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Schneller als gedacht: WHO bereitet Launch für Corona-App vor
© Cdc - Unsplash

Schneller als gedacht: WHO bereitet Launch für Corona-App vor

Nadine von Piechowski | 11.05.20

Die Word Health Organization macht bei der Entwicklung einer Corona-App erhebliche Fortschritte. Diese soll vor allen Dingen unterversorgten Ländern helfen, die Infektionen einzudämmen.

Die World Health Organization (WHO) plant, noch diesen Monat eine Corona-App in unterbesetzten Ländern zu launchen. So sollen Menschen in Ländern, die nicht über das benötigte Gesundheitspersonal verfügen, mit Hilfe der App selbst testen können, ob sie sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Des Weiteren soll die App über eine Bluetooth-Technologie verfügen, die das Nachvollziehen von Kontaktketten einfacher macht. Diese Informationen gab Bernardo Mariano, Chief information Officer der WHO, gegenüber dem Online-Portal Reuters preis.

Indien, Australien und Großbritannien verfügen bereits über eine Corona-App 

Mit der Corona-App der WHO können User – durch die Beantwortung einiger einfacher Fragen – herausfinden, ob ihre Symptome auf eine Infektion mit dem Virus hinweisen. Laut Mariano zeigt die App den Usern dann mögliche nächste Schritte auf. Informationen dazu, wie sich möglicherweise infizierte Menschen auf Covid-19 testen lassen können, werden personalisiert und ortsabhängig ausgespielt. Die App von der WHO soll weltweit in die App Stores kommen und die dahinterstehende Technologie für alle Regierungen verfügbar sein. So können die Länder die Corona-App der WHO nutzen, um eigene Apps zu entwickeln oder neue Features hinzuzufügen. Indien, Australien und Großbritannien haben bereits eine Corona-App auf den Markt gebracht. Hierfür verwenden die Ländern eine eigene Technologie. Die Apps verfügen im Groben über die gleichen Features wie die zukünftige WHO-App – inklusive Contact Tracing. Mariano betonte gegenüber Reuters, dass die App vornehmlich Ländern mit einem schwachen Gesundheitssystem sowie knappen technologischen Ressourcen und mit einem vorherrschenden Expertenmangel helfen soll, die momentane Pandemie in den Griff zu bekommen:

The value is really for countries that do not have anything. […] We would be leaving behind the ones that are not able to (provide an app), that have fragile health systems.

Deutschland ist bei der Umsetzung in Verzug

In vielen Ländern wird unterdessen mit Hochdruck an einer Corona-App gearbeitet – auch in Deutschland. Erst kürzlich entschied sich die Bundesregierung dafür, mit der Telekom und dem Softwareunternehmen SAP zusammenzuarbeiten. Ein Grund für den Einstieg der beiden Konzerne könnte der bereits jetzt stark in Verzug geratene Zeitplan sein. Das Robert-Koch-Institut und auch die Bundesregierung drängen daher darauf, dass bis zum Ende des Monats erste Entwürfe für eine Corona-App in Deutschland vorliegen. Ob die App der WHO dazu führt, dass auch hierzulande bald eine App in die App Stores kommt, bleibt abzuwarten.

WHO bereitet Veröffentlichung von Corona-App vor