Bing in China blockiert

Am Mittwoch war Bing in China nicht mehr verfügbar. Die Regierung hat den Dienst womöglich mithilfe von DNS Spoofing blockiert. Doch noch herrscht Unklarheit.

Bing in China, Quelle: TechCrunch

Die Suchmaschinenlandschaft in China ist einzigartig und könnte sich weiter verändern. Gestern war Microsofts Suchwebsite Bing nicht mehr direkt verfügbar. Bislang hatte sich der Dienst gehalten, weil entsprechend den Anforderungen der chinesischen Regierung Suchergebnisse von brisantem Charakter zensiert worden waren.

In China ist Baidu Marktführer, weil Google seit neun Jahren nicht mehr im Markt aktiv ist. Das macht die Struktur besonders und Google hatte in den vergangenen Monaten auch über eine Rückkehr nach China mit einer zensurbasierten Suchmaschinen-App nachgedacht.

Jetzt wurde die Suchmaschine von Big Player Microsoft, Bing, kurzerhand ausgesetzt. Allerdings herrscht hinsichtlich der Beweggründe und der Auswirkungen noch Verwirrung. Engadget mutmaßt, dass die Regierung das sogenannte DNS Spoofing eingesetzt haben könnte, um die Seite selbst lahmzulegen. Berichte darüber, dass Baidus starker Traffic Bing zum Erliegen gebracht habe, bleiben unbestätigt und unwahrscheinlich. Microsoft hatte Reuters gegenüber bestätigt, dass man sich der Unverfügbarkeit der Seite in China bewusst sei und weitere Schritte plane. Auch Microsofts Skype ist in China seit 2017 gesperrt.

Aktuelleren Angaben bei Twitter und Engadget zufolge können einzelne User aber wieder auf Bing zugreifen. Ein Besuch direkt über die IP-Adresse soll ebenso möglich sein. Daher bleiben zunächst die offiziellen Gründe für die Sperrung sowie die tatsächliche Dauer derselben im Dunkeln. Bleibt Bing gesperrt, wird die Diversität des Internets in China jedoch weiter eingeschränkt. 

Bing ist in China gesperrt

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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