Brief an Google, Amazon und Microsoft soll vor Verkauf von Gesichtserkennung warnen

Eine Interessenvertretung aus 90 Gruppen schickte einen Brief an die Tech-Riesen, um die Weitergabe entsprechender Technologie an die Regierung zu verhindern.

Gesichtserkennung ist eine zeitgemäße Technologie, © Microsoft

Gruppen wie die American Civil Liberties Union (ACLU), das Refugee and Immigrant Center for Education and Legal Services (RAICES) und die Electronic Frontier Foundation (EFF) sind unter den zahlreichen Gruppen, die sich in einem Brief an Amazon, Google und Microsoft wenden. Darin fordern sie, dass die von ihnen entwickelten Technologien zur Gesichtserkennung nicht an die Regierung verkauft werden.

Nicole Ozer, Technology and Civil Liberties Director bei der ACLU of California, erklärt bei The Verge:

We are at a crossroads with face surveillance, and the choices made by these companies now will determine whether the next generation will have to fear being tracked by the government for attending a protest, going to their place of worship, or simply living their lives.

Zudem gab sie ihrer Sorge Ausdruck, dass derlei Technologien auf Regierungsebene politisch missbraucht werden könnten:

History has clearly taught us that the government will exploit technologies like face surveillance to target communities of color, religious minorities, and immigrants.

Während die drei großen Tech-Unternehmen sich nicht direkt zu der Aufforderung äußerten, hatte etwa Google erklärt, seine Technologie nicht weiterverkaufen zu wollen. Andererseits testete das FBI gerade Amazons Facial Recognition-System, Rekognition. CEO Jeff Bezos sprach im Herbst von einem 10 Milliarden US-Dollar Deal mit dem Pentagon, dank dem Amazon Cloud-Dienste an die Regierung liefern könnte. Microsoft wiederum hatte sich im letzten Jahr für eine Regulierung der Nutzung solcher Technologie durch unabhängige Stellen ausgesprochen:

This in fact is what we believe is needed today – a government initiative to regulate the proper use of facial recognition technology, informed first by a bipartisan and expert commission.

Ein Verkauf der Technologie zur Gesichtserkennung scheint auf lange Sicht jedoch kaum zu verhindern sein. Dass eine Regierung nicht an entsprechende Optionen gelangt, erscheint unwahrscheinlich. Allerdings ist das Stärken des Bewusstseins für die Thematik und Problematik schon ein wichtiger Schritt. Die Zukunft könnte jedoch so aussehen, dass der Mensch auf vielfältigen Ebenen überwacht werden kann, sei es mittels Datensätzen oder der Gesichtserkennung.

Interessenvertretung wehrt sich gegen Verkauf von Gesichtserkennungstechnologie an die Regierung

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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