Britische Datenschutzbehörde will Facebook auf 500.000 Pfund verklagen

Im Rahmen des Cambridge Analytica-Skandals fordert die unabhängige Datenschutzbehörde ICO aus Großbritannien von Facebook eine Strafzahlung über 500.000 Pfund.

Die ICO-Untersuchung zu Data Analytics bei politischen Kampagnen, © Information Commissioner’s Office

Der Skandal um Cambridge Analytica hat bei Facebook und medial hohe Wellen geschlagen. Die Folgen lassen das Soziale Netzwerk bis heute nicht los. Eine Analyse des britischen Information Commissioner’s Office (ICO), einer unabhängigen Behörde zum Schutz der Informationsrechte, hat sich mit dem Zusammenhang von Data Analytics und politischen Kampagnen auseinandergesetzt. Im Zuge dessen wurden sowohl Organisationen als auch Einzelpersonen untersucht. Dabei stellte die Behörde fest, dass Facebook im Kontext der unfreiwilligen Datenweitergabe im Fall Cambridge Analytica gegen den Data Protection Ad von 1998 in zwei Fällen verstoßen hatte. Als Folge wird das ICO Facebook nun auf 500.0000 Pfund verklagen.

Das erklärte Information Commissioner Elizabeth Denham auf der offiziellen Seite der Behörde. Facebook habe persönliche Informationen nicht schützen können und sei bei den Angaben zum Datenverlust nicht transparent gewesen.

We are at a crossroads. Trust and confidence in the integrity of our democratic processes risk being disrupted because the average voter has little idea of what is going on behind the scenes. New technologies that use data analytics to micro-target people give campaign groups the ability to connect with individual voters. But this cannot be at the expense of transparency, fairness and compliance with the law,

ergänzt Denham. Ziel der Strafzahlung sei allerdings die Wiederherstellung von Vertrauen in ein demokratisches System:

Fines and prosecutions punish the bad actors, but my real goal is to effect change and restore trust and confidence in our democratic system.

Facebook kann sich zum Vorhaben der Klage äußern, ehe eine finale Entscheidung darüber getroffen wird. Eine Zahlung von 500.000 dürfte Facebook letztlich jedoch finanziell kaum schaden. Für das Image wäre es aber problematisch.

Britisches ICO will Facebook auf 500.000 Pfund verklagen

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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