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Unternehmensnews
Apple wehrt sich gegen Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung im App Store
© Xavier Wendling - Unsplash

Apple wehrt sich gegen Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung im App Store

Niklas Lewanczik | 29.04.19

Apple dementiert den Vorwurf der New York Times, Apps zur Mobile-Kontrolle durch Eltern aus wettbewerbsfeindlichen Gründen aus dem App Store zu entfernen.

Einem Bericht der New York Times zufolge hat Apple elf der 17 meistheruntergeladenen Apps zur Kontrolle der Screen Time und Kontrolle durch Eltern aus dem eigenen App Store entweder entfernt oder diese beschränkt. Das geht aus einer Studie der NYT in Kooperation mit SensorTower hervor. Bei Apps, die nicht direkt aus dem App Store entfernt wurden, habe Apple demnach Features zum Kontrollieren von Geräten von Kindern oder zum Blocken des Zugangs zu bestimmten Inhalten für Kinder von den App-Betreibern entfernen lassen. Daraufhin hatten einige App-Betreiber sich beschwert, dass Apple ihrem Geschäft vorsätzlich schade.

They are systematically killing the industry,

wird Amir Moussavian, CEO von OurPact, einer äußerst erfolgreichen App für die Kontrolle durch Eltern, in der NYT zitiert.

Apple wehrt sich gegen die schlechte Presse

Nun reagierte Apple mit einem Blogpost mit Namen „The facts about parental control apps“. Dabei wird klargestellt, dass man die Kontroll-Apps entfernt hat, weil diese die Privatsphäre sowie Sicherheit der Nutzer nicht gewährleisten konnten. Der Grund hierfür ist, dass die betroffenen Apps das Mobile Device Management (MDM) nutzten, welches Dritten Zugriff auf ein Gerät samt sensiblen Informationen zu Standortdaten, Kamera, App-Nutzung, Browserhistorie oder E-Mail Accounts erlaubt. Bei nutzerzentrierten Apps hat das MDM laut Apple aufgrund dieses Zugriffs keine Daseinsberechtigung, weil die Daten leicht missbraucht werden könnten. So verstößt der Einsatz dieses Managements gegen die Richtlinien des App Stores.

No one, except you, should have unrestricted access to manage your child’s device,

heißt es bei Apple. Das Unternehmen gab den App-Entwicklern 30 Tage Zeit, um ihre Applikation entsprechend anzupassen. Geschah das nicht binnen der Frist, wurde die App aus dem App Store entfernt. Im Blogpost wird außerdem angeführt, dass man Apps zur Kontrolle durch Eltern unterstütze. Bei den Entfernungen und Restriktionen gehe es vielmehr um Sicherheit als um Wettbewerb.

Während diese Haltung aller Ehren wert ist, darf jedoch nicht unerwähnt bleiben, dass einige betroffene App-Betreiber ihre App trotz des Willens zur Anpassung nicht mehr im App Store vertreten sehen. So wurden laut NYT-Bericht Nachfragen bei Apple nicht konkret beantwortet. Dann sei die finale Antwort des Unternehmens gefolgt: „Your app has an unresolved issue and has been removed from the App Store.“

Apple hat das Recht, die eigenen Richtlinien für Apps im App Store rigoros durchzusetzen. Gerade wenn es um Privatsphäre und Datensicherheit geht. Vielleicht kann die Kommunikation mit den App-Betreiber aber noch optimiert werden; damit die Debatte nicht über Publikationen neu aufgerollt wird. Davon würden letztlich beide Parteien profitieren.

Apple erklärt Haltung gegenüber Kontroll-Apps und deren Ausschluss