Datenenverlust bei Marriott wird nach China zurückverfolgt

Ein Datenleck bei der Hotelkette Marriott hatte zum Verlust der Informationen von 500 Millionen Besuchern geführt. Die Hacker kommen aus China.

Der Datenhack beim Marriott könnte aus China stammen, Screenshot YouTube, © Marriott Hotels

Hacker, die möglicherweise für das chinesische Staatssicherheitsministerium arbeiten, sollen hinter dem Datenskandal der Hotelkette Marriott stehen. Das berichtet die New York Times. Demnach handelt es sich um einen Einsatz zur Datenerfassung von Hackern aus China, bei dem außerdem Daten von Versicherungsgesellschaften oder Krankenkassen entwendet wurden. Laut Aussagen zweier mit der Ermittlung dazu betrauter Experten sind viele weitere Millionen Amerikaner betroffen.

Der Fakt, dass der Datenverlust nun nach China zurückverfolgt werden konnte, könnte mit dem anhaltenden Handelsstreit zwischen China und den USA zusammenhängen. Obwohl nach dem G20-Gipfel ein 90-tägiges Verbot für neue Zölle ausgemacht worden war, bleiben die Aversionen bestehen. Zwar hängt der Hack beim Marriott, der schon im September stattgefunden hatte, nicht zwingend mit politischen Interessen zusammen. Allerdings gilt die Kette als Hotel der Wahl für Regierungsmitarbeiter oder Militärs. Daten zu diesem Personal könnten für wenig wohlgesinnte Verhandlungspartner langfristig von großem Wert sein.

Dementi von China 

China gibt jedoch an, dass man nichts mit dem Datenverlust bei der Hotelkette zu tun habe. Geng Shuang, Sprecher des chinesischen Außenministeriums, sagt:

China firmly opposes all forms of cyberattack and cracks down on it in accordance with the law. If offered evidence, the relevant Chinese departments will carry out investigations according to the law.

Der Hack bei der Hotelfirma Marriott trägt nach der – noch nicht abgeschlossenen – Analyse von hinzugezogenen Firmen und Regierungsbehörden der USA die Handschrift chinesischer Hacker: in der Form von Code und bestimmten Mustern. James A. Lewis, Experte für Cybersicherheit beim Center for Strategic Studies in Washington, nennt Big Data die neue Form von Gegenspionage. Die New York Times geht davon aus, dass chinesische Spione nun Ausweisdaten von 327 Millionen Menschen entwenden konnten. Im Bericht der NSA heißt es:

[The] exact affiliation with Chinese government entities is not known, but their activities indicate a probable intelligence requirement feed [from China’s Ministry of State Security].

Ob der Datenhack bei Marriott nun Teil einer neuen internationalen Cyberkonfrontation ist, kann noch nicht belegt werden. Klar ist jedoch: die entwendeten Daten sind in ihrem Ausmaß für verschiedenste Zwecke wertvoll. Für Betrug, Werbung oder Verhandlungen auf politischer Ebene.

Ermittlungen lokalisieren Hacker der Marriott Hotelkette in China

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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