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Coronakrise: Apple und Google wollen Entwicklung von Tracking Apps erleichtern
© Markus Spiske - Unsplash

Coronakrise: Apple und Google wollen Entwicklung von Tracking Apps erleichtern

Nadine von Piechowski | 14.04.20

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verfolgen, gibt es mittlerweile zahlreiche Tracking und Warn-Apps. Nun kündigten Google und Apple an, gemeinsam die Entwicklung dieser Apps erleichtern zu wollen – mit besonderem Augenmerk auf den Datenschutz.

Das Coronavirus greift weltweit weiter um sich. Deswegen kündigten Apple und Google an, gemeinsam die Nachverfolgung der Infektionen durch Apps vereinfachen zu wollen. Die beiden Konzerne bieten global die größten Plattformen zum Download von Apps an. Der Suchmaschinen-Gigant und das Tech-Unternehmen möchten für die Nachverfolgung die Bluetooth-Funktechnik und Verschlüsselungen verwenden, um die Abstände zwischen den Usern zu erkennen. Dabei sei der Schutz der Privatsphäre der Nutzer besonders wichtig, erklärten beide Konzerne am vergangenen Freitag. Beide Systeme – iOS und Android – sollen entsprechende Schnittstellen bekommen. In der offiziellen Stellungnahme der Unternehmen heißt es:

Wir alle bei Google und Apple sind der Überzeugung, dass es noch nie einen wichtigeren Moment gegeben hat, um gemeinsam eines der dringendsten Probleme der Welt zu lösen. Wir hoffen, durch die enge Kooperation und Zusammenarbeit mit Entwicklern, Regierungen und Anbietern des öffentlichen Gesundheitswesens die Kraft der Technologie nutzen zu können, um Ländern auf der ganzen Welt dabei zu helfen, die Verbreitung von COVID-19 zu verlangsamen und eine Rückkehr zum normalen Alltag zu befördern.

Die Idee hinter Googles und Apples Konzept ist simpel: Smartphones sollen unabhängig vom Betriebssystem temporäre Identifikationsnummern austauschen. Um die Privatsphäre der User zu schützen, werden die Kontaktdaten nur auf den jeweiligen Smartphones gespeichert und nicht auf einem zentralen Server. Es sei denn, ein Nutzer habe sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Dann sollen die Informationen auf einen Server übertragen werden. Allerdings nur mit vorheriger Zustimmung des Betroffenen. Die Smartphones rufen dabei immer wieder die aktualisierten und anonymen Listen der Infizierten ab und vergleichen diese mit den eigenen Kontakten. So soll festgestellt werden, ob Kontakt mit einer infizierten Person bestand. Für Google und Apple steht laut eigener Aussage der Datenschutz im Fokus. Deswegen verlasse die Liste mit den ID-Nummern nicht das Gerät, solange der User dem nicht ausdrücklich zustimme. Außerdem soll sich die Bluetooth-ID alle 15 Minuten ändern, um ein umfassendes Personen-Tracking zu verhindern.

Die beiden Konzerne wollen dabei sicherstellen, dass die Akkulaufzeit der Geräte nicht unter dem steten Austauch der ID-Nummern über Bluetooth leide. Auf dem offiziellen Blog verkündete Google daher, dass in einem ersten Schritt im Mai eine Programmierschnittstelle (API) veröffentlicht werde, die ein Zusammenwirken der Android- und iOS-Devices ermöglicht. Die offiziellen Apps der Gesundheitsbehörde stehen den Usern dann im App Store oder dem Google Play Store zum Download zur Verfügung. In den kommenden Monaten soll dann eine Plattform entstehen, die zum Nachvollziehen von Kontakten dient und auf dem Bluetooth-Funksystem basiert. User, die von dem gemeinsamen Projekt der beiden Tech-Riesen profitieren möchten, müssen ihr Betriebssystem aktualisieren. Denn bei Google kann die neue Technologie ab der Version Marshmellow genutzt werden. Apple verkündete hingegen, dass daran gearbeitet werde, die neue Bluetooth-basierte Plattform über sämtliche iOS-Systeme zugänglich zu machen. Die beiden Tech-Konzerne gaben an, die Funktionalität in den Betriebssystem zu deaktivieren, wenn sie in bestimmten Regionen nicht mehr notwendig sei.

Google und Apple arbeiten zusammen an Contact Tracing Software