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Datenplattform App Annie wegen Wertpapierbetrugs verklagt – 10 Millionen US-Dollar schwerer Vergleich geplant
© qingwa, App Annie via Canva

Datenplattform App Annie wegen Wertpapierbetrugs verklagt – 10 Millionen US-Dollar schwerer Vergleich geplant

Niklas Lewanczik | 15.09.21

Die Securities and Exchange Commission der USA hat erklärt, dass App Annie und Mitgründer und der vorherige CEO Bertrand Schmitt in einen Vergleich eingewilligt haben. App Annie habe die Herkunft der vorhandenen Daten falsch dargestellt, hieß es in der Klage.

Die Securities and Exchange Commission (SEC) hat verkündet, dass eine Klage gegen das Mobile-App-Datenanalyseunternehmen App Annie im Rahmen eines Vergleichs eingestellt wird. Sowohl das Unternehmen als auch Bertrand Schmitt haben sich bereit erklärt, Vergleichszahlungen zu leisten. App Annie wird zehn Millionen US-Dollar Strafe zahlen, Schmitt 300.000 US-Dollar. Für Schmitt, der inzwischen nicht mehr CEO des Unternehmens ist, gilt zudem, dass er für drei Jahre nicht als Officer oder Director eines börsennotierten Unternehmens auftreten darf.

Die SEC hatte App Annie angeklagt, da das Unternehmen betrügerische Praktiken an den Tag gelegt habe. So soll App Annie falsche Angaben dazu gemacht haben, wie das Unternehmen Daten gewonnen und verwertet hatte. Das Unternehmen wird als Alternative Data Provider eingestuft, weil die bereitgestellten Daten meist nicht in offiziellen Statements von Unternehmen oder in traditionellen, leicht zugänglichen Quellen vorhanden sind.

Unternehmen hatten ihre vertraulichen App-Leistungsdaten nur deshalb an App Annie weitergegeben, da App Annie und Schmitt versicherten, ihre Daten nicht unbearbeitet an Dritte weiterzugeben. App Annie und Schmitt versicherten den Unternehmen daher, dass ihre Daten aggregiert und anonymisiert würden, bevor sie von einem statistischen Modell verwendet werden, um Schätzungen der App-Leistung zu generieren. Im Gegensatz zu diesen Darstellungen stellte der Beschluss der SEC aber fest, dass App Annie von Ende 2014 bis Mitte 2018 nicht aggregierte und nicht anonymisierte Daten verwendet hat, um die eigenen modellgenerierten Schätzungen zu ändern. Damit seien sie für den Verkauf an Handelsunternehmen wertvoller geworden.

Zudem habe das Unternehmen gegenüber Handelsunternehmen dargestellt, dass die Datenerhebung dergestalt vonstatten gegangen war, dass sie in Einklang mit dem Consent der datengebenden Unternehmen ablief. Daraufhin hätten die Handelsunternehmen Investitionsentscheidungen getroffen, die auf den Analysen basierten.

The federal securities laws prohibit deceptive conduct and material misrepresentations in connection with the purchase or sale of securities. Here, App Annie and Schmitt lied to companies about how their confidential data was being used and then not only sold the manipulated estimates to their trading firm customers, but also encouraged them to trade on those estimates—often touting how closely they correlated with the companies‘ true performance and stock prices,

erklärt Gurbir S. Grewal, Director der SEC Enforcement Division. App Annie gab an, dass das Unternehmen inzwischen umfassende Veränderungen eingeleitet habe. So würden die Datenerhebungen grundlegend neu ermittelt und ein neuer CEO, Theodore Krantz, wurde eingesetzt.

Many businesses may be unknowingly leveraging data reliant on confidential public company information without explicit consent which we believe puts companies using digital/mobile market data at significant risk. It is our opinion that the entire alternative data space needs to be regulated,

sagt Krantz.

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