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Corona-App: Bundesregierung arbeitet mit SAP und Telekom zusammen
© Mika Baumeister - Unsplash

Corona-App: Bundesregierung arbeitet mit SAP und Telekom zusammen

Nadine von Piechowski | 29.04.20

Die Bundesregierung unterstützte lange die Arbeit der Initiative Pepp-PT. Jetzt wurde diese von der Telekom und SAP abgelöst, um schnellstmöglich eine Corona-App auf den Markt zu bringen.

Nach langem Hin und Her entschied sich die Bundesregierung nun für die Zusammenarbeit mit der Telekom und dem Softwareunternehmen SAP, um eine Corona-App zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Das teilte das Bundeskanzleramt und das Gesundheits- und Innenministerium am vergangenen Dienstag mit. In beratender Funktion sind auch die Fraunhofer-Gesellschaft und das Helmholtz-Institut CISPA an dem Projekt beteiligt. Der Umschwung zur Zusammenarbeit mit den beiden Dax-Unternehmen könnte daher rühren, dass alle Beteiligten bereits jetzt hinter dem ursprünglichen Zeitplan liegen. Die Beteiligung von zwei der größten Unternehmen im deutschsprachigen Raum könnte dazu führen, dass die geplante Corona-App, die zur Identifizierung von COVID-19-positiven Kontakten dienen soll, nun doch bald auf den Markt gebracht werden kann. Dabei ist zunächst noch unklar, in welcher Geschwindigkeit SAP und Telekom die App entwickeln können.

Bundesregierung wendet sich von zentralem Speicheransatz ab

Beim tatsächlichen Launch soll die App vom Robert-Koch-Institut (RKI) herausgegeben werden. Das RKI hatte zuvor bereits eine Datenspende-App zum Download veröffentlicht, in der User ihre Daten auf freiwilliger Basis zur Verfügung stellen. Inzwischen hat die App fast eine halbe Millionen Nutzer in Deutschland. Dass die Bundesregierung sich am Wochenende für eine Zusammenarbeit mit Telekom und SAP entschied, kommt mehr oder weniger überraschend. Denn bisher unterstützte die Regierung die Initiative Pepp-PT. Diese wollte allerdings eine Corona-App entwickeln, die in Deutschland einen zentralen Speicheransatz verfolgte. Bei diesem sollten die User-Daten über einen zentralen Server verwaltet und abgeglichen werden. Aus Datenschutzgründen verweigerten aber die US-Konzerne Apple und Google die Zusammenarbeit an einer derartigen App. Die Mitarbeit der beiden Unternehmen ist allerdings notwendig, um eine akkufreundliche Umsetzung der Bluetooth-Technologie und eine reibungslose Zusammenarbeit Systeme zu garantieren. Mit dem Einstieg von SAP und Telekom wandte sich die Bundesregierung von der von Pepp-PT und damit von einem zentralen Speicheransatz ab. Die Kontakte sollen nun lokal auf den Smartphones der User gespeichert werden.

BDI drängt auf eine schnelle Umsetzung

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) betonte in einer Stellungnahme, wie wichtig eine schnelle Umsetzung der App ist. Iris Plöger, Mitglied der Hauptgeschäftsführung sagte:

Es muss jetzt darum gehen, eine App schnellstmöglich verfügbar zu machen, damit der wirtschaftliche Wiedereintritt des Industrielands Deutschland zügig gelingt. Jeder weitere Tag Stillstand stellt die deutsche Wirtschaft vor massive Herausforderungen.

Die App soll vor allen Dingen dabei helfen, die Wirtschaft Schritt für Schritt wieder anzukurbeln und das gesellschaftliche Leben wieder zurück zur Normalität zu führen.