er auf einen Mangel an Diversität im Unternehmen selbst ein:

There is often more diversity in Keynote presentations than the teams who present them. In some buildings, there are more ‘Black Lives Matter‘ posters than there are actual black people. Facebook can’t claim that it is connecting communities if those communities aren’t represented proportionately in its staffing.

Zudem prangert er an, dass Facebook den Großteil seiner Ressourcen an privilegierte Adressen richtet und noch immer unterrepräsentierte Gruppen vernachlässigt. Luckie äußert auch Bedenken hinsichtlich des Umgangs mit schwarzen Mitarbeitern:

Black employees are commonly told ,I didn’t know black people worked at Facebook.‘

Weiterhin würden Schwarze extrem oft zu Themen und Projekten um ihre Meinung gebeten, die mit Rassismus oder ethnischen Differenzen zu tun haben. Besonders bedenklich ist aber die Schilderung des Ex-Mitarbeiters zur Betrachtung der schwarzen Mitarbeiter durch Teammitglieder und Vorgesetzte:

I’ve heard far too many stories from black employees of a colleague or manager calling them ‘hostile‘ or ‘aggressive‘ for simply sharing their thoughts in a manner not dissimilar from their non-Black team members. […] Too many black employees can recount stories of being aggressively accosted by campus security beyond what was necessary.

Letztendlich ruft Luckie zu mehr Repräsentation von Schwarzen sowie Diversität und einem angemesseneren Umgang auf. Dazu nennt er einzelne Punkte wie das Verstärken kultureller Kompetenzen intern oder Systeme, um anonym Missstände berichten zu können. Mehr Fokusgruppen mit unterrepräsentierten Communities und die Veröffentlichung von Studien, die vornehmlich aus diversen ethnischen Quellen stammen, wären weitere Wege.

Gegenüber The Verge gab Facebook-Sprecher Anthony Harrison folgendes Statement dazu ab, das jedoch nach Abwehrmechanismus klingt:

Over the last few years, we’ve been working diligently to increase the range of perspectives among those who build our products and serve the people who use them throughout the world. The growth in representation of people from more diverse groups, working in many different functions across the company, is a key driver of our ability to succeed. We want to fully support all employees when there are issues reported and when there may be micro-behaviors that add up. We are going to keep doing all we can to be a truly inclusive company.

Sind die Anschuldigungen Luckies aber gerechtfertigt und wahrheitsgetreu, spricht das für eine grob fahrlässige Unternehmenskultur. Die Publikation dürfte dem ohnehin gebeutelten Unternehmen also weiteren Imageschaden zufügen. Wir dürfen auf weitere Reaktionen vonseiten Facebooks gespannt sein. Alle Vorwürfe und Vorfälle, die Luckie aufzählt, lest ihr im Detail in seinem Memo.

Facebooks Umgang mit schwarzen Mitarbeitern und Usern steht in der Kritik

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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